Erholsam urlauben trotz Beziehung
Shownotes
In dieser Podcastfolge erfährst du, wie Paare und Familien ihren Urlaub wirklich genießen können, welche Rolle dabei ein bisschen Abstimmung vorab einnimmt und wie Leseratten und Abenteurer auf derselben Reise zueinanderfinden.
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Produktion: Umsetzerei Wien
Das Kleingedruckte ganz normal groß – Disclaimer, unsere Fallbeispiele betreffend:
In unserem Podcast geben wir im Sinne der Praxisnähe und Verständlichkeit immer wieder Fallbeispiele. Unser oberstes Anliegen ist es auch dabei stets, die therapeutische Schweigepflicht sowie die Privatsphäre aller Klient:innen zu jedem Zeitpunkt zu wahren.
Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir a) jeweils zur Erzählung des Erlebten autorisiert wurden und b) alle Details, die einen Rückschluss auf konkrete Personen, Namen, Orte etc. ermöglichen könnten, abändern.
Sollten Sie also den Eindruck haben, in einer unserer Schilderungen eine bestimmte Person zu erkennen, so liegt das wohl daran, dass wir Menschen, so verschieden wir sein mögen, oft überraschend ähnliche Probleme und Ressourcen haben.
Transkript anzeigen
00:00:08: Sabine: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Liebesdoppel.
00:00:11: Roland: Der Podcast fürs Zwischenmenschliche.
00:00:14: Sabine: Hier sind die Bösels, mein Name ist Sabine Bösel.
00:00:16: Roland: Und mein Name ist Roland Bösel
00:00:18: Sabine: Und wir sprechen heute über das Thema Erholsam Urlauben trotz Beziehung. Geht das?
00:00:30: Roland: Ja, willkommen bei unserem Podcast und heute haben wir uns vorgenommen, über ein schönes Thema zu sprechen, um das Thema Urlaub in Vorbereitung zu unserem Podcast haben wir so ein bisschen herumgefragt und da kann man sagen, gibt es zwei Grundtypen von Menschen. Die einen, die sagen, die das ganze Jahr daran denken, wie wird es sein im Urlaub. Das heißt, die leben elf Monate fast nicht und dann muss in dem einen Monat vielleicht auf einmal vier Wochen, fünf Wochen oder auf zwei und drei Wochen, da muss das alles da rein, was das ganze Jahr nicht gelebt wird. Und die anderen, das kannst du überprüfen, zu welchen Typos du gehörst, sagen, wie bringe ich diese vier bis fünf Wochen rum, wo ich mit meiner Frau, mit meiner Familie bin und dann kann ich wieder schön leben. Also die einen, die sich darauf freuen und die anderen, wie kann ich das nur überstehen.
00:01:29: Sabine: Du meinst, weil so viel Nähe dann aufkommt?
00:01:31: Roland: Zum Beispiel.
00:01:33: Sabine: Wenn man sich dann so eingesperrt fühlt und seine Freiheit beraubt und seinen Auswegen, Ausflüchten beraubt ist oder wie?
00:01:39: Roland: Ja oder zu sagen, ja jetzt, Schatzi, wir müssen reden, jetzt haben wir Zeit. Das kann natürlich eine Einladung oder eine Drohung sein.
00:01:49: Sabine: Der Gegenpart dazu ist dann die Person, die dann sagt, endlich, jetzt können wir reden und jetzt habe ich auf jeden Fall Zeit, weil da gibt es jetzt keine Ablenkungen mehr. Jetzt sind wir sowieso zusammen. Am besten auf einer Insel, wo man schwer wegkommt.
00:02:04: Roland: Da gibt es diesen herrlichen Karton, wo ein Paar auf einer kleinen Insel ist und dann kommt sein Mann, wird angespült und sie ziehen ihn raus und er sagt, ich bin Paartherapeut und sagt sie, aber was haben wir für ein Glück und der Mann steht daneben und sagt, Katastrophe. Also weil er weiß, jetzt muss er Beziehungsarbeit machen.
00:02:28: Sabine: Na gut, aber es gibt Leute, die freiwillig mit uns auf die Insel fahren.
00:02:32: Roland: Ja, das stimmt.
00:02:33: Sabine: Das ist echt.
00:02:34: Roland: Einmal im Jahr.
00:02:34: Sabine: Und die wissen aber, dass der Flieger nicht so oft geht. Inzwischen gibt es mehr Flüge, aber früher war es wirklich nur einmal die Woche der Flug. Es gab wirklich Leute, die sich dafür angemeldet haben und die sich darum gerissen haben. Das sind lauter mutige Leute.
00:02:48: Roland: Aber Sabine, das wollten wir eigentlich nicht reden. Wir wollten reden, wie kann man Urlaube als Paar oder Familie gestalten, dass sie auch wirklich einen Erholungswert haben und ich lade dich ein, wenn du da jetzt zuhörst, für einen Moment, wo du auch in der Lage bist, deine Augen zu schließen oder dich entspannt, wohin zu setzen oder wenn du gerade beim Laufen bist, während du diesen Podcast hörst, dir so herzuholen, wie waren deine letzten Urlaube? Und das kann ein Urlaub sein mit deiner Partnerin, mit deinem Partner, mit deiner Familie, also du mit Partnerin, Partner und Kinder, aber vielleicht auch du mit Partner, Partnerin und Großfamilie. Sowas gibt es ja auch. Und vielleicht lebst du derzeit alleine, ohne Partnerschaft, also nicht in einer Partnerschaft und dir herzuholen, wie waren deine letzte Urlaube? Das macht ja auch Sinn, da genau hinzuschauen oder auch zu schauen, wie war es in deiner letzten Beziehung, wo es vielleicht gerade da auch immer wieder Konflikte gab oder wie manche sagen, ja im Urlaub haben wir es immer gut gehabt, aber im Alltag nicht. Also dass, wo auch immer du bist, dass du jetzt dich so hineinfühlst, wie waren deine letzten Urlaube? Und kannst du sagen, dass diese letzten Urlaube oder der letzte Urlaub dich genährt hat und dich auch inspiriert hat? Ich glaube, wir glauben, Sabine und ich, dass Urlaube, jetzt sind wir wieder an unserem Lieblingspunkt, was auch der Gerald Hütter sagt, die zwei wichtigsten Pole, die wir im Leben brauchen, sind einerseits Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit und Verbindung, Verbindung, Verbindung.
