Stresstest: Wie viel Schildkröte bist du?

Shownotes

Entdecke in diesem Podcast, wieso in Beziehungen meist eine Schildkröte und ein Hagelsturm aufeinandertreffen – und wie es sich mit diesen Gegensätzen gut leben lässt.


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Produktion: Umsetzerei Wien


Das Kleingedruckte ganz normal groß – Disclaimer, unsere Fallbeispiele betreffend:

In unserem Podcast geben wir im Sinne der Praxisnähe und Verständlichkeit immer wieder Fallbeispiele. Unser oberstes Anliegen ist es auch dabei stets, die therapeutische Schweigepflicht sowie die Privatsphäre aller Klient:innen zu jedem Zeitpunkt zu wahren.

Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir a) jeweils zur Erzählung des Erlebten autorisiert wurden und b) alle Details, die einen Rückschluss auf konkrete Personen, Namen, Orte etc. ermöglichen könnten, abändern.

Sollten Sie also den Eindruck haben, in einer unserer Schilderungen eine bestimmte Person zu erkennen, so liegt das wohl daran, dass wir Menschen, so verschieden wir sein mögen, oft überraschend ähnliche Probleme und Ressourcen haben.

Transkript anzeigen

00:00:08: Sabine: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Liebesdoppel.

00:00:11: Roland: Der Podcast fürs Zwischenmenschliche.

00:00:14: Sabine: Hier sind die Bösels. Mein Name ist Sabine Bösel.

00:00:17: Roland: Mein Name ist Roland Bösel.

00:00:19: Sabine: Und unser heutiges Thema heißt Stresstest. Wie viel Schildkröte bist du?

00:00:29: Roland: Sabine, hast du dich gut vorbereitet? Ich habe den Eindruck, du bist noch nicht ganz da. Hallo, Sabine. Vom Räuspern habe ich nichts. Was ist los? Hallo, wieder das Gleiche, oder wie? Was ist? Ich meine, so können wir keine Folge aufnehmen?

00:00:56: Sabine: Ja, ja, ja, geht eh.

00:01:00: Roland: Ich weiß, wenn du sagst, geht eh, heißt das jetzt nicht, so wie ich dich kenne. Ist dir wieder was mal über die Leber gelaufen? Ist vielleicht jetzt, wo wir aufnehmen, nicht der günstigste Zeitpunkt?

00:01:13: Sabine: Passt schon, passt schon.

00:01:14: Roland: Brich die Aufnahme ab, wir fangen nochmal an. Wie geht es dir gerade, wenn du uns zuhörst? Wirkt so, wie wenn wir das gespielt hätten, aber wir machen solche Situationen. Seit 50 Jahren gibt es die immer wieder. Gerade in der Vorbereitung für den heutigen Podcast ist schon ein bisschen in diese Richtung gegangen.

00:01:38: Sabine: Ja, Schweigen, oder wie man so schön sagt auf Wienerisch, mir hats die Red verschlagen. Oder auch erstarren. Das ist typisch Schildkröte. Und jetzt bin ich schon sehr elaboriert, aber ich war früher eine olympische Schildkröte. Ich konnte das Schweigen, ich konnte das ur lang machen. Tagelang, wochenlang.

00:02:04: Roland: Monate.

00:02:05: Sabine: Monate, okay. Und zwar Kampfschweigen. Man schweigt, also ich habe geschwiegen, habe aber so geschwiegen, dass klar war, da gibt es irgendwas, was mir nicht passt.

00:02:20: Roland: Dass ich schuld bin.

00:02:22: Sabine: Und schuld ist der Roland natürlich. Das war auch klar. Aber man kann auch passiv-aggressiv sein. Für die, die sich vielleicht jetzt erkennen oder sich denken, ja, meine Partnerin, mein Partner ist manchmal so. Es ist auch schon starker Tobak. Also das kann schon sehr mächtig sein, wenn du keine Antwort gibst und der andere abprallt. Und warum nennen wir es Schildkröte, weil es gibt eben so ein Bild, bei der Imagotheorie, dass das die Schildkröten sind, die sich zurückziehen. Das heißt, ich ziehe mich dann in meinem Panzer zurück, wenn es mir zu stressig ist und schweige oder erstarre. Ein anderer Schritt kann sein, das Unterwerfen auch. Dieses, ja, du hast recht, stimmt schon, passt eh und tut mir leid. Und dieses, ich bin so ein schlechter Mensch und sich selbst beschimpfen oder sich mit Asche aufs Haupt streuen, das ist die Unterwerfungsgeste. Das können Schildkröten auch recht gut. Und das macht den Roland so richtig narrisch. Kann man, glaube ich, schon sagen.

