Paartherapie – zu wem gehen, damit’s was bringt?

Shownotes

In dieser Podcastfolge enthüllen Sabine und Roland Bösel dir Kriterien, die dir auf dem Weg zur für dich und deine/n Partner:in passenden Therapie Orientierung geben.

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Produktion: Umsetzerei Wien

Das Kleingedruckte ganz normal groß – Disclaimer, unsere Fallbeispiele betreffend:

In unserem Podcast geben wir im Sinne der Praxisnähe und Verständlichkeit immer wieder Fallbeispiele. Unser oberstes Anliegen ist es auch dabei stets, die therapeutische Schweigepflicht sowie die Privatsphäre aller Klient:innen zu jedem Zeitpunkt zu wahren.

Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir a) jeweils zur Erzählung des Erlebten autorisiert wurden und b) alle Details, die einen Rückschluss auf konkrete Personen, Namen, Orte etc. ermöglichen könnten, abändern.

Sollten Sie also den Eindruck haben, in einer unserer Schilderungen eine bestimmte Person zu erkennen, so liegt das wohl daran, dass wir Menschen, so verschieden wir sein mögen, oft überraschend ähnliche Probleme und Ressourcen haben.

Transkript anzeigen

00:00:08: Sabine: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Liebesdoppel.

00:00:11: Roland: Der Podcast für das Zwischenmenschliche.

00:00:13: Sabine: Hier sind die Bösels. Mein Name ist Sabine Bösel.

00:00:16: Roland: Und mein Name ist Roland Bösel.

00:00:18: Sabine: Und heute geht es um das Thema Paartherapie. Zu wem gehen, damit es was bringt?

00:00:30: Roland: Naja Sabine, bei dem Thema kann man schon, wenn man uns zuhört, sagen, naja die Bösels können jetzt leicht reden, weil jetzt erzählen sie einem, wie man am besten zu ihnen kommt. Aber das ist nicht unser Ziel, oder? Wir wollen eher motivieren, sich einen Paartherapeuten, eine Paartherapeutin zu suchen, wo ihr als Paar das Gefühl habt, da können wir landen. Und das ist für viele Menschen, für viele Paare auch schon bei uns so gewesen, dass die Paare gesagt haben, ja die Bösels, was die da erzählen. Und für viele passt es überhaupt nicht. Und deswegen ist es ja so gut, dass es so viele Menschen gibt, die mittlerweile als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut Paartherapie anbieten. Also wir sehen es auch sehr gelassen. Ehrlich gesagt Sabine, wir können es ein bisschen, ja man könnte uns das als oberflächlich angreifen, aber nach so vielen Jahren, nach 35 Jahren, es ist ja, die Paare kommen sowieso, also machen wir diese Podcast-Folge nicht, dass die Paare zu uns kommen, oder positiv formuliert, dass die Breite noch größer wird, weil eigentlich, ich würde sagen, vor 30 Jahren, als wir begonnen haben, war es ja noch ein bisschen eine Schande, dass man sagt, man braucht eine Paartherapie. Das hat sich ja sehr verändert. Also die meisten Menschen, die zu uns kommen, sagen das gar nicht mehr.

00:01:55: Sabine: Ja, es war Schande oder Niederlage. Man hat sich geschämt, dass man zum Paartherapeuten gehen muss, weil, ja, wieso schaffen wir das nicht zu zweit, dass wir reden können. Wir können doch reden, das gibt es ja nicht, dass wir da Hilfe brauchen. Also es war wirklich auch schambesetzt. Und was wir aber trotzdem, auch wenn es jetzt leichter geworden ist und es nicht mehr so beschämend ist oder so eine Schande ist, was wir immer wieder hören und wirklich oft hören, und das ist ein Grund, warum wir diesen Podcast heute machen, für dich zu Hause, wo du dir vielleicht schon öfter überlegt hast, Paartherapie vielleicht, ja, nein, vielleicht, und dann sagt der Partner oder die Partnerin, nein, doch nicht, dann denkst du, naja, vielleicht eh besser. Also dieses Hin und Her, wenn ihr ein Hin und Her habt oder, ja, wenn ihr als Paar ein Hin und Her habt, dann seid ihr wirklich in guter Gesellschaft. Wir hören sehr oft Geschichten, dass das Paar, das bei uns landet, das dann zu uns kommt, schon seit Jahren uns umkreist. Zwei, drei, vier Jahre. Es ist keine Seltenheit, dass die uns wirklich umkreisen und das schon seit Jahren überlegen, sollen wir eine Paartherapie machen oder nicht, und einer von beiden sagt dann, nein, und dann passiert es doch nicht, und dann gehen wieder die Monate ins Land und es ist nichts passiert.

