Wie Vorfahren unsere Partnerschaften unterwandern
Shownotes
Richtig schwierig zu erkennen sind subtile und mitunter genetisch weitergegebene Einflüsse. Oder Verstrickungen und fehlgeleitete unbewusste Loyalitäten zu unserer Herkunftsfamilie.
Erfahre in diesem Podcast, welche hilfreichen Strategien in eine entfesselte, individuell gedeihende Partnerschaft führen – und warum der Generationendialog, den Dr. Sabine und Roland Bösel seit gut 20 Jahren entwickelt haben und der von Wien aus mehrere Kontinente erobert hat, als die privateste Form heilsamer Friedensarbeit gelten kann.
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Produktion: Umsetzerei Wien
Transkript anzeigen
00:00:08: Roland: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Liebesdoppel.
00:00:11: Sabine: Der Podcast fürs Zwischenmenschliche.
00:00:13: Roland: Hier sind die Bösels. Mein Name ist Roland Bösel.
00:00:17: Sabine: Mein Name ist Sabine Bösel.
00:00:19: Roland: Und in der heutigen Podcast-Folge sprechen wir darüber, wie Vorfahren unsere Partnerschaften unterwandern.
00:00:30: Sabine: Und wir arbeiten schon sehr lange mit Paaren, seit über 30 Jahren und haben unsere Praxis im achten Bezirk. Für die, die uns noch nicht kennen. Ich starte gleich mit einer Frage, die sehr direkt ist. Kennst du das, dass du im Schlafzimmer bist mit deinem Partner, Partnerin und das Gefühl hast, da sind andere Leute auch noch da. Wir sind nicht alleine.
00:00:53: Roland: Und du hast aber nicht ausgemacht, Gruppensex haben zu wollen.
00:00:57: Sabine: Nein, wir haben exklusive Intimität, wir beide. Wir sind zu zweit im Schlafzimmer. Aber von der Energie her, vom Gefühl her, waren da oft viele dabei. Und das war ein Gewurdel. Wir hatten eine Zeit lang sogar die Ahnenbilder im Schlafzimmer hängen. Stimmt, stimmt. Und da fühlt man sich dann irgendwie beobachtet. Na gut, das war jetzt nicht so ein Problem, das rauszutun.
00:01:19: Roland: Die waren relativ schnell dann draußen.
00:01:22: Sabine: Das ist was Praktisches.
00:01:23: Roland: An der Stelle ein kleiner Tipp, im Schlafzimmer haben weder Ahnenbilder was verloren, auch nicht Bilder von den eigenen Kindern. Die schauen nämlich den Eltern auch nicht so gern beim Sex zu, aber das nur nebenbei.
00:01:34: Sabine: Also wir haben es gerne sehr exklusiv und zu zweit, wenn wir unsere Intimität leben. Und was aber sehr eigenartig war, ich hatte trotzdem das Gefühl, dass da noch andere sind. Und das sind natürlich meine inneren Stimmen, meine Erziehung, die dann sagt, hey, du darfst kein Flitzchen sein und nein, das darf man nicht, das geht nicht. Was könnten dann deine Großmutter sagen, was würden die dazu sagen, diese feine Dame?
00:02:00: Roland: Oder ich meine, ich könnte sagen, naja, da war vielleicht auch mein Vater auf Besuch, der dann denkt, der hat das auch nicht so gekriegt, dann darf ich es auch nicht kriegen. Wie kann ich denn das gleich ein bisschen boykottieren? Haben wir einen eigenen Podcast aufgenommen zum Thema Boykottieren. Warum wollen wir denn drüber reden? Weil seit 30, 35 Jahren sind schon, Sabine, wo wir Paar begleiten, sind wir immer wieder, schon in sehr jungen Jahren in unserem Beruf an einen Punkt gekommen, wo die Paare, die wir begleitet haben, die haben echt, echt viel für die Beziehung getan. Haben sie das von mehreren Seiten, die Probleme angeschaut und dann sind sie doch oft an einen Punkt gekommen, wo zwar ganz viel Nähe war, und man gemerkt hat, die lieben sich und gleichzeitig haben sie gesagt, aber wir schaffen es nicht, wir trennen uns. Und wir haben uns das dann unter der Lupe angeschaut, was da passiert. Wir haben festgestellt, dass da oft unsere Vorfahren, natürlich, die wollen das nicht. Die sitzen da nicht irgendwo und sagen, ich will euch jetzt in der Beziehung stören. Also die gibt es zwar auch, aber die würde ich jetzt nicht so häufig benennen wollen. Aber sie sind sozusagen unbewusst in der Paarbeziehung plötzlich präsent und erschweren uns unsere Beziehung. Und wir haben wirklich, ich kann mich erinnern, Sabine, wie oft wir darunter richtig gelitten haben, wo das Paar sitzt, weinend und sagen, ja, eigentlich sind wir voneinander bestimmt und es geht nicht.