00:03:28: Roland: Ja, weil du da nicht auf Augenhöhe bist. Ich brauche keine Unterwerfung. Ich brauche Kontakt. Ich brauche jemanden, der sagt, hier bin ich. Nicht jemanden, der sagt, ich bin an allem schuld. Ja, ihr Lieben, wir reden über das dynamische Duett. Und das passiert praktisch in jeder Beziehung. Und dort, wo es für uns bedeutungsvoll ist und Liebesbeziehungen sind bedeutungsvoll, dort fällt es einem am meisten auf, dass eine Person die Schildkröte ist. Und wenn die Sabine als ehrenwerte Schildkröte, aber mittlerweile elaborierte Schildkröte die Schildkröte vorgestellt hat, darf ich euch den zweiten Teil vorstellen. Das Gegenstück des dynamischen Duetts, nämlich den Hagelsturm. Der Hagelsturm ist, wie das auch der Erfinder der Mako-Theorie, der Harville Hendrix gesagt hat, der Maximierer oder die Maximiererin. Was heißt das? Das heißt, im Stressfall, also es geht vor allem um Stress, wird Energie maximiert. Und maximiert wird Energie, indem ich auf Angriff gehe oder indem ich flüchte. Also ein Beispiel, also ihr habt es gerade erlebt, ich mache dann Vorwürfe, dann greife ich an. Oder was auch passieren kann, wir streiten eine halbe Stunde und die Sabine sagt, okay, ja stimmt, ich habe dir da jetzt wehgetan, komm reden wir. Sage ich, nein, jetzt ist es zu spät und flüchte. Das heißt, die Energie geht nach außen. Während, was die Sabine gerade erzählt hat, die Schildkröte nennt der Havel-Hendrix Minimierer oder Minimiererin.

00:05:14: Sabine: Das heißt, die Energie wird minimiert, die Energie wird runtergefahren und darum finde ich das Bild auch schön mit Schildkröte, weil da ist ja praktisch, der Panzer ist ja dann zu. Es gibt aber auch viele andere Worte dafür, das ist halt ein Bild, ein mögliches. Es gibt auch Menschen, die wir als Schildkröte bezeichnen würden oder die dann zum Beispiel sagen, ja, ich habe eine Burg, ich habe dicke Burgmauern und ich habe auch eine Zugbrücke. Aber die Zugbrücke habe ich jetzt gerade hochgezogen. Also solche Ausdrücke gibt es auch. Dafür, dass du dich ja irgendwie einbunkerst und da drinnen einsperrst und sozusagen die Schotten dicht machst und der Zustand da drinnen in diesem Panzer oder in dieser Burg ist, oder man kann auch sagen Schneckenhaus. Es gibt viele, viele Möglichkeiten das zu vergleichen, aber dieser Zustand, wenn du dich so abschottest und keine Antworten mehr gibst, der ist unangenehm, der ist sehr unangenehm. Und äußerlich wirkt das vielleicht so, so ruhig, aber innerlich ist das sehr ungesund auch, nämlich der Blutdruck steigt auch. Das ist eigentlich ein sehr unangenehmer Zustand, wo Energie nach unten gedrückt wird und die muss ja irgendwann dann raus. Und was passiert dann? Ich oute mich jetzt. Ich bin eine Kampfschildkröte, weil wenn das dann zu viel ist, wenn ich dann so viel zurückgehalten habe und nach innen gezogen habe und das irgendwie so, ja, das ist dann sehr eng. Irgendwann stoße ich dann hinten an beim Panzer und dann kommt diese geballte Energie, diese gestaute Energie, kommt dann in einem Wusch raus und auf Wienerisch gibt es ein lustiges Wort dafür. Mir ist das Geimpfte aufgegangen. Wenn mir dann das Geimpfte aufgeht, dann wird es gefährlich und dann habe ich plötzlich, kann ich sehr schnell reden und sehr, sehr aggressive Sachen auch sagen, weil diese gestaute Energie muss ja dann auch irgendwo raus. Also ich bin, ich bin Kampfschildkröte.

00:07:06: Roland: Und beim Hagelsturm glaubt man ja, der wird das jetzt eh los, der schreit sich das von der Liebe, aber in Wirklichkeit ist ja da drinnen in mir auch dann nicht so, so angenehm, weil es kocht dann alles über und ich verliere nicht nur den Kontakt zu meinen Vis-a-vis, sondern auch zu mir selbst und man redet sich in so einen Arsch hinein. Vielleicht hast du schon gemerkt beim Zuhören, da kommen bei dir vielleicht auch Ideen. Ich glaube zum Beispiel, dass in der Politik es viel mehr Hagelstürmer und Stürmerinnen gibt. Bei den Stürmerinnen bin ich mir gar nicht so sicher, bei den Frauen glaube ich schon mehr oft die Schildkröten und die, die kommen natürlich dann auch nicht gut weg und kriegen dann vor allem ihr Fett ab. Aber zurück zu den Liebesbeziehungen.