00:04:37: Sabine: Einerseits, andererseits Abenteuer, Abwechslung, irgendwas Neues ausprobieren, über sich hinauswachsen, sich weiterentwickeln, sich entfalten, also etwas Neues zu machen, was auch aufregend ist und wo man aus der Komfortzone rauskommt. Das ist das, was uns Menschen glücklich macht, wenn wir beides haben. Also was Neues zu lernen auch, in so einem Lernmodus zu sein und zu sagen, ich probiere das, ich habe das geschafft. Das sind auch die Dinge, an die man sich dann auch erinnert nachher.
00:05:07: Roland: Mir fällt jetzt gerade ein, du hast vorhin davon gesprochen, dass wir einmal im Jahr mit dem Paaren nach Zakynthos fliegen und für die, die es nicht wissen, wir fahren dorthin in die sogenannte Sommerakademie. Die Sommerakademie gibt seit fast 35 Jahren einen Ort auf Zakynthos, wo du Kurse besuchen kannst und das Tolle ist, du kannst dich dort besuchen, einmal, zweimal am nächsten Tag gehst du aber wieder nicht hin, kannst einmal ausprobieren und es sind Kurse wie Musizieren, Malen, Tanzen, Trommeln, Yoga, Pilates, Schmuckgestaltung, Töpfern, Aquarell, Abzeichnen, was gibt's, Bogenschießen, Laufen, Radtouren, Volleyball spielen.
00:05:56: Sabine: Das Tolle daran, eben dort ist diese Mischung für mich jetzt und ich glaube auch für dich und unsere Kinder waren damals auch mit in der Hauptsaison im Sommer. Was das Tolle ist daran, wir haben alle uns was ausgesucht, einen Kurs, wo wir auch was lernen konnten und wo wir was Neues ausprobiert haben, inklusive die Krisen, die man dann zwischendurch hat. Also ich habe jede Woche irgendwas gehabt, wo ich dachte, wie mache ich das jetzt. Also ich habe sehr gerne Silberschmuck gemacht, das war eine große Geschichte für mich und das war für mich wirklich, also wenn das dann so halbfertig war, oft einmal habe ich dann voll die Krise gekriegt, weil das irgendwie nicht gelungen ist und am Ende der Woche, wenn das Stück dann fertig war, war ich so stolz, weil ich über mich hinausgewachsen bin.
00:06:42: Roland: Genau und warum fällt uns das jetzt gerade ein, weil, also in dem Fall ist ja mir eingefallen, Sabine, aber du hast es ja vorher schon erwähnt, wegen der, bei dem Pass immer noch Zakynthos oder wie die Griechen sagen, Zakynthos, weil dort ein Platz ist, wo eben das in Balance ist. Du hast einerseits die Sicherheit, es ist dort ein gewisses Maß an Zivilisation, wo ganz viel Verbindung ist und gleichzeitig hast du die Freiheit, dich da frei zu bewegen und du kannst die Kurse besuchen oder auch nicht. Manche gehen in den Strandkurs, unter Anführungszeichen. Ja, Strandkurs ist auch gut. Aber da hat man keinen Kursleiter, das macht man für sich allein, aber diese Mischung aus Nähe, Verbindung, einerseits, andererseits Inspiration, Abenteuer und das braucht, unserer Meinung nach, von Sabine und von mir auch für den Urlaub. Und jetzt komme ich noch mal zurück, das war so ein kleiner Einschub, hol dir denn die letzten Urlaube her, was war es für dich, war da für dich dabei, Sicherheit und Verbindung?
00:07:51: Sabine: Und war auch genug Abwechslung, Neues, Abenteuerliches, wo du über dich hinausgewachsen bist oder dich ein bisschen aus der Komfortzone heraus bewegt hast und der eine braucht ein bisschen mehr davon und der andere weniger. Es kann ja auch zum Beispiel, das Abenteuer kann ja auch im Kopf sein, dass ich sage, ich habe jetzt dieses urspannende Buch und in dieses Buch versinke ich jetzt.
00:08:12: Roland: Das heißt, wenn du dir diese letzten Urlaube hernimmst, wie schaut dein Resümee aus und wo war es vielleicht zu viel und wo war es zu wenig? Kannst du das vielleicht spüren, wo hast du vielleicht auch nicht gesagt zu deiner Partnerin, deinem Partner oder auch zu der ganzen Familie, ich brauche da mehr Verbindung, ich brauche Gespräche, ich brauche, dass wir was gemeinsam unternehmen oder hast du es verabsäumt zu sagen, ich brauche da auch einmal alleine laufen, zu gehen am Strand, über die Nacht eine Wanderung zu machen, wo die anderen alle sagen, ich will nicht über Nacht eine Wanderung machen. Hast du da für dich das gut, dir auch eingeteilt und dir eingestanden, was du willst? Mit dieser Rückblende kannst du sagen, was du von deinem nächsten Urlaub dir erwünscht und das wäre schon unser erster Punkt, den wir dir jetzt mitgeben, wenn du mit einer Partnerin, Partner, mit deiner Familie auf Urlaub fährst, zu schauen, was sind deine Erwartungen, was soll passieren und was soll nicht passieren und das kann aufbauend sein auf das, was du jetzt gerade in dieser kurzen Nachspüren, wo du drauf gekommen bist, da habe ich eigentlich noch immer eine große Sehnsucht, das ist nicht passiert oder das ist viel zu viel passiert. Das heißt, sich darauf einzustimmen, dass es dir nicht so geht, wie mir, fällt mir gerade ein, so wie, kannst du dich erinnern, wir sind mit Susi und Joe, haben wir gesagt, wir fahren mit dem Zug, also ich dachte ja, wir fahren nach Kopenhagen, ich habe nur irgendwann, ich habe Amsterdam und Kopenhagen komplett verwechselt, kannst du dich noch erinnern? Und dann haben wir gedacht, wie ich dann in Amsterdam war, die Stadt schaut irgendwie anders aus, aber innerlich, warum auch, ich habe mich nicht gescheit damit beschäftigt. Ich wollte wahrscheinlich wirklich nach Kopenhagen, weil ich kannte sowohl Kopenhagen als auch Amsterdam, aber zu der Zeit, es sind beides tolle Städte, ich war nicht sehr gut vorbereitet.
00:10:30: Sabine: Du warst nicht so gut vorbereitet, genau.
00:10:33: Roland: Und dementsprechend war dann auch ein bisschen die Reise davon geprägt, abgesehen, dass wir alle vier immer wieder ein bisschen krank waren, es hat bei mir ein bisschen mit dem Commitment gefehlt, weil ich auch nicht eingestimmt, ich sage es gerne lieber auf Englisch, eingetuned war. Das heißt, wenn du deine nächste Reise planst, schau mal, wo willst du hin und was willst du dort erleben?