00:03:32: Sabine: Ja, da ist da so viel Nähe, so viel Intimität. Wir spüren dann diese Liebe, dieses Begehren auch, dieses ich will dahin und ich will die Nähe haben und ich will das Leben leben mit dir. Und dann waren wir total baff, wenn dann in der nächsten Stunde ist die Bremse angezogen worden oder sie sind rausgegangen bei uns. Zwei Wochen später sieht man sie wieder und dann merkt man, oh, die stehen jetzt total auf der Bremse oder einer von beiden steht plötzlich auf der Bremse. Und wir haben es oft überhaupt nicht verstanden, weil eine Streiterei ist das eine. Aber wenn dann der Streit beigelegt ist und ein Konflikt auch gelöst ist, wieso kommt dann dieser Boykott oder dieses ich stehe auf der Bremse. Nein, es geht nicht, ich muss weg. Und das war eben, deswegen haben wir das auch so genannt wie Vorfahren, unsere Partnerschaften unterwandern. Das Unterwandern ist, weil das so von unterirdisch kommt und wirklich gar nicht so bewusst an der Oberfläche ist. Gemeint sind es nicht die tatsächlichen Eltern oder Großeltern, die jetzt vielleicht dort, mit denen man vielleicht Kontakt hat. Ja, auch das gibt es, aber was ich jetzt meine, dieses Unterwandern, da ist gemeint das, was unterirdisch ist und was unbewusst ist, wo ich gar nicht merke, wo ich vielleicht loyal bin oder einem Auftrag folge.
00:04:48: Roland: Und deswegen haben wir so um 2000, also wir waren ja, wir haben schon 1991 als Psychotherapeutin und Psychotherapeut begonnen, also du schon früher, ich dann 93 und wir haben viele Jahre mit Paaren gearbeitet und haben auch eine systemische Familienausbildung zusätzlich gemacht. Wir waren ja schon, du Sabine warst, hast gemacht Gesprächstherapie, integrative Gestalttherapie und wir haben dann auch eine systemische Familienaufstellungsausbildung gemacht bei dem wunderbaren Matthias Varga von Kibed und beim Siegfried Essen. Und das hat uns irgendwie sehr viel Information gegeben und doch haben wir dann in der Arbeit mit der Paaren wieder gemerkt, ja, wir würden gerne die leibhaftigen Menschen haben und haben damals entschlossen, uns von der Familienaufstellung wieder zu verabschieden. Das machen viele Leute sehr gut, die wir auch gerne empfehlen. Wir haben uns dann gesagt, okay, wenn das in den Paarbeziehungen so manifest ist, dann schauen wir doch, wenn es Mutter oder Vater gibt und die sind bereit, also entweder Mutter oder Vater, dann machen wir mit denen, was wir nennen einen sogenannten Generationen-Dialog, also entweder erwachsene Tochter, wir sagen so Mindestalter 20 Jahre oder erwachsener Sohn, also ab 20 Jahren kommen sie zu uns zu einem Generations-Workshop. Mit einem Elternteil. Genau. Mit Eltern oder Vater. Genau. Und wir haben uns damals gedacht, dass das so wichtig wäre als Ergänzungsstück zu dem, was eben, wie Sabine gerade scherzhaft gesagt hat, wenn da wer noch im Bett liegt, wie können wir den Fokus direkt und möglichst, wenn geht, mit Vater oder Mutter leibhaftig als Tochter oder Sohn uns das anschauen. Anschauen klingt jetzt so, wie wenn man nur vom Fernseher sitzt und sich was anschaut, aber sich bewusst wird, was läuft denn da vielleicht sozusagen im Hintergrund ab, dass dann die Vorfahren, die das vielleicht gar nicht wollen, unsere Partnerschaft unterwandern.
00:06:58: Sabine: Ich möchte dazu ein Beispiel nennen. An diesem Beispiel kann man so viel klar machen, dass wir haben uns auf dieses Beispiel geeinigt. Es gibt viele Beispiele, wir haben uns auf das geeinigt, dass ich das jetzt erzähle.
00:07:09: Roland: Und an der Stelle zur Erinnerung, wir bringen Beispiele von Menschen, die uns autorisiert haben und oder verändern die Geschichte so sehr, dass man sich nicht mehr erkennen kann und wenn doch, dann zeigt es nur, wie nahe wir beisammen liegen.
00:07:24: Sabine: Und die eine Frau, die mit ihrem Partner zu uns kam, also ein Paar kam zu uns und es ging sehr viel um das Thema, wie geht's weiter, was ist die Zukunft, wie tun wir, was machen wir, was sind unsere nächsten Schritte. Beide waren auch schon so in dem Alter, wo man dann ans Kinderkriegen denkt oder sich dann auch denkt, naja, wir müssten eigentlich bald was entscheiden. Es gibt ja so auch schon ein Limit bei den Frauen natürlich und sie sind um dieses Thema gekreist und es gab viele Streitereien und alles mögliche, Ablenkungsmanöver auch.
00:07:55: Roland: Ich muss sagen, sie haben wirklich intensiv, sie waren beim Imago Workshop, sie haben Seminare besucht, nicht nur bei uns, sondern auch bei anderen und sie haben wirklich, wirklich genau hingeschaut, was ist denn unser Beziehungstanz, warum ist es so kompliziert und sie haben sich dann wirklich sehr committed und sehr viel Nähe geschafft.