00:07:54: Sabine: Da haben wir natürlich die Möglichkeit gehabt, schon seit vielen Jahrzehnten das zu beobachten und zu schauen, wer ist Schildkröte, wer ist Hagelsturm. Mittlerweile haben wir schon so einen Blick, also ich sehe das oft schon und du auch, Roland, wenn die bei der Tür reinkommen. Also die brauchen nur die Stiege rauf gehen. Gibt es eine Person, die eher nach außen geht und diese Aufregung auch nach außen spürbar ist. Jemand, der viel mehr redet. Und es gibt die zweite Person, die eher schweigsam ist und sich irgendwie zurückzieht in den Panzer. Also das heißt, wir wissen oft nach fünf Minuten schon, wer Schildkröte, wer Hagelsturm ist. In der Beziehung wohlgemerkt.

00:08:30: Roland: Und das ist keine Frage einer Diagnose oder dass damit ein gewisser Prozess beginnt, sondern es geht vor allem darum, dass die Paarteile, in dem Fall zum Beispiel auch ich oder die Sabine, versteht, was ist denn die Not, die dahinter ist, beziehungsweise was da im Körper passiert. Weil, und jetzt kommt das Entscheidende, das sind alles unwillkürliche Reaktionen. Also da musst du nicht jetzt sagen, jetzt schweig mal oder unterwirf dich oder greif an oder flüchte, sondern das ist eine unwillkürliche Reaktion, die vom Hirnstamm gesteuert ist, also vom ältesten Teil des Gehirns. Und sie sind, wenn du auf der Straße gehst und weiß nicht was, so ein Elektroroller kommt gerade am Gehsteig daher und du steigst aus dem Tor hinaus, aus dem Haus hinaus, dann ist es super, dann ist es geradezu ideal, wenn du einen Impuls hast zur Seite zu springen, weil wenn du da lang nachdenkst, hat dich vielleicht schon ein Gerät überfahren. Das heißt, für das ist es sehr hilfreich. Allerdings in Paarbeziehungen und ich sage sogar im gesellschaftlichen Kontext, in der Politik ist es eher manchmal kontraproduktiv, weil Auge um Auge bedeutet ja nur, dass die Welt blind wird. Dieses wunderbare Zitat, das sinngemäß ungefähr so lautet, ist ja vom Gandhi. Also wir haben es ja auch weltpolitisch dann das Thema, aber wir wollen wieder zurückgehen in der Paarbeziehung. Und was auch wichtig ist zu wissen, du kannst in einer Paarbeziehung zehn Jahre lang ein Hagelsturm gewesen sein. Mir fällt jetzt gerade in unserem unmittelbaren Umfeld jemand ein, ein Mann, der mit seiner Frau ein Hagelsturm war und dann leider verstirbt die Frau vor vielen, vielen Jahren und dann in der Trauerphase und dann beginnt eine neue Beziehung und dann denke ich mir, hoppala, der hat sich jetzt einen Hagelsturm ausgesucht, weil diese Frau noch viel mehr Hagelsturm ist wie er und dann ist er zur Schildkröte mutiert.

00:10:48: Sabine: Das heißt, die Reaktionen waren dann eher schildkrötig, weil sie hat den übertroffenen Hagelsturm-Temperament und dann ist automatisch, weil wir haben ja schon gesagt, dynamisches Duett, automatisch muss dann einer auch ein bisschen runtergehen vom Gas, weil wenn beide so am Gas stehen, eskaliert es ja total. Was ich noch sagen wollte zu diesem Unwillkürlichen, diese unwillkürliche Reaktion ist schneller als die willkürliche. Also dieses vom Stammhirn gesteuerte, Stammhirn ist der älteste Teil, ich glaube, das hast du schon gesagt, also Hirnstamm ist der älteste Teil unseres Gehirns und der kennt nur zwei Zustände, entweder es ist sicher oder es ist Gefahr. Und wenn der meldet, Achtung, Gefahr, Gefahr, Gefahr und es ist sehr subjektiv, was Gefahr ist, für jeden ist es was anderes. Also wenn du sagst, das Beispiel, da kommt jemand auf mich zu auf der Straße, ist es, glaube ich, für jeden Gefahr, sehr klar. Aber es gibt ja viele Dinge, wo mein Partner, meine Partnerin so gefährlich ist.

00:11:45: Roland: Zum Beispiel, wenn du schweigst.

00:11:46: Sabine: Das ist sehr subjektiv, für dich ist das Schweigen gefährlich. Und ich denke mir dann, naja, wieso, ich habe ja auch wenigstens gemacht. Also für dich ist es, wenn jemand schweigt, und du kennst dich nicht aus, ist es gefährlich.

00:11:57: Roland: Ja, jetzt mittlerweile, nach fast 50 Jahren, kenne ich mich ein bisschen besser bei dir aus.

00:12:02: Sabine: Aber jedenfalls, wenn das Stammhirn, der Hirnstamm meldet, Ui, Gefahr, Gefahr, Gefahr im Verzug, dann passiert eben das sehr, dieses Unwillkürliche. Und das ist wirklich vom, das ist von unserer Natur so eingerichtet, dass das halt auch sehr schnell geht, so eine Reaktion. Und um das geht es jetzt bei Schildkröten-Hagelsturm. Also es geht wirklich um diese schnelle Reaktion.