00:10:59: Sabine: Ja, und wie ich das mache, wenn ich in eine Stadt fahre, ich mache dann noch einen Exkurs, wie ich früher war, jetzt bin ich schon ein Stückchen weiser.
00:11:07: Roland: Du wolltest gerade sagen, weil früher hast du mehr gekauft.
00:11:09: Sabine: Ja, ich kaufe mir einen Reiseführer, meinen Lieblingsreiseführer, den ich gerne lese und den tue ich so querlesen und da stehen auch zum Beispiel so Sachen, so Rubriken, was sie unbedingt gesehen haben sollten und das schaue ich mir mal kurz an und dann entscheide ich mich und zum Beispiel jetzt, um bei Amsterdam zu bleiben, hat unsere Freundin Susi gesagt, sie will auf diesen speziellen Flohmarkt und dann haben wir gesagt, ja okay, machen wir und das andere war dieses Graffiti-Museum und das ist recht weit draußen auf einer Insel, da fährt man relativ weit raus. Zu dem Zeitpunkt habe ich dann schon verstanden, dass es in Amsterdam geht. Hast du schon gewusst, ja, okay. Und das ist ein Graffiti-Museum, also riesige Hallen, so Fabrikhallen, wo diese Graffitis sind und das hat uns alle fasziniert, weil sowas habe ich überhaupt noch nie gesehen. Und das ist genau das, darum weiß ich es jetzt auch, weil es mich fasziniert hat und das ist dann das, was ich dann nach Wien mitnehme und mir denke, wow, das war wirklich interessant. Ich habe mich noch nie mit dem so beschäftigt, mit dieser Kunst.
00:12:09: Roland: Gut, was sagst du mir und allen unseren Hörern, Hörer da jetzt gerade, also ich höre daraus, du sagst ein bisschen vorbereiten, sich ein bisschen einlesen, was ist das Sehenswerte, wobei ich muss gleich dazu sagen, ich bin da anders gestrickt wie die Sabine. Ich lasse lieber lesen, lasse mich dann überraschen. Früher, ganz früher war ich dann manchmal, warum haben wir uns das jetzt nicht angeschaut, habe ich Vorwürfe gemacht oder warum haben wir uns so viel angeschaut, aber mittlerweile bin ich, haben wir uns dazu arrangiert, dass du dir das gerne mal anschaust und ich mich dann auch von dir mitnehmen lasse.
00:12:49: Sabine: Und das Gegenbeispiel, das wollte ich nämlich vorher erzählen, wie wir in Florenz waren, du erinnerst dich sicher dran.
00:12:54: Roland: Das war aber super, das war super.
00:12:56: Sabine: Ja, ich finde, dass ich das ziemlich übertrieben habe mit meinem, da habe ich nämlich drei Reiseführer bei der Hand gehabt.
00:13:03: Roland: Ach so, das hast du.
00:13:04: Sabine: Wir haben es abgearbeitet. Du, du hast es abgearbeitet. Ja, ich habe das so in Erinnerung, dass ich es wirklich abgearbeitet habe. Ich habe nicht eines rausgenommen. Gut, in Florenz gibt es halt wirklich Kunstschätze ohne Ende und ich habe es nach der Liste abgearbeitet und ich weiß noch genau, wir hatten so ein Zimmer, ein ziemlich billiges Zimmer, wir waren jung, wir haben wenig Geld gehabt.
00:13:23: Roland: Sehr wenig.
00:13:24: Sabine: Und das Zimmer dann in den dritten Stock hinauf gehatscht, natürlich keine Rede von Lift.
00:13:28: Roland: Das Zimmer war an dem absoluten Verkehrsknotenpunkt.
00:13:31: Sabine: Ja, das war das eine.
00:13:32: Roland: Laut, laut, heiß.
00:13:33: Sabine: Es war laut, also entweder hat man zugemacht das Fenster, dann war es so heiß, dass man nicht schlafen konnte oder man hat das Fenster offen gehabt, dann war es saumäßig laut, weil die LKWs da um die Kurve gefahren sind. Und ich weiß noch, dass mein Kreislauf beim Stufenraufgehen, mir war es so heiß und mein Kreislauf war so schlecht, dass ich da fast nicht raufgekommen bin.
00:13:53: Roland: Aber damals warst du 20, ja?
00:13:55: Sabine: Ich war sehr jung und der Kreislauf war nicht so, mir hat die Hitze total zu scharf gemacht.
00:14:01: Roland: Ja, aber was willst du mir damit sagen?
00:14:03: Sabine: Ich habe es übertrieben mit meinem Herumrennen. Und im Nachhinein, aber wir haben das damals noch nicht gemacht, heutzutage machen wir das, wir haben im Nachhinein nicht eine Auswertung gemacht, was war jetzt gut, was war nicht so gut.
00:14:14: Roland: Oh ja, ich erinnere mich, Sabine, du hast zu mir gesagt, am Ende des Urlaubs, das kann ich mir noch erinnern, du hast gesagt, ich wusste nicht, dass auch ein Mann gerne einkaufen geht. Kannst du dich noch erinnern?
00:14:25: Sabine: Das kann ich mich nicht mehr erinnern, nein.
00:14:26: Roland: Ja, weil ich habe das so geliebt und liebe es nach wie vor, nicht jetzt exzessartig, aber ich liebe es, mit dir durch eine Einkaufsstraße zu gehen, möglichst eine vielleicht ein bisschen ausgefallene, und so auf die Suche nach etwas Ausgefallenem zu gehen, das möchte ich dir, liebe Frau, erzählen. Ich kannte das überhaupt nicht. Das ist auch etwas, was uns Sabine und ich erarbeitet haben, wenn wir es will oder geschaffen haben. Ich kannte das von meinen Eltern nicht.
00:14:57: Sabine: Ja, und dieses Einkaufen gehen, an das Florenz daran erinnere ich mich nicht, aber dass wir das gerne machen im Urlaub, ist ein Teil, den wir gerne machen.
00:15:04: Roland: Ich erinnere mich gut, weil du hast viel angekauft, Sabine.
00:15:08: Sabine: Aber da hast du mich dann wahrscheinlich von meinem Reiseführer irgendwie losgeeist.