00:08:15: Sabine: Sie haben viel Nähe zugelassen auch und die Umwege sind immer kürzer geworden, also der Tanz wurde dann immer kleiner, also dieses Herumtanzen um ein Thema ist kleiner geworden, es ging dann sehr ums Eingemachte, um die wirklich wichtigen Themen. Man kann ja auch super ablenken, indem man irgendwelchen Streit vom Zaun bricht.
00:08:38: Roland: Wir haben sie nämlich beide begleitet, am Anfang ja ich und vor allem mit den Imago Workshops und dann kam diese entscheidende Sitzung.
00:08:46: Sabine: Ja und sie hat, na das eine war, der eine Tanz war um ihren Beruf herum, weil sie war Schauspielerin und das ist ja ein sehr intensiver Beruf und um dieses Thema wurde auch ganz viel gestritten und wie viel Raum das einnimmt und ja und wenn sie wirklich ein Kind will, wie könnte das gehen und das ist ja hinderlich und so weiter.
00:09:07: Roland: Sie hat gesagt, eigentlich geht das nicht. Entweder Schauspielerin zu sein oder ein Kind.
00:09:13: Sabine: Ja und dann kam schon mal zu Tage das eine Thema, nämlich und da möchte ich jetzt den C. G. Jung zitieren. Der C. G. Jung sagt, das stärkste Vermächtnis an unsere Kinder ist das eigene, ungelebte Leben. Ich sage es noch einmal, C. G. Jung sagt, das stärkste Vermächtnis an unsere Kinder ist das eigene, ungelebte Leben. Was heißt das? Die Mutter hat, oh Zufall, war Schauspielerin, war recht erfolgreich, war jung, hat dann ein Kind bekommen, nämlich unsere Klientin, die dann eben viele Jahre später dann mit ihrem Partner bei uns war und hat dann aufgrund des Kindes ihren Beruf aufgegeben. Warum und wieso, da kann man jetzt darüber streiten und diskutieren, aber das ist jetzt die Story, die sie erzählt hat und an der hat die Mutter auch ganz schön geknabbert, weil sie war eben erfolgreich und hat das sehr gern gemacht und ist dann schwanger geworden, wollte auch gern das Kind haben und irgendwie ist sich das in ihrem Leben nicht ausgegangen, beides unter einen Hut zu bringen. Und diese Geschichte hat unsere Klientin oft und oft gehört. Also die Mama hat dieses Leben, dieses Schauspielerinnenleben nicht ausgelebt.
00:10:28: Roland: Und was sagt dann die Klientin unbewusst, wenn die Mama das nicht leben konnte, dann lebe ich das. Das heißt, so wie der C. G. Jung sagt, das ungelebte Leben der Mama lebt jetzt sie. Und irgendwie war das dann so verknüpft in ihr, dass sie sie gedacht hat und das hat sie dann nachher erzählt, war alles natürlich unbewusst, dass wenn sie jetzt ein Kind kriegt, dann würde diese Phase, wo sie Schauspielerin ist, aufhören und damit kann sie aber nicht mehr das Leben ihrer Mutter fortsetzen. Das heißt, das war auch sowas wie eine Liebeserklärung an die Mutter und selbst geschlagene Kinder erzählen uns oft, dass sie die Eltern lieben, auf eine gewisse Weise lieben und aus dieser Liebe heraus auch Dinge tun, die uns im Erwachsenenalter eher hinderlich sind oder schaden.
00:11:22: Sabine: Ja und dann kam noch eine spezielle Sitzung, an die ich mich noch heute erinnere, wo sie bei mir gesessen sind, das Paar, und dass die Geschichte mit der Schauspielerei, die wurde ziemlich oft besprochen und an dem Tag ist dann noch mal das Thema Kind aufgetaucht und der Mann hatte ja auch ein Thema mit dem Thema Kind und hat auch getanzt um dieses Thema und wollte das nicht und das war also ein Teil des Tanzes. Und an dem Tag hat er gesagt, ich bin bereit, ich bin bereit, ich möchte das gerne, dieses Abenteuer mit dir leben, ein Kind zu bekommen, schwanger zu sein und dieses ganze Abenteuer würde ich gern mit dir leben. Und in dem Moment ist ihr alles runtergefallen, die ist bleich dagesessen und dann fängt sie zu weinen an, dann sage ich, wieso weinst du jetzt, ist das jetzt Freude oder was ist es? Ja, meine Mutter taucht jetzt auf und dann haben wir längere Zeit gesucht, wir haben so versucht in aller Ruhe und ganz langsam hinzugehen, was ist jetzt dieser Schmerz, was passiert hier? Und irgendwann sagt sie dann den Satz, meine Mutter hat das ja nicht haben können, meine Mutter hatte ihre Beziehung, die hat ja mich alleine aufgezogen, also die war alleinerziehende Mutter und diese Familie hat sie ja nie gehabt, Vater, Mutter, Kind und wenn ich das jetzt habe, das geht nicht, kann ich nicht, meine Mutter hat es so schwer gehabt, ich darf das nicht haben, ich darf das nicht haben und ja, es war wirklich sehr, sehr erschütternd, ich darf das nicht haben.