00:12:23: Roland: Ja, und das, ich als Hagelsturm zu lernen, zu sagen, ich halte mal die Luft an und halte diesen Prozess für einen Moment und gehe nicht gleich explosiv raus, sondern, wie wir das nennen, auch von der Neurobiologie übernommen, wir schalten unsere Stirnlappen ein, nämlich jetzt symbolisch gemeint, weil das geht ja auch dann eher sehr unbewusst, aber dass wir es ins Bewusste bringen und sehen können, dass wir mit uns, also ich bleibe jetzt bei mir, dass ich mit meinem Hagelsturm ja viel zerstöre.

00:12:58: Sabine: Ja, und das ist aber der zweite Schritt, wohlgemerkt. Also du kannst diese, diese ganz schnelle Reaktion kannst du fast nicht kontrollieren, aber du kannst dir dann vornehmen, im zweiten Schritt, hey Moment, jetzt bin ich da Hagelsturm gewesen. Im zweiten Schritt kannst du dann versuchen, eben einen Schritt zurückzugehen.

00:13:15: Roland: Und die gute Nachricht ist, da kann etwas in Beziehungen entwickelt, ich will nicht sagen verändert, aber vor allem entwickelt werden, wenn man so will, die schlechte Nachricht ist, es braucht Zeit. Das ist so wie, wenn du ein Instrument lernst, dann musst du viele, viele, viele, viele Stunden üben und damit du ein neues Verhalten eintreten kannst. Zähneputzen wird für die meisten von uns keine Frage einer bewussten Entscheidung sein. Wir greifen in der Früh zum Beispiel oder am Abend zur Zahnbürste, also bei den meisten ist es auf jeden Fall so, weil wir das 10.000, 100.000 Mal schon gemacht haben. Aber wenn ich viele, viele Male, ich spreche jetzt von mir, von mir als Hagelsturm, du kannst ja sagen, Sabine, weil das bei dir Schildkröte ist, wenn ich gelernt habe, uh, Angriff ist jetzt angesagt, dann ist das eine Herausforderung. Ich will nicht sagen unmöglich, so eine Herausforderung braucht Zeit, ein neues Programm zu entwickeln. Und ich sage zu Sabine oft, wenn ich wieder so einen Hagelsturm-Anfall hatte und ich spüre dann meistens schon nach ein paar Minuten, das war jetzt einfach zu viel, das freut mich, das freut mich wirklich, dass ich das oft jetzt schon viel früher erkenne, dann komme ich zu Sabine, dann komme ich zu dir und sage, Sabine, es tut mir leid und ich arbeite daran, dass das sich verändert und ich kann es dir nicht versprechen, aber ich tue mein Bestes. Weil zu sagen, oh je, das war jetzt nicht gut, das wird nie wieder passieren, unsere Erfahrung ist…

00:14:58: Sabine: Es passiert schon wieder. Und die Phasen, wo es passiert, werden halt kürzer und seltener. Und bei mir war es so, dass wir früher in den Streits, ich bin sowas von erstarrt und verstummt. Also mein Muster, wenn es gefährlich ist, ist verstummen, unsichtbar machen, nichts mehr sagen, wirklich erstarren. Das gibt es ja im Tierreich auch, dass Tiere einfach erstarren, sich nicht bewegen, was für manche Tiere ein super Schutz ist. Und Roland hat dann auf mich eingeredet und das war überhaupt nicht gut. Und du hast ja auf mich eingeredet und hast dich geärgert auch, dass ich nichts sage und hast… Manchmal war es auch, weil ich nichts sagen wollte, aber sehr oft war es so, dass ich nichts sagen konnte. Es war wirklich so, dass ich wirklich mein Hirn leer war. Ich war sowas von erstarrt und leer im Hirn und das war ein mühsamer Prozess, erstens zu kapieren, dass ich jetzt in so einem Ausnahmezustand eigentlich bin. Und ich weiß noch, da waren wir einmal in einer Therapiesitzung und da bin ich auch in diesen Zustand gekommen, was eigentlich selten war. Aber da war einmal sowas und sie hat mich dann gefragt, was ist los.

00:16:07: Roland: Wer ist sie?

00:16:08: Sabine: Die Familientherapeutin war das. Und die war eine sehr nette Frau und obwohl ich mich da eigentlich recht sicher gefühlt habe, bin ich in den Zustand gekommen. Die Helene Hornich war das.

00:16:18: Roland: Bitte? Die Helene Hornich, genau. Und sie hat mich dann gefragt, ist das… Ein wunderbarer Mensch und Therapeutin.