00:03:06: Roland: Da fällt mir eine Geschichte ein, ich verändere sie ein bisschen, aber sie könnte fast von jedem oder jeder sein. Da war eine Nachricht auf unseren Anrufbeantworter und da hat jemand gesagt, ja, es war wegen meiner Frau, ich will eh nicht Paartherapie machen, aber sie hat schon vor drei Jahren, ja du lachst, aber der arme Mann vor drei Jahren gesagt, wir brauchen eine Paartherapie und jetzt hat es einen anderen und jetzt wäre ich bereit. Also das ist so fast klassisch, weil ja viele Paare, die zu uns kommen, ich will nicht sagen die meisten, aber viele ein Thema haben, wo es eine dritte Person gibt, vielleicht sogar eine vierte, fünfte, dann ist interessant, dass viele Paare oder der Partner dann sagt, okay, jetzt bin ich bereit, weil jetzt habe ich den Ernst der Lage erkannt.

00:04:01: Sabine: Ja, also wenn es wirklich sehr ernst ist, dann ist es immer noch besser zur Paartherapie zu gehen, obwohl es eigentlich ein Horror ist, aber dann gehe ich lieber, naja, weil die Leute, wirklich viele Leute sich davor fürchten aus verschiedenen Gründen.

00:04:13: Roland: Aber es ist ja kein Horror.

00:04:17: Sabine: Es ist kein Weg von mir. Das ist schrecklich und vor dem habe ich Angst. Na, dann gehe ich doch zur Paartherapie.

00:04:22: Roland: Aber Sabine, jetzt ganz zu uns zurückkommen. Du hast ja immer wieder gesagt, Roland, mach Therapie. Also du hast gehört, wir brauchen Therapie, wir brauchen eine Paartherapie. Ich habe aber, was war meine Antwort? Ich habe gesagt, ja, wenn du ein Problem hast, dann mach du eine Therapie. Habe ich eh gemacht. Ja, du schon, ich nicht. Und ich habe sie auch erst erkannt, als es wirklich fünf vor zwölf war. Und wir sind ja, wir beide sind in eine Paartherapie hineingestolpert. Ich glaube nach wie vor bis heute, dass die Sabine das eingefädelt hat.

00:04:55: Sabine: Wir sind wirklich hineingestolpert und zwar, das erzählen wir auch bei unserem Workshop immer wieder, die Geschichte, weil es wirklich witzig ist. Wir haben uns zum autogenen Training angemeldet.

00:05:04: Roland: Ja, wobei ich muss dazu sagen, ich habe gewusst, wenn ich gar nichts in die Richtung irgendwas tue, was Richtung Psychologie, Psychotherapie geht, dann wird es eng. Ich wollte aber partout keine Therapie machen, habe mir gedacht, okay, Sabine, mach mal autogenes Training. Hat auch damals der Dr. Zeiler vorgeschlagen und damit war es auch schon wieder auch abgesegnet. Da haben wir gesagt, ich gehe in das autogene Training und wir haben den Grundkurs gemacht und dann beim fortgeschrittenen Kurs waren nur, ich glaube, sieben oder fünf Leute waren wir. Und eines Tages, und da bin ich mir nicht sicher, ob du das ausgemacht hast, waren wir alleine dort. Wir sind hingekommen, waren alleine dort. Wir haben wieder gestritten. Also eigentlich du hast gestritten.

00:05:46: Sabine: Ja, ich habe gestritten, genau. Ich habe gestritten beim Hingehen. Diese Trainerin vom autogenen Training, diese, wie sagt man, Trainerin, oder?

00:05:54: Roland: Ja.

00:05:54: Sabine: Die uns das beigebracht hat. Die war, oh Zufall, war die auch eine Familientherapeutin und hat uns da gesehen, wie wir daherkommen. Total zerstritten. Die Luft war zum Schneiden.

00:06:06: Roland: Ich weiß noch, was ihr gesagt habt. Glaubt ihr wirklich, dass ihr euch jetzt entspannen könnt?

00:06:09: Sabine: Nein, wir können uns nicht entspannen.

00:06:11: Roland: Und dann war das unsere erste Paartherapie.

00:06:13: Sabine: Das sind so Gewitterwolken. Aber mir waren so drei so dicke Gewitterwolken. Es war kurz vor dem Blitz.