00:15:13: Roland: Ich weiß noch, du hast gesagt, jetzt haben wir schon so viel Geld ausgegeben, aber es war so eine Freude, weil im Urlaub ist man auch so entspannt, und es war Italien und es war Urlaub, und du hast dir auch schöne Sachen gekauft, und wir waren ja darauf aus, auch etwas Günstiges zu finden, und da gab es damals in Italien noch einiges zu. Da gab es wirklich Schnäppchen.
00:15:35: Sabine: Das gehört bei uns eigentlich auch zum Urlaub, zum Städteurlaub wohlgemerkt, dass wir auch sagen, wir gehen auch einkaufen und schauen, es steht ja auch im Reiseführer oft, welche Straßen gut sind.
00:15:47: Roland: Das heißt, Sabine, was wir allen mitgeben ist, auch einmal zu überlegen, will ich heuer zum 37.000. Mal einen Bergwanderungsurlaub machen oder will ich zum 37.000. Mal eine Städtetour machen. Das heißt, vorher abstimmen, und da gibt es ja oft kein Kompromiss. Man kann nicht sagen, wenn der eine in die Stadt will und der andere am Berg.
00:16:11: Sabine: Naja, wenn ich das Gefühl habe, ich brauche Erholung, wäre eine Städtereise nach Florenz im August, ist glaube ich nicht das Richtige, um sich zu erholen.
00:16:19: Roland: Für dich, ich kann mir das gut vorstellen.
00:16:22: Sabine: Ich fahre gerne auf Städtereisen, aber dann fahre ich im Frühling oder im Herbst zum Beispiel.
00:16:26: Roland: Aber das ist deine Gefälligkeit jetzt. Und ich denke mir, für die Paare und für die Menschen, die uns zuhören, ist wichtig, sich selber einzugestehen, was will ich in meinem nächsten Urlaub mit Partner, Partnerin oder Familie erleben. Und das ist ein wichtiger Punkt.
00:16:45: Sabine: Ja, mit der Familie, dann kommen natürlich, wenn die Kinder noch dabei sind, dann kommen ja noch mehr Bedürfnisse dazu. Und da haben wir für dich, liebe Hörerin, lieber Hörer, haben wir da einen Tipp für euch, wenn ihr mit Kindern auf Urlaub fahrt und wenn die Kinder schon ein bisschen größer sind und sich artikulieren können, zu sagen, dass jeder in der Familie darf sagen, was ist mir wichtig im Urlaub, was wünsche ich mir. Also die Bedürfnisse nämlich im Vorfeld. Nicht, wenn man schon im Auto sitzt, sondern vorher schon zu sagen, was ist für mich wichtig, was möchte ich da erleben.
00:17:16: Roland: Falls ihr aber jetzt im Auto gerade fahrt und im Urlaub seid, ist es auch noch nicht so spät. Idealerweise ist es früh genug abzustimmen. Wichtig ist, dass es überhaupt abgestimmt ist, weil die Kinder sind auch keine Filiale von uns. Die Partnerin, der Partner ist keine Filiale von mir, aber auch nicht die Kinder. Das heißt, jede und jeder hat ein Recht, im Urlaub auch zu sagen, das ist mir wichtig.
00:17:44: Sabine: Auch zu sagen, was mir wichtig ist. Will ich unbedingt Party machen? Will ich Rambazamba haben? Will ich die halbe Zeit unter Wasser verbringen, weil ich einfach eine, wie sagt man, eine Wasserratte bin? Mir haben sie immer gesagt, du bist so eine Wasserratte. Also ich war die Glücklichste, wenn ich in der Früh den Badeanzug anziehen konnte, und die restliche Zeit war ich im Wasser.
00:18:07: Roland: Und das ist jetzt die Challenge, das irgendwie abzustimmen, weil wahrscheinlich sich alles nicht ausgehen wird, zu schauen, aha, das Bedürfnis hast du und dieses Bedürfnis hast du und ich hab dieses Bedürfnis. Wie können wir das abstimmen? Und dass Mama sagt, ja, diesen Tag ist der Fokus, weil das alleine schon noch mit Ortswechsel im Urlaubsbereich verbunden ist. Da nehmen wir heute auf dich den Fokus, will ich gar nicht sagen Rücksicht, furchtbares Wort in dem Kontext, sondern geben den Fokus darauf und morgen ist es das und übermorgen ist es dies.
00:18:44: Sabine: Es gibt Menschen, die brauchen das, dass sie sich anstrengen, dass sie ins Schwitzen kommen, dass man irgendeine Aktivität gemacht hat, damit man das Gefühl hat, okay, nach dieser Aktivität bin ich total entspannt und dann freue ich mich auch, einmal irgendwo herumzusitzen oder einmal zu chillen. Und der andere sagt, nein, ich brauche das nicht. Ich brauche nur einen Liegestuhl und ein gutes Buch, das reicht mir. Und das eben im Vorfeld zu wissen und auch da etwas zu finden, wo jeder auf seine Kosten kommt eigentlich.
00:19:12: Roland: Ja, und das idealerweise im Vorfeld gut abstimmen. Und was mache ich, wenn da jetzt wirklich die Bedürfnisse total aufeinanderprallen, klassisch. Er sagt, ich will auf die Berge und sie sagt, ich will ans Meer. Dann kann man natürlich schauen, ob ich einen Ort finde, der am Meer liegt und Berge verbindet. Doch unsere Meinung, und das kennt ihr von unseren Podcast-Folgen, es sollte da nicht wirklich einen Kompromiss geben, sondern eher zu schauen, wie kann man die Bedürfnisse vielleicht nicht in einem Urlaub, aber in zwei oder drei Urlauben gut verteilt leben. Und zwar, dazu muss ich jetzt etwas sagen, Sabine hat mich ganz am Anfang wirklich nach Florenz, nach Siena, nach Rom verführt. Und dann irgendwann einmal habe ich gesagt, na gut, aber was ist mit meinem Erholungsurlaub? Und dann hat die Sabine mich gefragt, warum willst du denn gern eigentlich an einen See? Und dann habe ich gesagt, ich weiß es eigentlich gar nicht. Und dann bin ich draufgekommen, ich will an einen See, weil das so meine Kindheitserinnerungen sind. Eigentlich will ich gar nicht zu einem See, sondern ich wollte wieder dorthin, wo ich als Kind war. Und es war gut, dass die Sabine mich gefragt hat, weil wir wären wahrscheinlich dann wieder an den Milchstädter See gefahren und ich wäre vielleicht dann auch enttäuscht gewesen. Was wir euch damit mitgeben wollen, überprüft auch, woher dein Bedürfnis kommt. Es gibt Paare, Familien, die fahren seit Jahrzehnten an denselben Urlaubsort. Und wenn man sie dann fragt, warum macht sie das eigentlich? Dann sagen sie, ja, weil das haben unsere Eltern auch schon so gemacht. Und das ist für uns, für die Sabine und für mich, ja, ein Stück auch ein Armutszeugnis. Verzeiht mir, wenn ich das so nenne. Oder es fehlt ein bisschen an Abenteuer. Also, wenn unsere Kinder, die ja mittlerweile erwachsen sind und selber schon Kinder haben, wenn die sagen, sie machen das, weil sie mit uns auch immer dorthin gefahren ist, sage ich, oh je, da haben wir was falsch gemacht. Wenn sie aber sagen, wir fahren dorthin, weil das ein wirklich schöner Ort ist und wir noch weiterhin gern dorthin fahren, weil wir dort schöne Sachen erleben, klingt das für mich anders, obwohl es vielleicht dasselbe ist.