00:16:26: Sabine: Und sie hat mich ganz liebevoll gefragt und hat sozusagen wieder reanimiert. Also reanimieren ist wirklich ein gutes Wort dafür, weil ich habe fast nicht mehr geatmet. Und dann hat sie gesagt, was ist das für ein Zustand? Passiert dir das öfter? Und dann haben wir über das gesprochen und dann ist mir aufgefallen, das ist eigentlich… Ja, eigentlich muss ich da schon etwas machen. Weil ich habe nicht immer die Helene Hornich bei mir sitzen, die dann sagt, hallo, was ist mit dir? Bewege dich, atme. Und da habe ich mir das angewöhnt, dass ich das mache, dass ich dann sage, Sabine, Überlebensmodus, bewege dich. Also was mir hilft, eben Bewegung, rausgehen aus dem Zimmer, ein Glas Wasser trinken, mich selber reanimieren. Und wenn ich dann wieder reinkomme, dann habe ich auch meine Sprache wiedergefunden und dann kann ich auch sagen, was mich jetzt stört. Und das hat aber auch viele Jahre gedauert und jetzt geht das manchmal in Sekunden. Aber diese erste Reaktion kann ich ja fast nicht stoppen.

00:17:27: Roland: Wenn du schon einige Folgen von uns dir angehört hast, hast du vielleicht die Folge gehört mit dem Boykott-Teuferl. Die Sabine hat jetzt gerade beschrieben, dass dann das Boykott-Teuferl in dem Fall, dass die Schildkröte das Kommando übernimmt, diese Kompetenz, dieses bewusste Ich, das gibt dann die Antwort und sagt auch, also in meinem Fall sagt es dann zu mir, du, wenn du so herumschreist, dann wirst du zu dem überhaupt nicht kommen. Das ist dann schon dieses tiefe War Ich und das Boykott-Teufel sagt, nein, nein, das geht nicht. Vielleicht ist euch ja schon aufgefallen, dass wir jedes Mal in den Shownotes auch die Bezüge herstellen zu anderen Folgen. Und in dem Zusammenhang ist vielleicht auch gut, wenn du dir das anhörst, die Folge Sicherheit oder Leidenschaft, was braucht die Liebe oder wie der falsche Zeitpunkt die besten Ideen killt und das Thema Gemeinsamkeiten oder die Gegensätze etc. Ich komme jetzt nochmal zurück, was mir auch ganz wichtig ist. Wir hören ja in unserer Gesellschaft so oft die Frauen und die Männer. Und wir haben ja wirklich, ich sage jetzt mal hunderte, sagen wir, manche sagen tausende, ich sage jetzt mal hunderte Paare gesehen und vor allem, wir leben ja lange schon in einer Beziehung. Was uns auffällt, ist, dass zwei Drittel, kann man schon sagen, Sabine, zwei Drittel der Männer sind Schildkröten, zwei Drittel.

00:19:04: Sabine: Also wir haben uns jetzt keine Statistik aufgeschrieben, aber wenn wir es so schätzen, ist es regelmäßig so, bei unserem Imago-Workshop haben wir so eine kleine Übung, wo wir die Schildkröten und die Hagelstürme jeweils auf eine Seite stellen lassen und da stehen dann zwei Reihen. Und bei den Schildkröten stehen so zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen, so ungefähr. Und bei den Hagelstürmen umgekehrt.

00:19:27: Roland: Und Imago ist eine Methode, die weltweit für Paare angewandt wird. Übrigens auch die Folge zum Thema Imago wäre vielleicht ein wichtiger Hinweis. Und wenn man da die Kolleginnen und Kollegen befragt und wenn man auch sich mit den internationalen Kolleginnen austauscht, kommt man immer wieder darauf, ja das sind circa zwei Drittel. Also zwei Drittel der Männer sind Schildkröten, ein Drittel sind sie Hagelstürme. Ich gehöre zum Beispiel zu diesem Drittel. Zwei Drittel der Frauen sind Hagelstürmerinnen und ein Drittel Schildkröten.

00:20:08: Sabine: Also das heißt bei uns, wir gehören zu diesem einen Drittel, wo ich als Frau eher eine Schildkröte bin, halt schon elaboriert. Und du ein Hagelsturm, ein elaborierter Hagelsturm auch, wohlgemerkt. Und was ich euch auch noch sagen möchte, für euch, die uns zuhören, das kann in einem anderen Kontext ganz anders sein. Also ich kann zum Beispiel im Job, dann ist vielleicht dieser gleiche Mann, der zu Hause dann sich zurückzieht und nichts sagt im Konfliktfall, also Schildkröte ist, der gleiche Mann kann im Job totaler Hagelsturm sein und sehr nach vorpreschen. Also das heißt, das ist jetzt keine Festschreibung, sondern es kommt eben auf die Dynamik einer Beziehung an. Wer ist Schildkröte, wer ist Hagelsturm?