00:06:19: Roland: Bei wem sonst? Bei mir gibt's keine Gewitterwolken.

00:06:21: Sabine: Bei dir war es natürlich nicht. Ich war irgendwie zornig und habe, ja, ich weiß es nicht mehr. Also das ist schon so lange her. Ich weiß nur, dass wir hingekommen sind und gestritten haben. Und sie hat dann mit uns geredet, nachdem sowieso keine anderen Parteien mehr da waren. Da hätte sich auch niemand aufregen können. Dann haben wir begonnen zu sprechen mit ihr.

00:06:38: Roland: Oh Wunder, oh Wunder. Ich habe mich plötzlich wohlgefühlt, weil ich gemerkt habe, wir sind mit unseren Wolken, die ja eigentlich deine Wolken waren, nicht alleine. Und es ist vor allem jemand da, der nicht Partei ergriffen hat. Und da sind wir schon bei ganz etwas Wichtigem. Ich finde, das Um und Auf in einer Paartherapie ist, dass die begleitende Person, das kann ja auch zum Beispiel jemand sein, der eine Lebens- und Sozialberatung Ausbildung hat. Es gibt ja spezielle Ausbildungen für Paartherapie. Aber Menschen, die dafür autorisiert sind und gut geschult sind, sich ja nicht auf eine Seite ziehen lassen.

00:07:19: Sabine: Genau. Dafür gibt es ja Trainings und dafür gibt es Schulungen und Ausbildungen, wo wir auch lernen und wo uns gebetsmühlenartig eingeimpft wurde und erklärt wurde, dass wir für das System da sind. Das heißt für das Paar und nicht für eine einzelne Person. Und dass es immer, wenn es Stress gibt, wenn es Gewitterwolken gibt, hat es mit dem ganzen System was zu tun. Und das lernst du halt von der Pike auf. Und wenn jemand gut geschult ist.

00:07:44: Roland: Meistens, nicht alle. Das muss man auch dazu sagen. Und da bin ich schon bei einem wichtigen Punkt. Menschen, die zu uns kommen, die kommen ja bei uns in erster Linie zu, ich würde sagen 95 Prozent, kommen zuerst zu uns zum IMAGO Paar Workshop, weil das ist so, so wichtig, dass man zuerst einmal versteht, was da passiert. Weil es sind ja so viele Emotionen im Spiel. Und gleichzeitig passieren da in unserem Gehirn so ganz entscheidende Prozesse. Und das ist wichtig, dass ihr, wenn ihr überlegt, eine Paartherapie zu machen, am besten bei einer zertifizierten IMAGO Therapeutin oder IMAGO Therapeut einen IMAGO Paar Workshop macht. Bei uns ist es auf jeden Fall so. 95 Prozent kommen so zu uns. Und dann stellen sie meistens keine Fragen mehr. Warum stellen sie keine Fragen mehr? Weil sie ja beim IMAGO Workshop auch mitbekommen, dass wir was von uns erzählen. Und dann spüren sie uns ja. Aber wenn du zum Beispiel eine Paartherapie in Angriff nehmen willst, wo diese Person keinen IMAGO Workshop anbietet oder gar nicht mit IMAGO so verbunden ist, ich finde schon, dass es wichtig ist, ein paar Fragen zu stellen. Wie halten sie das, wenn zum Beispiel eine dritte Person auftauchen würde? Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die sagen, sie arbeiten nicht mit dem Paar, wenn nicht dieses Ausweg, wie wir das auch nennen, geschlossen wird. Und wir beide, Sabine und ich, wir sagen, na gut, die dritte Person ist ja deswegen aufgetaucht, weil es in der Beziehung Probleme gibt. Und deswegen kann man nicht gleich sagen, jetzt muss man das sofort beenden. Ich finde es wichtig, damit Achtung umzugehen. Aber erinnern wir uns an uns, Sabine? Also unsere zweite wirklich massive, kann man sagen, Paartherapie haben wir gebraucht, als wir eine dritte Person in unseren Zwischenraum hängen lassen. Also da haben wir auch nicht viel überlegt. Da sind wir aus einer Krise, haben wir gesagt, jetzt brauchen wir eine Paartherapie, übrigens für die, die uns zuhören. Das war nicht dieselbe Person wie damals, als wir beim autogenen Training waren, sondern das war dann ein Paar, das wir ganz speziell ausgesucht haben, wo wir uns auch wichtig war, dass die ein Lebenspaar war. Das war für uns wichtig. Und wo wir schon gewusst haben, wir erkannten sie ja aus dem therapeutischen Kontext, dass wir wussten, sie sind ganz, ganz wenig gefährdet, die Neutralität zu verlieren.