00:21:47: Sabine: Ich bin mit meinen Eltern nach Italien gefahren zu so einem Strandurlaub, wo wirklich diese Liegestühle, Lignano, Sabia Doro, wo die Liegestühle nebeneinander sind und die Sonnenschirme. Und das haben wir zwei nie gemacht. Mir hat das Kind schon gefallen, weil ich einfach gern im Wasser war, Wasserratte. Hauptsache, ich kann ins Wasser und Sand spielen natürlich stundenlang.
00:22:09: Roland: Du hast dein Abenteuer dort gehabt.
00:22:10: Sabine: Ich hab mein Abenteuer dort gehabt, aber jetzt als Erwachsene ist mir das nicht mehr eingefallen, dorthin zu fahren.
00:22:15: Roland: Weißt warum? Weil du nicht mehr Sand spielst.
00:22:17: Sabine: Ich spiele eben nicht mehr Sand. Ich liege auch nicht gerne im Liegestuhl so lang. Ich mag ein bisschen mehr mich bewegen und etwas anderes erleben.
00:22:25: Roland: Okay. Also, wir haben bis jetzt euch mitgegeben, rechtzeitig einander sagen, was ich mir für heuer wünsche. Wir haben gesagt, rechtzeitig auch mit den Kindern abstimmen. Was ist dir im Urlaub wichtig? Und jetzt bist du schon auf Urlaub vielleicht. Bist vielleicht schon an dem Ort. Nein, wir haben vorhin noch was gesagt. Wenn das so different ist, die Bedürfnisse, dass man auch schaut, was ist das tiefere Bedürfnis, um die andere dem anderen wirklich zu verstehen. Weil sonst glaubt man ja, er oder sie macht das nur, weil das eh immer dasselbe ist oder weil ich das eh schon immer haben wollte. Das heißt, zu hinterfragen und auch dem nachgehen, was ist denn dir, warum ist dir das so ein Bedürfnis, das so zu erleben. Das haben wir das.
00:23:14: Sabine: Genau. Und auch zu sagen im Vorfeld, was brauche ich unbedingt. So wie ich gesagt habe, Städtereise, eines raussuchen, was ich unbedingt gesehen haben will. Und wenn ich aber auf Urlaub fahre, zur Erholung, zu sagen, was brauche ich unbedingt, um mich zu erholen. Und das kann zum Beispiel so was sein wie, naja, ich brauche einmal eine Stunde pro Tag, wo niemand auf mich einredet und wo ich einfach Stille habe und das mache, was ich will. Meditieren oder was immer. Könnte sein. Aber es kann auch sein, eben, ich will mich unbedingt bewegen oder ich will auch in der Sonne liegen können. Also solche Sachen, die ich auf jeden Fall erwarte, dass das passiert.
00:23:52: Roland: Mir ist gerade eingefallen, dass unsere schönen Florenz-Urlauber ja, ich mir gar nichts vorüberlegt habe. Und es wäre eigentlich prädestiniert gewesen, dass wir streiten. Aber ich glaube, wir waren so verliebt, dass da kein Platz dafür war. Das geht natürlich auch, dass du sagst, ich will von meiner Partnerin, Partnerin überrascht werden.
00:24:10: Sabine: Ja.
00:24:11: Roland: Da kennen wir Paare, die das machen. Nur, wenn du dann so wie ich glaubst, du bist im Kopenhagen, aber ist schon auch gut, dann mitzugestalten.
00:24:20: Sabine: Ich will überrascht werden und da gibst mir schon das Stichwort, was ich gerade sagen wollte auch, ich überlasse auch manches dem Zufall. Das finde ich ganz wichtig, dass dann auch irgendwas passieren darf, was ich nicht so geplant habe. Okay, dann trifft man vielleicht jemanden und sagt, ah nett, setzen wir uns zusammen, gehen wir gemeinsam essen, ja, zum Beispiel. Und hast das nicht geplant. Oder es passiert irgendwas, eine Sportaktivität, wo du sagst, boah, das habe ich noch nie probiert, das mache ich jetzt einmal. Also, dass du dich auch inspirieren lässt von der Umgebung und was sich da gerade abspielt. Ich weiß noch, ich war mit meinen Eltern einmal in Kärnten und da hat es geregnet die ganze Zeit. Und dann sind wir Schwammerl suchen gegangen. Also, ich glaube, meine Eltern waren jetzt nicht so happy damit, aber ich habe das total lustig gefunden, dass wir Berge von Schwammerl gefunden haben, weil es natürlich so feucht war. Wir haben die dann gegessen, die haben das dann für uns gekocht, die sind von den Ohren rausgekommen, diese Eierschwammerl.
00:25:21: Roland: Ich habe da überhaupt keine Kultur dazu gehabt, weil wir sind ja, wenn, am Badeurlaub gefahren oder schifffahren mit meinen Eltern. Und es fällt mir die Geschichte ein, unser mittlerer Sohn hat einmal gesagt, auf die Frage, warum wir in unserer Familie nicht Schwammerl suchen waren. Und dann hat der Markus, der mittlere, gesagt, ja, wir waren nicht Schwammerl suchen, wir waren immer nach der Suche nach uns selbst.
00:25:44: Sabine: Ja, genau.
00:25:45: Roland: Aber kannst du dich erinnern? Das passiert Töchtern und Söhne.
00:25:50: Sabine: Auf der Suche nach uns selbst.
00:25:50: Roland: Die Therapeutenkinder, die psychotherapeutische Eltern haben, die Psychotherapeutin oder Psychologe ist.