00:20:52: Roland: Sabine, das beobachten wir auch und auch bei uns. Und auch wenn man den Fernseher auftritt und sich zum Beispiel Paare in der Politik anschaut, es ist schon oft so, dass dann, wenn man in der Beziehung ein Hagelsturm ist, ist man es meistens auch im Beruf oder insgesamt in der Familie. Also das sind schon die Tendenzen, warum auch. Und das ist wichtig, dass du, wenn du dazu hörst, dass du auch weißt, ob man Schildkröte und Hagelsturm wird oder eben ist Schildkröte auch Minimieren genannt und der Hagelsturm Maximierer, das ist oft schon sehr früh als Kind, in der Kindheit angelegt. Wenn man beschließt als Kind, okay ich finde mich damit ab, dann ist schon ein Weg geebnet, Schildkröte zu werden. Und wenn ich beschließe, ich lasse mir das nicht gefallen, ich kämpfe, dann wird der Hagelsturm angelegt.

00:21:50: Sabine: Und oft ist ja so, wenn Geschwister sind, wenn mehrere Kinder sind, dass die, das eine Kind ist mehr ein Hagelsturm, das andere ist eher Schildkröte. Hat ein bisschen was mit dem Temperament zu tun, aber es heißt noch lange nicht, dass jemand auch nicht kommunikativ ist. Nur der hat halt im Stress dann eher die Tendenz, sich zurückzuziehen und zu schweigen.

00:22:11: Roland: Ich finde es sehr spannend. Ich bin der Jüngste, ich habe drei ältere Schwestern und ich würde sagen, meine drei Schwestern sind eher alle drei Schildkröten. Was suche ich mir aus? Eine Schildkröte und bin der Hagelsturm. Und in meinem Leben, ich sage jetzt wirklich in meinem Leben, war eher mein Vater der Hagelsturm. Das heißt, ich bin da auch meinem Vater ähnlich, meine Mutter die Schildkröte. Ich sage jetzt in meinem Leben, weil meine Schwestern haben das, soweit ich, mit einer habe ich mich einmal darüber ausgetauscht, auch ganz anders sehen können. Das hängt aber auch damit zusammen, dass ich zum Beispiel, meine älteste Schwester ist zehn Jahre älter als ich. Das heißt, da gibt es auch eine andere Elterndynamik.

00:22:56: Sabine: Ja und in meiner Familie, das ist wirklich so eindeutig, dass meine Mutter wirklich ein super Hagelsturm war und die ist nach vorgeprescht und hat Vorwürfe gemacht und war laut. Und mein Vater ist verstummt. Der hat gar nichts gesagt. Und ich habe irgendwie verstanden, dass er gar nichts mehr sagen kann. Ich hätte es gerne gehabt, dass er mich manchmal verteidigt, aber er hat nichts gesagt. Und ich habe begonnen, mehr und mehr ihn zu kopieren. Also ich habe mir das von ihm abgeschaut. Dieses, ich sage gar nichts und bin eher defensiv und schaue, dass ich da irgendwie möglichst davonkomme.

00:23:35: Roland: Fällt mir der eine Bruder von dir ein, der ist genau das Gegenteil von dir.

00:23:39: Sabine: Ja genau, der spiegelt mir unsere Mutter.

00:23:42: Roland: Interessant. Und wir haben uns gefunden, Sabine und ich. Und am Anfang ist es ja nicht so aufgefallen, wenn man in der Verliebtheit ist. Ihr wisst schon, man hat ja die rosa Brille auch auf. Man ist übrigens auch eine sehr spannende, finden wir, Folge zum einmal reinhören.

00:24:01: Sabine: Wenn man diese rosa Brille aufhat, gefällt einem genau das ja so gut. Das ist ja das Tolle. Mir hat es ja so gefallen, dass du sofort reagierst und nach vor gehst, und was machst. Und wenn es dann gegen mich ist, ist es nicht so toll. Aber das hat mich sehr fasziniert. Oder wenn jemand mir etwas tun will, mir etwas zu leiden tun will und aggressiv ist, dann bist du sehr schnell da, aktiv zu sein, Energie zu maximieren.

00:24:26: Roland: Genau. Also mit der rosa Brille hat die Sabine das auch ein Stück faszinierend bei mir erlebt. Ein paar Wochen, Monate später hat sie festgestellt, dass ich in dieser Dynamik etwas mit ihrer Mutter ähnlich habe. Und das hat natürlich die Nähe, um es ein bisschen humoristischer auszudrücken, weil die Erotik nicht sehr gefördert. Und das ist oft, glaubt man ja dann, man gruppiert eher die Männer dem Vater oder die Frau und die Mutter. In dem Fall sieht man bei der Sabine, sie hat sich das eher, dieses Schildkrötenartige Verhalten von ihrem Vater abgeschaut.

00:25:06: Sabine: Mich hat fasziniert, dass ich dann ruhig und überlegt bin und wenn irgendwas schwierig ist, stressig ist, dann überlege ich mal.

00:25:13: Roland: Sehr, sehr, sehr weise, weil sie sich schon über Jahrtausende weiterentwickelt haben.