00:10:12: Sabine: Genau. Und dass man diese Sicherheit, dass du, dass ihr beide, wenn ihr wohin geht, beide das Gefühl habt, da sind wir jetzt gut aufgehoben. Die Person, die da vor uns sitzt, Therapeutin oder Therapeut, Familien, also Coach, Rettungs- und Sozialberater, Berater, Beraterin, die Person, die da jetzt sitzt, die uns weiterhelfen soll, ist uns beiden gegenüber zugewandt, schätzt uns beide, möchte uns beiden weiterhelfen. Und ich habe das Gefühl, die Person mag uns auch ganz gern und ist neutral und sagt nicht, ja, du bist schuld oder du bist schuld, sondern die sieht das auch, dass wir in unserer Dynamik, in unserem Tanz, die beschäftigt sich mit unserem Tanz als Paar, mit unserer Dynamik. Und diese Person hilft uns, dass wir aus diesem Tanz herauskommen in ruhigere Gewässer, wo wir einander wieder zugewandt sind, wo die Verbindung wieder da ist. Also diese Person arbeitet für unsere Beziehung mit uns und sagt nicht, irgendwer ist schuld.

00:11:14: Roland: Und sagt auch nicht, ihr müsst euch trennen oder sagt auch nicht, ihr müsst zusammenbleiben. Das ist ganz eine wichtige Haltung. Wir beide, Sabine und ich, sind ja praktisch fast 50 Jahre zusammen und doch haben wir viele Paare begleitet, die voneinander nach vielen Paarsitzungen, nach dem Imago-Workshop entschieden haben, es geht sich nicht aus, wir wollen uns als Freunde voneinander verabschieden. Das geht nämlich auch, einen Abschied zu machen, das wäre dann ein eigener Podcast. Was wir sagen wollen, schau dir genau an, wer kann dieser Mensch sein, diese Menschen, die einen begleiten. Und da habe ich es jetzt spannend gefunden, Sabine, du hast eine ganze Liste aufgezählt an Ausbildungen und warum sagen wir das immer wieder? Weil wir sehr demütig sind, weil manche sagen, ja, das muss jemand sein mit einem dreifachen Doktortitel und das muss sein Psychotherapie und Psychologie und und und. Unsere Erfahrung ist, dass die Lebenserfahrung dieser Menschen, die euch begleiten bei einer Paartherapie, auch ganz wichtig ist. Ich bin, das möchte ich schon sagen, ich glaube schon, ich bin sehr demütig, weil ich weiß, wie schwierig es dir manchmal macht, liebe Sabine. Und diese Demut, die habe ich erst finden müssen, zu schauen, mit dir und mir milde zu werden. Und das hilft mir auch, mit dem Paar milde zu sein, weil wenn die da sitzt und sagen, ja, und jetzt hast du schon wieder und das und die andere Person schweigt vielleicht, wie zum Gehtnichtmehr und sitzt da wie ein Trotzpolzen und sagt, sag nichts und so, dann braucht es eine Demut. Und dass ihr, wenn ihr dort hinkommt, das Gefühl habt, der oder die haltet das auch aus und kriegt nicht gleich Angst. Ich weiß noch, wie wir angefangen haben, die Assistentin hat gesagt, hätte ich die Polizei rufen sollen. Sag ich, nein. Damals war das die Verena. Verena, bitte keine Sorgen. Das ist einfach sehr emotional und da kann es schon sehr laut auch einmal werden, aber dass das jemand aushält. Das heißt, und da bin ich bei einer wichtigen Idee für dich, du überlegst vielleicht mit deinem Partner, Partner eine Paartherapie zu machen. Schau dich, hör dich einmal um in deinem Freundeskreis. Wer hat da schon Erfahrung? Das kann oft sehr, sehr hilfreich sein, dass man nicht irgendwo anfängt und vielleicht, man kann so schöne Webseiten machen, heute kann das die KI wunderbar gestalten, aber wichtig ist auch, was sind das für Menschen und das kann dir meistens deine Freundin, deinen Freund besser erzählen als jede Webseite.