00:13:08: Roland: Und der zugehörige Partner hat seinen Vater mit, wie er selbst sechs Jahre alt war, verloren, der ist an einer Krankheit gestorben, ab dem sechsten Lebensjahr war er, wie er sagt, auch der Mann zu Hause und hat immer wieder in den Paarsitzungen gesagt, nein, ich will kein Kind, ein Kind ist so eine Belastung und auch für das Kind ist es dann so herausfordernd. In Wirklichkeit, und das hat er dann ein, zwei Jahre später erst erkannt, war er sowas, er hat gesagt, ich war der Soldat meiner Mutter, ich habe sie gestützt und da durfte ich nicht ein Kind kriegen und dann sagt er endlich, dieser Satz, ja, ich will ein Kind und da seht ihr und könnt euch das sicher vorstellen, wenn ihr da zuhört, wie sich dieser Tanz entspannt und das, was wir ja so oft sagen, es ist ein gemeinsamer Tanz, oft von außen betrachtet sagt jeder, na da ist er das Problem oder sie oder sie oder er, aber wenn man es genau anschaut und das ist ja das, was wir tagtäglich in unserer Paarbegleitung tun, sieht man sehr wohl, dass es von beiden Seiten da eine Ambivalenz gibt. In dem Fall war es aber dann so, dass die Frau sich entschlossen hat, hat gesagt, okay, also jetzt an der Stelle wird, sagt er, er will das Kind und ich frage meine Mutter, ob sie bereit ist, mit zum Generationsworkshop zu kommen.
00:14:38: Sabine: Wir haben das auch eine sehr gute Idee gefunden, weil wir haben ja vermutet, dass die dazugehörige Mama, diese Mutter, das gar nicht, gar nichts davon wusste, was da in der Tochter alles abgeht, aber wir wussten es natürlich nicht und haben gesagt, ja, wenn ihr teilnehmt an einem Generationenworkshop, du mit deiner Mutter, vielleicht lassen sich manche Knoten lösen, vielleicht, garantiert gibt es ja nie, aber vielleicht.
00:15:03: Roland: Die Mutter hat mich dann angerufen, das ist dann manchmal wirklich spannend, weil dann manchmal so, ich sage jetzt ältere Frauen, aber so Frauen, die schon über 50 sind, die wollen dann oft den Herrn Bösel sprechen, was eigentlich wirklich gemein ist, weil du bist ja die Weisere von uns beiden, aber die wollen dann, was sagen denn sie dazu?
00:15:25: Sabine: Aber der Herr Bösel hat auch ein offenes Ohr. Du hast ein offenes Ohr gehabt für diese Mutter und sie wollte es mit dir besprechen.
00:15:32: Roland: Und sie ist dann gekommen zum Generationsworkshop und sie haben das gemacht, was wir nennen Dialoge, das hast du vielleicht schon im Kontext gehört, zum Thema Paarbeziehungen, dass wir mit Dialogen arbeiten, ursprünglich aus der Ecke der Imago-Therapie kommen und wir haben ganz spezielle Dialoge entwickelt für Generationspaare, also zur Erinnerung, erwachsene Tochter oder Sohn mit 20 Jahren und mit Mutter oder Vater, also immer zu zweit und sie sind dann erschienen.
00:16:02: Sabine: Und die Tochter hat dann ihrer Mama, ihrer Mutter gesagt, ja weißt du, ich habe dann irgendwann beschlossen, ich mache das für dich, dass ich jetzt Schauspielerin werde. Ich habe das ja gespürt, wie traurig du warst und wie du eigentlich, wenn du von dieser Zeit erzählt hast, wo du Schauspielerin warst, dann hast du immer so glänzende Augen gehabt. Dann habe ich beschlossen, ich werde Schauspielerin.
00:16:25: Roland: Und dann hast du erzählt und dann ist die Punkt, Punkt, Punkt geboren worden und dann hat die ganze Anstrengung des Lebens begonnen und das hat sie ihrer Tochter vielleicht nicht absichtlich, aber sie hatte das öfters erzählt und die Tochter hat so das Gefühl gehabt, mit mir hat das Leben meiner Mutter aufgehört.
00:16:42: Sabine: Ja und die Mutter war wirklich schockiert und ist aus allen Wolken gefallen, weil das wollte sie sicher überhaupt, das wollte die gar nicht. Sie hat halt von dieser Zeit erzählt, weil das war ihre Jugend, das war eine tolle Zeit und sehr, sehr, sehr, sehr schillernd das Ganze und es war ihr gar nicht bewusst, was sie bei der Tochter auslöste. Die Tochter war halt, die Tochter war da und sie hat ihr was erzählt von ihrem Leben und das tun wir ja alle und es ist ja auch ganz okay, was zu erzählen und sie hat nicht kapiert und wusste das nicht und hätte es überhaupt nicht wollen. Und dann hat die Tochter ihr das sozusagen zurückgegeben, symbolisch, ich gebe dir das zurück, diesen Auftrag, den ich da genommen habe. Die Tochter hat sich den genommen, wohlgemerkt. Die Mutter hat nicht gesagt, mach das jetzt, sondern die Tochter hat sich gedacht, ich mache das, ich bringe das jetzt zu Ende, das unbewusste, ungelebte Leben und dann, nachdem das bewusst war, konnte sie es zurückgeben. Sie hat sich dann so eine Schachtel genommen, wo so ein paar Glitzersteine drauf waren, die bei uns da am Fensterbrett steht, in der Praxis. Diese Schachtel hat sie als Symbol genommen für diese Welt des Schauspielens und hat das der Mama zurückgegeben.