00:25:58: Sabine: Und auf der USA-Reise, da bin ich ein bisschen aus meiner Komfortzone raus, weil ihr wart alle begeistert. Also Disneyland ist auf jeden Fall klar.
00:26:09: Roland: Du wolltest eigentlich gerne.
00:26:10: Sabine: Und ich habe irgendwie gedacht, nein, ich weiß nicht, Disneyland, diese Welt, diese künstliche Welt, diese Plastikwelt. Und dann weiß ich noch, ich habe mir gedacht, ich lasse mich jetzt darauf ein. Egal. Ich lasse das jetzt los, dass ich das eigentlich nicht so toll finde.
00:26:27: Roland: Ja, das stimmt.
00:26:28: Sabine: Und wir sind da rein und dann plötzlich bin ich, ich glaube, ich war fünf dann. Ja, du bist fünf. Wir sind da reingegangen und dann habe ich die Cinderella gesehen und ich weiß nicht, alle Figuren aus den Disney-Filmen. Ich habe mich dann auf das eingelassen und habe gedacht, okay, jetzt bin ich ein kleines Kind. Wir sind dann mit unseren Kindern da rein. Die waren natürlich happy.
00:26:46: Roland: Das ist so gut.
00:26:47: Sabine: Und weißt du noch, wir haben gesagt, ihr müsst um sieben aufstehen und wir müssen dann zum Essen und um acht Uhr müssen wir schon wegfahren oder ich weiß nicht was. Sie waren halb acht. Sie sind halb acht gestanden. Da war eine Disziplin drin. Das war köstlich.
00:27:03: Roland: Ja, weil sie gewusst haben, viel Abenteuer und manchmal braucht man die Hilfe von außen. Wir haben sie von außen geholt. Das kann aber ganz einfach auch eine Raftingtour sein, die für Töchter und Söhne auch sicher genug sind. Und damit immer wieder achtest du bei deiner Urlaubsplanung, dass es eben eine Mischung ist aus einerseits, wo du dich sicher und verbunden fühlst und wo du auch über dich ein Stück hinauswächst. Und ich erinnere mich, Sabine, wenn wir nach Osttirol fahren, wir fahren ja dann vorher oft zum Tristacher See und da gibt es so einen kleinen Sprungtour mit sieben Metern am Tristacher See und es ist jedes Jahr eine Überwindung und es ist ein bisschen ein Abenteuer. Hier wird es natürlich auch immer mehr, weil umso älter wir werden, umso höher und herausfordernder wird es, weil man muss auch raufkommen.
00:27:57: Sabine: Der Turm ist jedes Jahr ein bisschen höher.
00:27:59: Roland: Ja, aber ich würde jetzt sagen, die uns da allem zuhören, vielleicht bist du ja schon auf Urlaub oder bist in deiner Idee schon mitten im Urlaub, dann ist für uns eines ganz wichtig und das haben wir uns zum Beispiel bei unseren Sommerakademie-Urlauben, die wir zwei, dreimal gemacht haben auf Sankt Quintus, praktisch jeden Tag gemacht haben. Wir haben uns am Abend beim Essen hingesetzt und gesagt, was war an diesem Tag besonders toll.
00:28:30: Sabine: Ja, das war toll.
00:28:32: Roland: Weil das war so, ich habe es schon erzählt, in der Sommerakademie kann man so Kurse besuchen.
00:28:37: Sabine: Und das hat eigentlich jeder was anderes gemacht. Also wir haben uns oft, die Kinder waren ja da schon so pubertär, also so Jugendliche und die haben dann ihre Kurse gemacht und wir haben uns oft gar nicht gesehen, aber beim Abendessen sind wir dann zusammengesessen, das war toll.
00:28:52: Roland: Und sie haben geschimpft, sie haben gesagt nein, ich will da jetzt nichts erzählen und dann haben sie erzählt und jeder hat was erzählt, was besonders war und heute sagen sie, dass das manchmal dann was ganz Besonderes war, weil man ja vor lauter Pubertät, und Pubertät kann ja auch erst mit vielen Jahren später passieren, also es gibt auch Mütter und Väter, die dann im Urlaub pubertär sind, will man ja nichts reden, da will man ja nur sein eigenes machen oder zumindest nichts teilen.
00:29:24: Sabine: Aber eine Sache hat eigentlich dann schon jeder erzählt.
00:29:27: Roland: Ja, eben.
00:29:27: Sabine: Und wenn es das Volleyball war, dass man gut gesmasht hat oder dass man einen Seesternhau rausgefischt hat oder sonst was, das war schön, weil dann hast du diese Verbindung, genau, dann haben wir die Verbindung. Mir ist das auch immer wichtig, auch wenn jeder seine Freiheit hat, dass ich dann in Verbindung bin und wenn ich mit euch auf Urlaub bin, egal wer es jetzt ist, wenn wir zu zweit auf Urlaub sind, manchmal ziehe ich mich auch gern zurück oder meditiere oder hänge meinen Gedanken nach oder höre mir was an, einen Podcast zum Beispiel. Und dann möchte ich aber wieder in Verbindung sein mit dir und hören, was dich beschäftigt. Und mit den Kindern haben wir es auch so gehalten.
00:30:07: Roland: Ich komme wieder zurück. Wir sind auf Urlaub. Wir haben vielleicht am Abend uns erzählt, was gut war, vielleicht am nächsten. Vielleicht sagt aber auch jemand, ich bin da mit mir im Moment nicht zufrieden oder mit euch. Ich habe mir vorgenommen, dieses Buch zu lesen. Ich habe nicht einmal noch reingeschaut oder ich komme da auch in eigene Stimmungen, die ich nicht ganz einordnen kann. Also was wir euch damit geben wollen, ist auch immer wieder updaten und zu sagen, ja, ich habe zwar gesagt, ich will bei dieser Radtour nehmen, wie was anderes, täglich 100 Kilometer fahren. Aber ist es auch realistisch, dass wir sagen, wir kürzen die eine oder andere Tour ab? Oder können wir so einteilen mit den Quartieren, dass wir auch nur 70 Kilometer fahren? Das heißt, ehrlich zu sagen, vielleicht am zweiten, dritten Tag, das und das ist gut und das hätte ich gern anders. Und dann können die anderen in Respekt. Ich liebe dieses Wort Respekt. Weißt du, wo es vorkommt? In dem Film Inside Man sagt der Hauptdarsteller am Schluss, das ist so berührend, Respekt ist die stärkste Währung in unserem Leben. Respekt bedeutet, ich nehme wahr, dass jemand anderer in der Familie, Pater, Partner, Tochter, Sohn sagt, ich fühle mich da nicht wohl. Was nicht bedeutet, dass ich sofort was tun muss, aber dass ich es einmal respektiere, höre, achte und dann schaut, was kann man daraus neu entwickeln.