00:13:54: Sabine: Also hör dich mal um. Wirklich, für uns, also zu uns kommen ja meistens, also ich würde fast sagen 90 Prozent kommen, weil ein Freund, eine Freundin, ein befreundetes Paar sagt, geh jetzt dorthin, das hat uns wirklich geholfen, das war super, das hat uns geholfen, wir haben es besser verstanden, was wir da für Dynamiken haben. Wenn jemand aber sagt, ja das ist toll, das ist das Heil der Welt und dann kommst du raus und bist geläutert, da würde ich skeptisch sein, wenn man dann glaubt, man ist dann geläutert und man macht ein Seminar oder man macht ein paar Therapiestunden und dann hat man diese Dynamik nicht mehr. Nein, es geht darum zu verstehen, wie kommen wir in die Dynamik rein, wie kommen wir wieder raus, wie können wir relativ schnell rauskommen, aber dass dein Partner die wundersten Punkte erwischt und deine Knöpfe drückt, das glaube ich, wird sich auch nicht ändern.

00:14:42: Roland: Und wenn ihr als Paar eine Paartherapie beginnen wollt und dazu entschieden habt, auch wenn ihr vielleicht noch nicht hundertprozentig überzeugt seid, das ist auch ganz wichtig, weil manche sagen ja, er macht das nur mir zuliebe, das will ich nicht, er muss überzeugt sein. Nein, ich sage, er oder sie oder sie oder sie oder er oder er muss nur über die Schwelle bei uns gehen, den Rest machen eh wir, weil das ist unsere Expertise, unsere langjährige. Also dass die Menschen zu uns kommen und sagen, ja ich schaue mir das mal an und jetzt kommt der springende Punkt, man kommt ja meistens nicht, wenn man sagt, ja tun wir was für unsere Beziehung, auch diese Paare gibt es immer mehr und das freut uns, weil da ist natürlich ein ganz anderes Arbeiten, es ist nämlich auch eine Arbeit, aber die meisten kommen ja, weil sie in einer Krise sind und dass man dann sowohl mit deiner Beziehung du ja milde bleibst, aber auch mit deiner Therapeutin, deinen Therapeuten, der dich da begleitet, weil die Idee, man macht ein, zwei Sitzungen und dann ist das erledigt, das haben wir schon längst verabschiedet. Also die meisten Paare, das will ich vielleicht sagen, vielleicht ist das für manche ein bisschen jetzt ein Dämpfer, aber die meisten Paare kommen nicht ein, zweimal, die kommen zu uns zum IMAGO-Workshop und machen dann wahrscheinlich manchmal, je nachdem was auch der Anlass war, 10, 15, 20 Sitzungen und manche kommen auch bis heute noch, die vor 30 Jahren bei uns schon was gemacht haben, weil sie ein, zweimal im Jahr sagen, sie wollen nicht nur das Auto zum Service bringen, sondern sie wollen auch was für die Beziehung tun.

00:16:23: Sabine: Es kommen manche auch so einmal im Monat, so als Begleitung, es gibt große Themen, die meisten von uns haben ja große Themen in ihrem Leben, Lebensveränderungen, Lebenssprünge und dann kommen sie einmal im Monat zu uns und lassen sich von uns begleiten und besprechen die Dinge und dann ist das so wie eine Psychohygiene eigentlich, dass man sagt, man hat dann eine Begleitung, wo vielleicht auch ein schwierigeres Thema mal besprochen wird und dann tut man eh selber weiter, natürlich redet man zu Hause auch und wir sehen das auch nicht so, dass man in der Paartherapie dann redet und sonst nicht und Gottes Willen nein, sondern die Abstände sind groß genug, so dass man zu Hause auch genug Zeit hat zu reden hoffentlich und redet und nicht sagt, wir machen das nur in der Paartherapie, das kann es ja nicht sein, aber dass man begleitet wird und für schwierige, schwierigere Themen, größere Themen ja auch jemanden hat, der aufpasst, der das Gespräch auch leitet und sozusagen moderiert und damit hat man, ist man auf der sicheren Seite, dass man sich auf die Inhalte komplett konzentrieren kann, dass das nicht aus dem Ruder läuft und da gibt es eigentlich recht viele Paare, die das machen und das finde ich eigentlich eine sehr gute Methode. Wenn du aber in der Krise bist, wird es zu wenig sein, einmal im Monat wohin zu gehen.