00:17:50: Roland: Die Mutter hat es unter Tränen genommen, was ich so berührend gefunden habe, dass die Mutter hätte auch sagen können, aber Blödsinn, ich habe das nie gesagt oder so. Die Mutter war wirklich wie eine gereifte Mutter. Ich sage ja immer, Erwachsen sind wir alle mit 20, aber reifen können wir ein Leben lang. Und sie hätte auch sagen können, hättest mit mir geredet und ich hätte gesagt, es geht sich schon aus und ich passe auf das Kind auf. Sie hätte gut in die Argumentationsschiene abtauchen können oder in die Rechtfertigung, vielleicht sogar in die Aggression, aber sie hat mit der Tochter getrauert, geweint und hat dann diesen besonderen Satz gesagt, es tut mir so leid, dass ich dir dieses Bild vermittelt habe, dass du oder mit dir mein Leben aufgehört hat. Und dann haben sie wieder darüber geweint und dann habe ich das Gefühl gehabt, da ist was passiert, wo Heilung stattfindet. Das ist ein starkes Wort, aber das ist, was Sabine und ich auch so lieben, Generationspaare zu begleiten. Da gibt es so diese magischen Momente, wo nämlich sowohl Sohn oder Tochter, dass der Mutter oder Vater nicht hinhaut und hinfetzt und du bist schuld, ausgestattet mit 30, 40, 50 Lebensjahren mit dieser Macht auch nicht das Kind zu sprechen, sondern das der Mutter oder Vater hinzuwerfen. Das hat die Tochter das nicht gemacht und die Mutter hätte auch sagen können, das ist ja alles eine Einbildung, ein Humbug. Die Mutter hat offenen Herzens zugehört und hat es genommen und dann kürzen wir es vielleicht ab, was ist passiert. Die Mutter hat drei Monate nach dem Workshop bekommen wir Post. Sie hat sich jetzt in einer LaienschauspielerInnengruppe wieder angemeldet und mittlerweile, was sie sich manchmal über Castings auch über eine Agentur vermitteln und spielt auch wieder kleine Rollen. Sie ist jetzt nicht die Schauspielerin.
00:19:49: Sabine: Sie hat jetzt nicht Karriere gemacht, aber sie lebt das wieder für sich. Sie hat diese Schatulle genommen, wo auch diese Freude am Schauspielen drinnen ist und hat es jetzt auf eine Art gemacht, die jetzt gerade in ihrem Alter und in ihrer Lebenssituation auch möglich ist und hat gesagt, sie hat dieses Talent, ich gebe das nicht ab meiner Tochter, dass die das macht, sondern ich mache jetzt was mit diesem Talent und hat sich sehr gefreut, dass sie das jetzt, das ist ja eine Bereicherung in ihrem Leben, weil sie das jetzt wieder genommen hat.
00:20:17: Roland: Und die Tochter in der nächsten Paarsitzung sitzen bei der Sabine und die Frau sagt lieber Punkt, Punkt, Punkt, ich bin bereit. Und das war wirklich spannend zu sehen, weil Sabine ist nach der Sitzung zu mir gekommen und hat gesagt, du wirst es nicht glauben, er ist vollkommen vom Sessel gefallen. Er war nicht so Jö, sondern er war so wie, ich habe gedacht, du willst das eh nicht und dann ist das Ganze von der anderen Seite losgegangen. Und er hat dann überlegt, mit seiner Mutter zum Generationsworkshop zu kommen. Die war vollkommen aggressiv, hat das total abgelehnt, hat gesagt, sie macht es nicht. Da haben wir dann einen anderen Weg gefunden, dass er sich das mit seiner Mutter anschaut, weil man kann nicht sagen, man muss unbedingt ein Generationsworkshop machen. Das ist aus unserer Erfahrung nach, eine sehr gute Möglichkeit, aber es gibt ja auch Elternteile, die sind schon verstorben. Da kann ich nicht sagen, ich mache es jetzt nicht. Da gibt es viele Möglichkeiten. Aber wir haben es dann in der Paarbeziehung gemacht und sie haben heute zwei Kinder.