00:31:38: Sabine: Und das betrifft Groß und Klein. Auch der Kleinste in der Familie, die Kleinste, der Kleinste hat den Respekt genauso verdient und kann auch sagen, ich mag dort nicht mehr hingehen, weil dort ist das und das. Dort war in der Sandkiste, da waren so Kinder, die waren böse zu mir und die haben mir das weggenommen und da mag ich nicht mehr hingehen. Das ist genauso, wie wenn ich sage, ich bin da irgendwo im Lokal gewesen und jemand hat mich blöd angegangen.
00:32:06: Roland: Erinnerst du dich, jetzt fällt mir das ein, wir waren, ich weiß nicht, wo wir waren, die Klara und der Markus haben eine Burg gebaut, ich glaube, war es auf Zakynthos, ich bin mir nicht sicher. Und dann ist ein anderes Kind hin und hat es mit den Füßen zertreten. Und das haben sie dann am Abend erzählt und der Älteste von uns, der Florian, hat gesagt, oh, das ist aber urarg. Und das war spannend, am nächsten Tag haben Markus und Klara wieder eine Burg gebaut. Und dann ist der Florian, der hat damals gelesen, ich glaube, Harry Potter, ich weiß es nicht mehr, ist gekommen und hat gesagt, ist jemand da, der euch da bedroht hat oder wer es nicht stören wollte? Und Markus und Klara haben gesagt, nein, niemand.
00:32:48: Sabine: Aber ich weiß noch, der große Bruder hat sich eingesetzt.
00:32:52: Roland: Genau, das wäre niemals passiert, hätten wir nicht das am Abend gemacht. Und jetzt geben wir noch eins drauf für alle, die ein Stückchen Selbsterfahrung auch im Urlaub haben wollen. Selbsterfahrung im Sinne auch, ein Selbstbewusstsein zu entwickeln. Kommst du jetzt auf unsere Schiffsgespräche? Ja, mit Karin und Rudi.
00:33:13: Sabine: Das war sehr speziell. Da haben wir jeden Abend, wir waren auf einer Schiffsreise, also auf ein Segelboot.
00:33:20: Roland: Vier Erwachsene, zwei Skipper und fünf Kinder. Und am Abend, wenn wir da so in der Bucht waren, haben wir gesagt und das haben wir gemeinsam kreiert. Das war schon sehr speziell. Und da haben dann viele das auch schon kopiert. Wir haben, was, Sabine, was haben wir da damals gemacht? Ich erinnere mich erstens einmal, dass man eine Frage stellen durfte.
00:33:45: Sabine: Eine Frage, die einen schon länger beschäftigt, die stellt man an die ganze Runde. Also wir waren ja doch eine große Runde von Menschen, groß und klein. Und man stellt diese Frage in die Runde. Das zweite war, ich möchte euch was erzählen aus meinem Leben. Und es kann sein, was Positives, aber es kann auch was sein, was Schmerzliches. Und je länger diese Schiffsreise gedauert hat, Segelbootreise, umso mehr haben eigentlich alle was erzählt, was ihnen wirklich nahe geht.
00:34:13: Roland: Was sehr Persönliches. Über diese zweite Geschichte, bei der ich erzählt habe, hat es gegeben, die Möglichkeit, bitte sagt was dazu, was ihr dazu assoziierst. Und die anderen haben vielleicht gesagt und manche haben gesagt, ich möchte euch erzählen und dass ihr das wertschätzt und anerkennt und eure Tipps und Ideen in euren Taschen behältst und dort sie gut drinnen lässt, anstatt mir zu sagen, was ich tun soll.
00:34:42: Sabine: Also manche haben sich auch nur gewollt, nur wissen, wie fühlt ihr euch, was habt ihr da für ein Gefühl. Also die haben eigentlich nach dem Mitgefühl gefragt. Das war die zweite Möglichkeit. Und die dritte Möglichkeit war, etwas zu erzählen, eine Vision, einen Traum, irgendeine Vorstellung von der Zukunft, die ich habe und die ich mit euch teilen will. Weil, das ist mein Credo, wenn ich eine Vision habe und sie mit anderen teile, dann bekommt es mehr Energie, dann ist es wieder ein Stückchen wahrer geworden, indem ich es auch anderen Leuten erzähle. Also das war die dritte Möglichkeit. Also ihr seht schon, liebe Hörerinnen, liebe Hörer. Sie sehen schon, sie hören. Nein, ihr seht nicht, ihr hört.
00:35:22: Roland: Aber vielleicht sehen sie es schon.
00:35:23: Sabine: Oh ja. Nein, ich glaube, ihr seht schon. Ihr könnt euch, habt wahrscheinlich schon ein Bild, wie wir da sitzen, in dem Segelboot beim Mondschein und sprechen. Und wirklich, die Dinge, die einen wirklich tief beschäftigen, die kommen dann hervor. Weil es gibt keine großen Ablenkungen auf so einem Boot.
00:35:41: Roland: Und wenn du das jetzt in einer Paarbeziehung machst oder mit einer ganzen Familie oder weil du gerade vielleicht mit deiner Freundin und Freunde unterwegs bist und nicht in der Beziehung, allein diese Auseinandersetzung macht was wieder. Es erhöht die Verbindung und wahrscheinlich auch die Sicherheit. Andererseits entsteht Inspiration, weil man wird aber auch von anderen inspiriert und es entsteht Abenteuer. Und das sind die Urlaube, die man nicht vergisst.
00:36:09: Sabine: Und, was ich auch noch dazu sagen wollte, das war das Segelboot. Und damit ihr noch ein anderes Bild im Kopf habt, die uns da gerade zuhören.
00:36:16: Roland: Nein, lass mich noch kurz, um das von einem Segelboot abzuschließen. Das war so spannend, weil wir hatten eine Frau und einen Mann, die dieses Schiff begleitet haben. Skipper und Skipperin. Und am Schluss haben wir dann im Hafen eine Abschlussrunde gemacht. Und durch diese Intensität, weil die Skipperinnen und Skipper waren auch bei diesen anderen Runden dabei, haben wir alle, waren so...
00:36:42: Sabine: In der Marina sind wir dann gesessen.