00:17:36: Roland: Ja Sabine, fassen wir mal zusammen, wenn du merkst, wir brauchen da eine Begleitung, ist es einmal wichtig, natürlich mit deiner Partnerin, Partner darüber zu reden. Zweitens, wenn er oder sie nicht gleich begeistert ist, gib ihm oder ihr auch Zeit. Du bist selber auch ambivalent, was würdest du dann als nächster Schritt ziehen? Ja, dann sich umzuhören. Meistens, wenn man nachdenkt, in der Arbeit, da war ein Kollege, eine Kollegin, der hat mir erzählt, dass sie eine Krise haben und die waren dann wo und das hat ihnen geholfen. Da kann man dann sagen, du hast doch mal erzählt, wo warst du da, weil es gibt ja wirklich tausende Angebote und es wird einem ja auch sehr viel versprochen und das bin ich vielleicht schon beim Nächsten, achte nicht so sehr, was die, in dem Fall auch wir beide, Sabine und ich, euch versprechen, sondern achte lieber, was geht von den beiden für eine Haltung aus oder von dieser Frau oder von diesem Mann.

00:18:37: Sabine: Ja und dann mal ein Erstgespräch machen und darüber hinaus noch nichts ausmachen, weil du weißt ja nicht, wie sich das Erstgespräch entwickelt und wie du dich fühlst.

00:18:45: Roland: Ja, bei uns ist es so, das empfehlen wir, mit dem IMAGO-Workshop zu starten. Das ist keine Gruppentherapie, sondern das ist ein Workshop, wo viele Paare sitzen, weil wir finden es so wichtig, dass auch neben der Emotion das Gehirn, unser Hirn trainiert wird.

00:19:02: Sabine: Und dass man da auch ganz viel Input bekommt, ganz viele, immer so kleine Häppchen von Theorie, wo es einem hoffentlich gelingt, dann die eigene Beziehungsdynamik auch besser zu verstehen und zu wissen, warum mache ich das so und warum eskaliert das und wie komme ich da wieder raus. Also so auch wirklich etwas fürs Hirn, damit man auch ein bisschen den Stirnlappen, das erklären wir auch, die beiden Stirnlappen einschalten, das erklären wir dann auch.

00:19:30: Roland: Nämlich auch, wie das passiert, dass dieses Frontalhirn bei uns sich manchmal ausschaltet in Paarbeziehungen, warum das so ist, dass das auch etwas ist, was sich mit der Zeit kaum jetzt gänzlich auflösen lässt, aber wie man damit umgeht. Es geht ja immer wieder, da kommt eine Herausforderung und da kommt ein Konflikt und wie können wir damit umgehen, um das geht es ja. Beziehungen, wo wir haben ja auch immer wieder Paare, die kommen und sagen, bei uns war alles in Ordnung, alle haben gesagt, wir sind das Traumpaar und jetzt ist das passiert. Ich habe mich da einen anderen Mann verliebt, eine andere Frau verliebt. Das hören wir auch sehr oft, dass man einfach sagt, wie schaffe ich Bewusstsein. Das heißt, wir sagen, komm zum IMAGO-Workshop, bei uns ist das zumindest so. Ich erinnere mich gerade, kannst du dich erinnern, an eine Frau, die immer gesagt hat, nein Roland, wir machen keinen Workshop und da, da, da und haben dann einige Sitzungen schon bei uns gemacht und bei der Verabschiedung vom IMAGO-Workshop hat sie damals gesagt, ich finde es schon arg, ihr hättet uns zwingen müssen zum Workshop, weil das war jetzt intensiver als 15 Sitzungen. Das wäre jetzt nicht unsere Formulierung, dass wir so argumentieren.

00:20:42: Sabine: Auch das zu vergleichen, das ist einfach was anderes.

00:20:45: Roland: Also bei uns ist es so und wir sagen, mach einmal den Start, mach den ersten Schritt, dann folgt wahrscheinlich ein relativ bald zweiter Schritt und noch einmal, wenn er oder sie nicht bereit ist, jetzt zu sagen, ja, das ist die Lösung, sondern sagen, okay, ich gehe ein zweites Mal hin und bleib zögerlich, bleib du auf deinem Weg und sag gut, dann gehen wir weiter, lass ihr oder ihm auch diese Angst vor diesem Prozess, weil Paartherapie ist eines der intensivsten Sachen, die man tun kann. Du Sabine sitzt ja, wenn ich in der Paartherapie mit dir eine mache und du mit mir, da sitzt ja immer mein Korrektiv dabei. In der Einzeltherapie kann ich schon sagen, ja, die Sabine, die ist und so weiter und dann nickt jemand und sagt, ja, sagt vielleicht die Frage, was tun Sie dazu, Herr Bösel.