00:21:20: Sabine: Und was ich jetzt noch unterstreichen möchte, sie haben ja um dieses Thema längere Zeit herumgetanzt und dass wir als Paartherapeuten da auch aufpassen müssen, es ist jetzt nicht von der Frau das Thema gewesen, sondern auch von ihm. Das heißt, sie tanzen um das Thema herum und beide haben mit dem Thema was zu tun, was noch drunter ist, was noch unbewusst ist oder wo das eben unterwandert wird sozusagen. Und dass man da aufpasst, nicht zu sagen, ja, bei der Frau ist es so offensichtlich gewesen, aha, jetzt wissen wir schon, warum das Thema schwierig ist. Es gibt natürlich den Gegenpart auch von ihm. Ja, und was ich auch noch sagen wollte, dass diese Frau sich auch gewünscht hat, von der Mutter den Segen zu bekommen. Das ist so ein Wort, ich weiß nicht, ob du zu Hause etwas anfangen kannst damit.
00:22:08: Roland: Das Wort Segen wurde in verschiedenen Vereinen auch schon missbräuchlich verwendet, aber Segen an sich im puren Wort des Segens.
00:22:17: Sabine: Ein freundlicher Blick, eine Zugewandtheit, ein Nicken, ein inneres Nicken, ja, wenn du eine Familie hast, ich gönne das. Und sie hat die Mutter auch gebeten, dass sie das auch zum Ausdruck bringt, ich gönne dir das, dass du eine Familie hast mit Mutter, Vater und in dem Fall waren es sogar zwei Kinder, aber dass ich dir das gönne und dass ich mich freue darüber. Die Mutter hat natürlich keine Ahnung gehabt, dass die Tochter da loyal ist und sagt, das darf ich nicht haben. Und sie hat gesagt, natürlich gönne ich dir das von Herzen, ich freue mich so für dich, aber wie gesagt, es muss ausgesprochen sein.
00:23:00: Roland: Ja, es ist in dem Fall natürlich viel Gutes zusammengekommen und es hat sich gut gefügt. Es ist auch wichtig, dass wir euch das erzählen, dass das natürlich nicht immer so ist und oft gibt es auch diese Möglichkeiten nicht mehr, weil eben Mutter oder Vater nicht mehr lebt, dann nimmt man eben andere Möglichkeiten, aber es ist schon herausfordernd und manchmal ist es ja so subtil und mitunter genetisch weitergegebene Einflüsse gewesen. Hier war es ganz direkt die Vorgeneration, in dem Fall die Mutter oder in dem Fall die Mütter, es war ja bei ihm auch so, aber manchmal ist es in der Vorgeneration ganz okay gegangen, aber es hat was in der Generation davor bei den Großeltern gegeben, was sich jetzt in deiner Beziehung wieder manifestiert und ich finde es nicht fair, dass wir unsere heutige Beziehung, unsere heutige Liebesbeziehung, die wir leben, in den Sand setzen, nur jetzt unter Anführungszeichen, um unseren Eltern treu zu sein, weil ich bin ja auch Vater und wenn ich mir vorstelle, mein Sohn oder einer meiner Söhne oder unsere Tochter macht das aus einer Loyalität zu mir, dass er oder sie etwas in den Sand setzt, dann frage ich mich, was ist mit dem Leben los und kann ja mal, wenn ich hoffentlich dann sehr alt bin, auch nicht gut hier von dieser Welt gehen, weil ich das Gefühl habe, ich habe meiner Tochter oder meinen Söhnen da irgendwas hinterlassen. Deswegen, es ist schon eine Aufgabe zu sagen, ich schaue mir das wirklich genau an, wo sind Sachen, die wirklich in die Beziehung gehören, da bin ich frustriert, wenn er oder sie so ist, und dann können wir das auch, wie wir das in einer Folge erklärt haben, unter dem Aspekt 90 ziehen, genau anschauen und so weiter. Wir schauen uns den Beziehungsstandard und wir schauen uns auch an, wo ist es eben, wo die Vorfahren hineinspucken, wie die Geister, weil das ist auch für die nächste Generation, nämlich für unsere Kinder, die Kinder, die aus solchen Beziehungen entstehen, ein enormes Geschenk, wenn man ein bisschen mehr weiß. Eine Kollegin hat mir immer so gerne gesagt, dass wir wissen, woher wir kommen, das eigene so geworden sein, hat sie immer gesagt, zu verstehen.
00:25:21: Sabine: Genau, das eigene so geworden sein, verstehen.
00:25:23: Roland: Das ist ja auch genetisch bedingt, aber es ist auch bedingt durch das, was unsere Eltern, unsere Umwelt, die wir als Kind wahrgenommen haben, als wir es eben als Kind waren, entstanden und diese Bilder gilt es ja auch ein Stück wieder zurechtzurücken und da ist eben eine Möglichkeit, einen Generationsworkshop zu besuchen und wir sagen das an der Stelle auch sehr gern, wir haben diese Entwicklung, jemand hat aber gesagt, die Bösels haben das erfunden, aber das ist schon entwickelt, diese Generationen-Dialoge, die sind generations-
00:25:59: Sabine: Aus verschiedenen Baustellen zusammengebaut und es hat einen Bogen auch unser Seminar beginnt am Freitag mit Dingen, die die aufwärmen, die Vertrauen schaffen bis zu dem Bogen, wo man dann diese Dialoge führt.