00:25:18: Sabine: Du bezeichnest es als weise, ich bezeichne es auch manchmal als ein bisschen langsam.

00:25:23: Roland: Du hast einmal gesagt, fad.

00:25:24: Sabine: Und wenn ich im Stress bin, dann muss ich, wie viel haben wir gestritten darüber, dass ich gesagt habe, du bist jetzt zu schnell. Da habe ich mich ja so aufgeregt, weil ich, Gott, was macht der, was hat er entschieden? Nein, ich komme unter die Räder. Du bist viel zu schnell. Was mich am Anfang fasziniert hat, habe ich dir dann vorgeworfen und hat mich voll gestresst. Naja, und warum erzählen wir euch das alles? Was so wichtig ist zu verstehen, dass der andere ein bisschen anders funktioniert als ich. Und was ich zum Beispiel lange gebraucht habe zu kapieren, wenn du etwas sagst, ist es manchmal ein bisschen übertrieben.

00:26:01: Roland: Man muss sich beim Hagelsturm, beim Hagelsturm muss man einiges wegnehmen. Also wir haben eine sehr liebe Freundin, die, wenn der Ober oder die Kassiererin nicht gleich das macht, was sie will, dann boom. Und dann müsste die Kassiererin sagen, liebe Dame, nehmen Sie ein bisschen was raus von dem ganzen Ort. Das darfst du einem Hagelsturmer gar nicht sagen.

00:26:23: Sabine: Du hast das Gefühl, es geht ums Überleben. Wenn die das jetzt nicht sofort bringt, dann ist alles vorbei.

00:26:30: Roland: Und umgekehrt.

00:26:30: Sabine: Ich muss das Schildkröte mal übersetzen und sagen, okay, so dramatisch ist es nicht. Es geht ja nur um dieses Getränk, das nicht gebracht wurde. Es geht nicht ums Überleben. Also als Schildkröte gilt es zu lernen, der Hagelsturm funktioniert anders als ich. Und wenn der was sagt, darf man das nicht 100 Prozent 1 zu 1 ernst nehmen, sondern kann sagen, ich nehme da ein bisschen was weg. Das war jetzt ein bisschen übertrieben. Die Gefühle waren übertrieben. Die Aussage war ein bisschen übertrieben. Ich kann ein bisschen was runternehmen davon.

00:26:59: Roland: Und ich als Hagelsturm, muss lernen, dass die Schildkröte aufgrund dieser Verängstigung sich in den Panzer zurückzieht und nur einen Teil von dem wiedergibt, was da zu sagen wäre. Und dass man ein bisschen die Sicherheit erhöht, um dann das Komplette zu bekommen. Also das Ganze, was ja in der Verliebtheit wir auch gehabt haben.

00:27:23: Sabine: Also zum Beispiel die Schildkröte dann mit einem Salatblatt herauszulocken. Schau, ich bin da, ich bin sicher, da hast du ein gutes Salatblatt. Komm raus wieder mit deinem Kopf und sag, was los ist.

00:27:35: Roland: Ihr habt sicher schon in unseren Folgen mitbekommen, dass wir immer wieder davon sprechen, über das Bewusstsein. Und wenn ich mir bewusst bin, kann ich auch mein Selbstbewusstsein entwickeln, wahrnehmen. Die Folge Schildkröte-Hagelsturm, beziehungsweise den Stresstest, wieviel Schildkröte bist du, dient weniger, um jetzt Antworten zu finden, die ganz konkret jetzt in irgendeiner Beziehungslösung führen, sondern dich auch ein bisschen milder zu stimmen. Nämlich für deine Partner und Partner sagen ja, wenn der Hirnstamm meldet, Gefahr und wir sind Gefahren für unsere Partner und Partnerinnen. Also falls du das noch immer glaubst, du bist für deine Partner und Partner keine Gefahr. Du bist es, weil ich zum Beispiel bin schon alleine deswegen Gefahr, weil in meiner Hagelsturmart bin ich meiner Schwiegermutter ähnlich und wer meine Schwiegermutter gekannt hat, weiß, wenn Angriff war, dann war Angriff. Das heißt, Sabine hat sich da, das war auch gut, weil wenn zwei Hagelstürme zusammenkommen, ihr kennt das, wenn zwei Leute aus dem Auto springen, die gerade der Meinung sind, der andere hat was falsch gemacht, dann wisst ihr, wie das oft endet.

00:28:52: Sabine: Ja, da kann es ordentlich zur Sache gehen und ganz ordentlich clashen. Das heißt, es ist auch gut, dass diese zwei Temperamente oder diese zwei Reaktionsmuster aufeinandertreffen, weil sonst, wenn ja zwei Hagelstürme sind, dann clasht es total und wenn zwei sind, die sich zurückziehen und schweigen, dann passiert nichts, wenn da zwei Schildkröten aufeinander kommen.