00:36:44: Roland: Ja, in der Marina und haben vor lauter Rührung so viel geweint. Und dann ist jemand vorbeigegangen und hat gesagt, ist bei euch jemand über Bord?
00:36:53: Sabine: Wir haben so geweint vor Rührung, weil es dann so nahe war und weil wir so ein richtiges, wir waren ein richtiges Team und waren richtig durchgeschwemmt im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich wollte noch sagen, anderes Bild, die Hütte in Osttirol auf 1700 Meter. Und man geht wandern. Wunderbar, schön, Natur. Dann regnet es. Es regnet weiter, es regnet weiter. Du bist zu Hause, du bist in der Hütte, machst dir ein warmes Feuerchen, machst dir einen Tee. Und dann fängt man auch an zu reden. Wir haben auf der Hütte auch sehr, sehr intensive Gespräche schon gehabt. Und interessanterweise ist meistens an Tagen, wo es eben regnet, wo man nicht raus kann, und plötzlich fängt man an, über etwas zu reden, was einen schon lange beschäftigt. Und da haben wir eigentlich auch, naja, was soll ich jetzt sagen, eigentlich weinen dir dann auch meistens alle aus lauter Rührung.
00:37:44: Roland: Ja, Rührung oder auch, weil vielleicht was zu verabschieden ist.
00:37:47: Sabine: Oder vielleicht auch was Schwieriges zu erzählen ist.
00:37:49: Roland: Weil was, was auch vielleicht eine Verletzung ein Stück angesprochen wurde und hoffentlich auch ein Stück Hellung erfahren hat. Wir kommen langsam und aber doch zum Ende unseres heutigen Podcasts und damit auch zum Ende eines möglichen Urlaubs. Und da schlagen wir euch vor, oder schlagen klingt so komisch, ich mag das Wort eigentlich nicht, aber es ist eine gute Idee, finde ich. Am Schluss, am besten noch am letzten Abend, weil zu Hause macht man es dann nicht mehr, zu sagen, das war gut und was war nicht so gut und was möchte ich vor allem nächstes Mal anders im Urlaub.
00:38:26: Sabine: Und dann bist du so schlau, lieber Roland, muss ich euch jetzt auch verraten. Der Roland ist dann so schlau und er schreibt das sofort auf. Das, wo wir sagen, das machen wir nicht, das machen wir anders nächstes Mal. Da schauen wir, dass wir mehr Zeit haben dafür oder das lassen wir weg. Das hat uns eigentlich nichts gebracht. Das war einfach mehr Stress, als wir davon hatten.
00:38:46: Roland: Das kann sein. Dieses Lokal war gut.
00:38:47: Sabine: Oder wir haben ein Auto gemietet und eigentlich hat das nicht so gebraucht. Wir hätten das lassen können, diesen Ausflug.
00:38:53: Roland: Oder diese Joghurts in Griechenland sind gute Joghurts und auch preisgünstig, aber diese nicht. Also sich das wirklich aufzuschreiben von solchen Alltäglichkeiten, aber auch, ich bin zu wenig gekommen zum Lesen. Ich will bei meinem nächsten Urlaub nicht eine Stunde, sondern zwei Stunden reserviert haben fürs Lesen und das dann aufzuschreiben und bei der Urlaubsplanung fürs nächste Jahr oder für den nächsten Urlaub herauszunehmen und zu sagen, was haben wir uns dann notiert.
00:39:25: Sabine: Und was auch spannend ist, diese Einparkliste. Wir haben so lange Einparklisten. Das hilft natürlich sehr.
00:39:31: Roland: Vielleicht haben manche keine Einparklisten.
00:39:32: Sabine: Vielleicht habt ihr auch keine. Es macht Sinn. Ich muss nicht aufschreiben, dass ich eine Unterwäsche und ein Pyjama mitnehme, aber diese Spezialsachen schreibe ich schon auf. Und wir haben zum Beispiel aufgeschrieben, Gelsenstecker und Gelsennetze.
00:39:48: Roland: Und ich habe immer Gelsennetze mitgenommen für ganze Dörfer, bis ich draufgekommen bin, das braucht es gar nicht. Das heißt, es waren so viele Gelsennetze, obwohl die so leicht sind, waren sie fast schon das Übergepäck.
00:40:03: Sabine: Nein, sowas nicht. Aber wir haben sie jahrelang mitgenommen und nichts verwendet, bis wir dann auf der Liste geschrieben haben, Gelsennetze braucht man nicht.
00:40:11: Roland: Und das hilft einem, weil es einem ja auch erleichtert, abgesehen davon, dass man vielleicht kein Übergepäck bezahlen will oder weil, wenn man mit der Bahn ganz ökologisch fährt, weniger Gebäck bedeutet auch weniger Tragen. Also sich zu erleichtern, im wahrsten Sinne des Wortes, indem man sich Notizen macht, wie könnte der nächste Urlaub ausschauen. Vielleicht haben wir dich inspiriert, vielleicht haben wir dich ein Stück mitgenommen.
00:40:41: Sabine: Vielleicht haben wir dir auch Gusto gemacht auf den nächsten Urlaub, sei es jetzt am Meer oder in den Bergen oder auch sonst wo oder im Städtetrip.
00:40:48: Roland: Vielleicht in einer Stadt, wo du auch weißt, welche Stadt bereist wird. Vielleicht gemeinsam das Abenteuer zu suchen und den ökologischen Fußabdruck geeignet zu machen, indem man auch vielleicht mit der Bahn reist. Da kann man viel erleben.
00:41:02: Sabine: Und du kannst wirklich, es ist wirklich gut, im Vorfeld die Bedürfnisse anzumelden und zu sagen, das hätte ich unbedingt gerne, weil sonst bin ich enttäuscht. Weil dann kannst du diese Enttäuschung ja auch vorbeugen, indem du es vorher schon sagst und der andere kann sich darauf einstellen.
00:41:16: Roland: Und Paarbeziehung ist eine Reise, Familie ist eine Reise und wenn man dann noch gemeinsam auf Reisen oder Urlaubsurlaub geht, ist es nur gut, dafür Sicherheit und Verbindung zu sorgen, andererseits Abenteuer. Und wir wünschen euch da ganz viel Inspiration.
00:41:34: Sabine: Und ganz viele schöne Urlaube, die für Körper, Geist und Seele wirklich nährend sind und guttun und wo man wirklich zufrieden nach Hause fährt. Ja, da wünschen wir euch gutes Gelingen dabei. Macht es gut und macht es gemeinsam.
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