00:26:15: Roland: Du hast jetzt schon das erzählt, was im Workshop ist, was mir jetzt wichtig war auch zu sagen, dass wir gesagt haben, diese Entwicklung geben wir an psychotherapeutische Kolleginnen und Kollegen weiter, nämlich ohne eine Gegenleistung, eine finanzielle Gegenleistung, sondern dass sie sich ausreichend damit beschäftigen, damit sie die Erfahrung haben und wir sind recht stolz, dass es doch eine stolze Anzahl an Kolleginnen in Österreich, in Deutschland, in Schweden, in Frankreich, in der Schweiz, auch zum Beispiel in den USA und und und gibt, wo es eben diesen Generationsworkshop angeboten wird und eben sich da auch ein Stück, jetzt sag ich es ein bisschen flockig, fitter macht für eine Paarbeziehung, um jetzt bei dir wieder Sabine anzuschließen, dass weniger Gruppensex ist, also wenn ich mich für eine Beziehung zu exklusiven Intimität entscheide, dass die Vorfahren einen guten Platz haben, aber nicht im Schlafzimmer.
00:27:16: Sabine: Ja und jetzt möchte ich noch was ganz was Pragmatisches sagen, was wir auch oft hören, nämlich wirklich weniger auf dieser tiefgründigen Ebene, die wir jetzt gerade beleuchtet haben, eher sehr offensichtlich und sehr praktisch. Wir hören das oft, dass die Frau sagt, jetzt musst du schon wieder zu deiner Mutter fahren, du musst den Gartenzaun reparieren.
00:27:37: Roland: Ich habe einen, wo er zu seinem Vater fährt.
00:27:41: Sabine: Ja, jetzt musst du zu deinem Papa fahren, weil der Papa nimmt sich jetzt keinen Gärten, aber du musst ihm den Garten machen und es dauert Stunden, weil der Papa irgendwie zu sierig ist, sich da jemanden eine Hilfe zu holen oder die Tochter muss zur Mutter gehen.
00:27:55: Roland: Nicht zu sierig, aber der macht es nicht so gut.
00:27:58: Sabine: Der macht es nicht gern oder der Gärtner macht es nicht so gut, mein Sohn macht es besser. Vielleicht will der Papa auch einfach, dass der Sohn kommt, weil er sich freut über die Beziehung und sagt dann, es muss der Rasen gemäht werden und so weiter und so weiter.
00:28:09: Roland: Vielleicht freut sich der Papa, wenn der Sohn kommt, damit der Vater nicht mit seiner Frau reden muss.
00:28:14: Sabine: Ja, es gibt aber auch Töchter, die mit der Mama das Handy neu aufsetzen und die Mama ist irgendwie hilflos und kann es nicht und die Tochter muss dann regelmäßig einspringen oder die Tochter muss Einkäufe machen und die ist im Moment, ja, jetzt hast du schon verraten, mein Lieblingswort. Also der Partner, die Partnerin sagt dann, du das ist zu viel, warum machst du das jetzt schon wieder? Ich sehe das, dass du da was machst und dass das eigentlich nicht notwendig wäre. Ich finde es gut, dass du dich kümmerst und ich weiß, du bist dankbar. Das finde ich ganz wichtig zu sagen. Ja, ich bin auch meinen Eltern dankbar, die haben sehr viel gemacht für mich. Und jetzt, wo sie alt und krank sind, kümmere ich mich auch und schaue, dass es ihnen gut geht. Soweit, so gut. Und der Partner, die Partnerin weiß aber oft sehr gut, wo es überzogen ist. Was ich damit sagen will, ist dieses Übertriebene, wo die Eltern sich dann wie kleine Kinder benehmen und du bist dann die ganze Zeit am Heft.
00:29:11: Roland: Vielleicht gar nicht als kleine Kinder benehmen, sondern als Kinder behandelt werden.
00:29:13: Sabine: Sie werden als Kinder behandelt, genau, richtig. Das sind dann die Helikopterkinder, die kommen vorbei und sagen, hast du das jetzt eh schon gemacht? Hast du genug gegessen? Hast du genug getrunken? Soll ich dir noch was bringen? Und der Helikopter fliegt vorbei und kontrolliert die Eltern, die Mutter oder den Vater.
00:29:29: Roland: Und diese Energie geht in der Paarbeziehung verloren und dann geht eine Beziehung flöten. Nur, dass wir uns gut verstehen. Wir meinen, dass es ganz wichtig ist, in einer Gesellschaft zu leben, wo das Altwerden in Würde möglich ist und auch geschieht. Und dass wir das mitgestalten, auch als Tochter und Sohn und nicht irgendwie trotzig sagen, ihr habt mich schlecht behandelt, jetzt schaut, wie es weiterkommt. Also das meinen wir nicht, aber dass es eine Verhältnismäßigkeit ist, nämlich dass das Paar, die nächste Generation, einen Platz hat zum Leben.