00:21:38: Sabine: Das Korrektiv sitzt dabei und du gehst ja mit der gleichen Person, mit der du gerade Therapie gemacht hast, gehst du ja dann auch nach Hause. Und was ich aber jetzt noch sagen will, viertens, über längere Strecken sollte es so sein, dass ihr euch beide dann sicher fühlt bei der Person, zu der ihr geht und dass ihr beide das Gefühl habt, der ist nicht parteiisch, das ist jemand, der neutral ist, der unsere Not sieht, der sieht, dass wir beide in Not sind und der für uns beide wohlwollend ist und wir uns unterstützt fühlen beide. Es kommen ja oft Leute bei der Türe ein, die sich fürchten, dass sie beurteilt werden, dass sie, also es kommen manche Menschen herein bei der Türe, beim Erstgespräch und dann merkst du, eine Person fürchtet sich total und dann denke ich mir ja, vor wem fürchtet sich der Mann oder die Frau und dann kommt so ein fragender Blick zu mir und ich mir denke, warten die jetzt, dass ich ein Urteil fälle, wir sind ja nicht bei Gericht.

00:22:34: Roland: Es gibt aber auch die, die reinkommen und sagen, jetzt sagen sie mir mal, dass mein Mann oder meine Frau eh schuld ist und wenn ich dann Scherz aufzeige, naja, sie werden am Ende der Sitzung von mir erfahren, wer schuld ist, dann kommt meistens ein erstes Lächeln.

00:22:47: Sabine: Das ist eigentlich arg, dass du das sagst, weil im ersten Moment nimmt das oft jemand ernst und sagt, ja wirklich, sie werden mir das Urteil verkünden am Ende der Sitzung und schreckgeweitete Augen und also ich mache diesen Scherz nicht, obwohl ich gerne Scherze mache, weil diese geschreckgeweiteten Augen, das brauche ich jetzt nicht, dass jemand sich vor mir so fürchtet, aber ich sage auch, es gehört dazu, es ist ja wie beim Zahnarzt, man hat das Gefühl, jetzt wird einem den Zahn gezogen. Also wir fällen kein Urteil und die Therapeutin, Therapeut, Berater, Beraterin fällt kein Urteil, ist neutral und hilft und ist für die Beziehung da, um mehr Verbindung zu schaffen. Bitte, liebe Leute, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vertraut eurem Bauchgefühl, eurer Intuition. Wenn eine Person sich nicht wohl fühlt, jetzt bei der ersten Sitzung kann es ja sein.

00:23:43: Roland: Und das kann ja bei der ersten, zweiten, dritten Sitzung.

00:23:45: Sabine: Aber für längere Zeit müssen sich beide auch wohlfühlen und sagen, da kriege ich jetzt Hilfe. Ich gehe da jetzt hin, das ist zwar auch anstrengend, man schwitzt, man ärgert sich vielleicht, man ist traurig, man weint, aber es ist hilfreich und wir gehen leichter raus, als wir reingegangen sind.

00:24:02: Roland: Wir animieren euch, wenn irgendwas ist, wo ihr merkt, da fühle ich mich nicht ganz wohl, sprecht es auch an. Weil ich finde, wir machen das schon, wir schauen dann, ob wir uns dann, es geht ja nicht darum, dass die beiden, die zu uns kommen, auf unsere Ebene kommen, sondern wir zu denen. Also was können wir tun, diese Ebene zu erreichen? Das heißt, sprecht es auch an, wenn es gerade nicht so läuft, weil das gehört dazu, es gibt zu jeder guten Paartherapie gehören auch die Rückschläge dazu. Und so wie eure Beziehung nicht sagt, die ist schlecht, ist vielleicht auch Paartherapeutin, Therapeuten nicht schlecht, sondern es geht um die Wieder-Neuausrichtung, wie können wir die Paartherapie gestalten. Wenn du dich erinnerst, Sabine, unsere wichtigste Paartherapeutin, die Hedy Schleifer, haben wir nicht ausgesucht nach ihren Ausbildungen, wir haben sie nicht gefragt, was sie alles kann, sondern wir haben sie gesehen, wie sie mit ihrem Mann lebt und das war für uns ein Kriterium.

00:25:02: Sabine: Das war wirklich ein Vorbild für mich, ein Role Model.