00:29:10: Roland: Es braucht wirklich beides.

00:29:13: Sabine: Es braucht beides.

00:29:14: Roland: Das ist übrigens auch interessant, wir haben Freunde, zum Beispiel der Martin Rotter, der sehr viel mit, auch mit Imago arbeitet, im Unternehmensbereich, der erzählt uns dann oft, wenn es in einem Team, man hat 30 Leute im Team und es sind 25 Schildkröten und nur fünf Hagelstürme, das kommt genauso wenig gut, wie wenn es 25 Hagelstürme sind und so wenig Schildkröten.

00:29:42: Sabine: Also so eine Mischung ist das Beste. Die einen, die ein bisschen bremsen und sagen, Moment, Moment, nicht so schnell, nicht so viel, da muss ich mir erst überlegen, das ist sonst too much. Und die anderen, die nach vor gehen und sagen, ja, das können wir machen, Innovation. Und die auch diese Energie und dieses Temperament einbringen und diese Mischung macht es dann aus.

00:30:03: Roland: Nun nennen wir es ja auch dynamisches Duett. Ich lade dich ein, wenn du nicht gerade am Steuer sitzt, kurz die Augen zu schließen. Und so, du erinnerst dich vielleicht, wir haben schon oft davon gesprochen, diesen Theaterblick einzunehmen. Setz dich ins Theater und in diesem Theater, wo du jetzt in der ersten Reihe Fußball sitzt, spielst du das Stück deiner Beziehung. Deine Beziehung siehst du da auf der Bühne. Und wenn du auf dich schaust, wenn du dich selbst beobachtest, würdest du sagen, du bist eher ein Hagelsturm oder eher eine Schildkröte. Und vielleicht gelingt es dir auch zu sehen, was ist denn eigentlich die wirkliche Not von dir und was ist die wirkliche Not von deiner Partnerin, Partner. Und wenn du das herausgefunden hast, dann hast du schon viel, viel, viel für die Beziehung als neue Basis.

00:31:08: Sabine: Unsere Erfahrung ist, dass die Not meistens die gleiche ist. Das Thema ist meistens dasselbe. Die Reaktionsmuster sind unterschiedlich, gegensätzlich meistens. Aber die Not, die dahinter ist, das Thema, das da im Hintergrund diese Gefahrenstimmung auch auslöst, ist meistens dieselbe. Und damit sind wir schon wieder bei den Seelenverwandten. Und da haben wir eine eigene Folge darüber aufgenommen, über die Seelenverwandtschaft. Weil das ist oft wirklich frappierend, wenn wir dann nachfragen, was ist denn deine größte Angst? Und dann kommen sehr ähnliche Statements.

00:31:48: Roland: Ja, ihr Lieben, wir hoffen, ihr habt das eine oder andere mitnehmen können. Wenn du gerade nicht in einer Beziehung lebst, kannst du vielleicht auch so rückblickend schauen, wie war es damals? Warst du eher Schildkröte oder Hagelsturm? Und wenn es sich gerade nicht eindeutig festmachen lässt, sowohl vielleicht in einer frühen Beziehung als auch jetzt, wo du jetzt in einer Beziehung bist, dass du sagst, ich kann das gar nicht sagen. Vielleicht am allerwichtigsten noch einmal zu betonen ist, schau dir das an, wie er vor allem im Stressmoment reagiert. Vielleicht im Alltag kann es einmal ganz anders passieren, wo jetzt vielleicht noch nicht so Stress ist. Aber was passiert, wenn wirklich du merkst, du fühlst dich bedroht? Wo geht deine Tendenz hin? Und wenn du magst, besprich das mit deiner Partnerin, deinem Partner, was du jetzt vielleicht gerade in dieser Folge für dich oder über euch entdeckt hast. Und wenn du in keiner Beziehung lebst, dann hast du vielleicht eine gute Freundin oder Freundin, weil da passiert sehr oft auch, dass Schildkröten und Hagelstürme zusammenkommen.

00:32:56: Sabine: Ja, und wir wünschen dir, dass du mit diesen Gegensätzen gut leben kannst. Sei es jetzt, dass eine Schildkröte auch dann lernt, ich muss mich auch bewegen, ich muss rauskommen aus dem Panzer, so gefährlich ist es ja nicht. Ich lerne zu reden und der Hagelsturm zu sagen, ja, ich zügle mein Temperament. Ich lerne auch zu warten. Ich warte, bis der andere mir wirklich zuhört, weil das ist nämlich auch eine Geschichte, dass die Hagelstürme zwar laut sind, aber manchmal auch nicht gehört werden. Und sich dann mit einem Tempo drosseln und dann aber auch gehört zu werden, sich dann auch gehört zu verschaffen. Wir wünschen dir, dass du gut leben kannst mit diesen Gegensätzen und dich und den anderen Part wertschätzen kannst auch. Wir lieben. Habt viel Spaß dabei und macht es gemeinsam.

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