00:30:02: Sabine: Und natürlich gibt es auch Phasen, wo die Eltern wirklich schon so alt sind und vielleicht auch dement sind, wo man wirklich ein bisschen Helikopter spielen muss und nachschauen muss, weil sie es auch wirklich nicht mehr schaffen. Und wie gesagt, der Partner, die Partnerin weiß oft genau, wo es überzogen ist und wo es auch im Rahmen bleibt, weil manches geht einfach nicht mehr, wenn man alt ist und vielleicht krank ist. Dann muss auch oder ist es auch gut als Sohn oder Tochter zu sagen, ja, meine Mutter, mein Vater hat so viel für mich gemacht, jetzt bin ich auch da, jetzt helfe ich auch.
00:30:34: Roland: Zu guter Ehrenrettung muss man aber auch sagen, liebe Sabine, es gibt auch Helikoptereltern, über die werden wir jetzt nicht an der Stelle sprechen, aber in einem anderen Podcast einmal werden wir etwas zum Thema Helikoptereltern machen. Aber was dir wichtig war, und das glaube ich, habe ich jetzt auch wieder so gespürt, weil wir haben ja auch erwachsene Söhne und eine Tochter, wie wichtig es ist, denen das zu vertrauen, dass sie das eh gut machen. Und ich habe so das Gefühl, die sind manchmal nicht so wirklich Helikoptersöhne und Tochter.
00:31:07: Sabine: Was, unsere Kinder?
00:31:08: Roland: Ja, nicht so. Die, glaube ich, vertrauen uns schon.
00:31:11: Sabine: Ich hoffe es. Bitte, wenn die mal so anfangen, ich glaube, uiuiui, da ist mit mir nicht zu spaßen.
00:31:18: Roland: Wir haben ja einen Generationendialog.
00:31:20: Sabine: Aber wir sind vielleicht auch noch zu jung. Wenn ich wirklich nicht mehr, wenn ich auch vielleicht geistig verwirrt bin, dann müssen sie es wahrscheinlich machen. Momentan bin ich noch, ich habe das Gefühl, ich bin geistig noch da. Ich brauche das nicht.
00:31:31: Roland: Zum Generationendialog könnte man noch viel dazu sagen. Eines wollen wir ganz ehrlich auch sagen. Wir waren beide mit unseren beiden Söhnen und mit Tochter, natürlich immer in einer anderen Veranstaltung beim Generationen-Workshop, haben den Generationendialog gemacht. Und das war mitunter das Intensivste, was wir erlebt haben, obwohl wir beide sehr viel Therapie gemacht haben.
00:31:58: Sabine: Und sie haben uns was zurückgegeben. Ich kann jetzt sagen, alle drei, ich sage natürlich nicht was. Aber alle drei haben uns was zurückgegeben, was wir nicht wussten, dass sie es uns abgenommen haben, weil wir es nicht gemerkt haben, weil es nicht bewusst war. Aber sie haben gemerkt, ui, da ist was Schweres. Und das nehme ich jetzt ab, der Mama oder dem Papa. Und sie haben uns das zurückgegeben, symbolisch. Und ich hoffe, sie haben es wirklich gründlich gemacht. Aber ab und zu, glaube ich, müssen sie es uns wieder zurückgeben. Ich möchte noch sagen, am Ende, ich finde das eine schöne Zusammenfassung, habe ich mir aufgeschrieben, am Ende sollen am besten alle ihr eigenes Leben haben können und dabei in Verbindung sein. Es ist schön, in Verbindung zu bleiben und dass jeder sein eigenes Leben hat und nicht in das Leben vom anderen hineinkippt. Weder so noch so.
00:32:47: Roland: Und da fällt mir unser Kollege ein, der einmal gesagt hat, und das hat mich so gerührt, er hat gesagt, Sabine Roland, ihr wisst schon, dass das eine Friedensarbeit ist, wenn ihr da mit den Generationspaaren arbeitet. In diesem Sinn hoffen wir, ihr habt einiges mitgenommen, wenn du gerade in einer Beziehung lebst, dann vielleicht sind dir da auch Bilder, Ideen gekommen. Wenn du gerade nicht in einer Beziehung lebst, dann fällt dir vielleicht auch etwas ein, was ist in der Beziehung passiert, die du zuletzt gelebt hast, wo vielleicht manches nicht möglich war. Wir hoffen auf jeden Fall, dass wir euch ein Stück da erreicht haben, auch mit unseren persönlichen Erzählungen. Und Sabine, wir werden sicher noch einen Podcast oder mehrere zum Generationendialog machen, damit das Bett wieder frei ist für die Paarbeziehung.
00:33:35: Sabine: Ihr Lieben, ich wünsche euch, dass ihr wirklich euer eigenes Leben haben könnt und euer eigenes Leben lebt und in Verbindung seid auch mit eurer Ursprungsfamilie, Eltern, Großeltern, Geschwister, wie sie alle sind. Ich wünsche dir, dass du in Verbindung bist mit der Ursprungsfamilie auf eine Art, die für dich passend ist und dass jeder sein eigenes Leben auch hat. Alles Liebe.
00:33:58: Roland: Bleibt dran. Alles Gute.
00:34:00: Sabine: Alles Gute.
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