00:25:05: Roland: Vielleicht ist das für dich, der da gerade zuhört, kein Kriterium und dir ist wichtig zu wissen, welche Ausbildungen diese Person hat, aber mach dir mal eine Faktencheck, stell dir eine Liste zusammen, was dir wichtig ist und bespreche es dann mit ihr oder ihm und bevor ihr lang streitet, zu wem ihr geht, fangt an, fangt an und das wissen wir auch, Sabine, dass Menschen manchmal zu uns kommen und sagen, wir waren schon einmal woanders. Das kann auch sein, aber glaubt nicht, dass ihr nur lange suchen müsst, bis ihr die Richtige und den Richtigen findet, weil das genauso wie in der Beziehung, ich bin auch kein Wunderwuzzi und du auch nicht.

00:25:42: Sabine: Ich bin auch kein Wunderwuzzi, ich würde gerne manchmal so den Zauberstab schwingen und sagen, abracadabra, super, jetzt seid ihr alle problemlos, ja, schön wärs, das sind wir alle nicht, wir arbeiten mit Ärmel hochkrempeln und man arbeitet, man bespricht das, man versucht der Sache auf den Grund zu kommen. Was ich noch sagen wollte, das Fünfte, ich frage dann manchmal, wie lang ist das schon so, wie lang habt ihr gebraucht, um in diese Gasse jetzt reinzukommen, in der Graz Reiz, wie lang ist das schon und dann kriege ich manchmal Antworten wie, ja, seit zwei Jahren läuft es eigentlich nicht gut und der Faden ist irgendwie gerissen, seit zwei Jahren, seit drei Jahren oder vor vier Jahren war dieses Ereignis und seitdem ist eigentlich ein Knacks drinnen, jetzt hat man vier, zwei, drei Jahre gebraucht, um da reinzukommen, in diese Situation, das heißt, man wird nicht nach zwei, drei Sitzungen wieder draußen sein. Bitte bedenkt das auch, dass es ja auch eine Zeit lang gebraucht hat, da hinzukommen und ein bisschen Geduld zu haben und zu sagen, fangen wir mal an, Ärmel hochkrempeln und hoffentlich jemand, der euch beiden gewogen ist und wo ihr euch beide gut aufgehoben fühlt.

00:26:47: Roland: Also du merkst schon jetzt, wo du das alles gehört hast, es ist so ähnlich wie bei den anderen Podcasts, wir haben nicht so klassische Tipps, mach das, dann wird es gut oder such dir deine Therapeutin, Therapeutin so aus, dann wird es gut, sondern wir geben dir mehr so Bilder, Stimmungen, die da auftauchen können. Der wichtigste Schritt ist, geht einmal los und probiert etwas und gebt euch in der Paartherapie auch ein bisschen Zeit nach dem Workshop, nach den Sitzungen. Es hat ja auch eine lange Zeit gebraucht, bis ihr so geworden seid, dann wird das auch nicht im ersten Moment gleich ganz anders sein. Gebt euch und der Beziehung und damit auch der Paartherapie eine Chance und vielleicht haben wir euch was mitgegeben, wo ihr sagt, es ist jetzt so, wir sind noch immer sehr unsicher, aber wir nehmen einmal den ersten Schritt und es würde uns freuen, wenn du jetzt ein bisschen eine Idee hast, wo es hingehen könnte, was auch zu tun ist. In diesem Sinne, wagt den Schritt.

00:27:50: Sabine: Traut es euch, probiert es aus und was kann viel verhackt sein. Es kann sein, eine Stunde ist und ich gehe nach Hause und denke mir, das war jetzt nicht gut, dann war es die eine Stunde. Viel mehr Risiko ist nicht dabei.

00:28:01: Roland: Sehr oft, die Sabine hat mich sehr oft bei der Tür hineingezerrt und ich bin ihr heute sehr dankbar. Seid auch demütig, dass der Blick zurück dann erst nach ein paar Sitzungen möglich ist, um zu schauen, was passiert ist. Ich bin dir, liebe Sabine, so dankbar, dass du mich in eine Welt gebracht hast, die ich sonst niemals betreten hätte.

00:28:23: Sabine: Und wir hatten auch gute Begleiter, die uns beiden sehr gewogen waren. Und dafür bin ich auch sehr dankbar, dass das damals gelungen ist und dass wir beide den Weg gefunden haben. Und ich hoffe, wenn es eine Not gibt in deiner Beziehung, ich hoffe, dass ihr den Weg findet zu der Person, die hilfreich ist oder Personen, kann ja auch ein Paar sein, gutes Gelingen dabei. Wir halten euch die Daumen und macht es gemeinsam. Alles Liebe.

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