Familienspiegeln – Ritual mit erstaunlichen Effekten
Shownotes
Familienspiegeln ist eine Technik, die es im wörtlichen Sinne kinderleicht macht, einander als Familienmitglieder besser zu verstehen. Einander in Wertschätzung und mit Respekt für die individuellen Herausforderungen aller zu begegnen.
Entdecke in diesem Podcast Rituale für zuhause und ob Familienspiegeln deine Welt vielleicht anders aussehen lässt.
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Terminbuchungen fürs Familienspiegeln mit Florian Bösel: florian@boesel.at
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Produktion: Umsetzerei Wien
Das Kleingedruckte ganz normal groß – Disclaimer, unsere Fallbeispiele betreffend:
In unserem Podcast geben wir im Sinne der Praxisnähe und Verständlichkeit immer wieder Fallbeispiele. Unser oberstes Anliegen ist es auch dabei stets, die therapeutische Schweigepflicht sowie die Privatsphäre aller Klient:innen zu jedem Zeitpunkt zu wahren.
Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir a) jeweils zur Erzählung des Erlebten autorisiert wurden und b) alle Details, die einen Rückschluss auf konkrete Personen, Namen, Orte etc. ermöglichen könnten, abändern.
Sollten Sie also den Eindruck haben, in einer unserer Schilderungen eine bestimmte Person zu erkennen, so liegt das wohl daran, dass wir Menschen, so verschieden wir sein mögen, oft überraschend ähnliche Probleme und Ressourcen haben.
Transkript anzeigen
00:00:07: Sabine: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Liebesdoppel.
00:00:10: Roland: Der Podcast für das Zwischenmenschliche.
00:00:13: Sabine: Wir sind die Bösels, mein Name ist Sabine Bösel
00:00:16: Roland: Und mein Name ist Roland Bösel.
00:00:19: Sabine: Heute beschäftigen wir uns mit dem Familienspiegel, ein Ritual mit erstaunlichen Effekten.
00:00:30: Roland: Ihr Lieben, wir kommen heute zu einem ganz speziellen Podcast. Es geht um das Familienspiegel. Dann wollen wir ein bisschen zurückgehen zu unseren Anfängen, als wir die Imago-Therapie kennengelernt haben. Das war so Ende des letzten Jahrtausends. Komisch, wie man das sagt, gell Sabine. Und es war ganz schnell klar, dass wir das, was wir da auf der Paarebene erleben, auch in unsere Familie bringen. Und damals waren unsere Kinder recht klein. Die Clara, glaube ich, war fünf. Wenn ich jetzt bei der Jüngsten anfange, der Markus war neun und der Florian war zwölf. Und für alle, die zum ersten Mal reinhören, wir haben eine eigene Folge gemacht zum Thema Imago. Die Imago-Methode verwendet eine Technik, die aus der Gesprächstherapie kommt und die geht so, dass man das, was man hört, wiederholt. Also das hat gar nicht Imago oder der Harville Hendricks, der Erfinder der Imago-Therapie erfunden, sondern das ist was Uraltes, was es in der Therapieszene schon gab. Und wir haben es nur über die Imago-Methode noch, ich würde sagen, noch intensiver kennengelernt. Und wir haben sehr schnell, wir beide, du und ich, Sabine und ich, haben sehr schnell auf der Paarebeziehungsebene mit dieser Technik, haben wir die Verbindung gestärkt und haben auch viele neue Abenteuer dadurch entwickeln können. Hat vieles uns geholfen, vieles geheilt und vieles uns ermöglicht. Und ich weiß gar nicht, wer es war, ob es du warst, Sabine oder ich, irgendwann haben wir gesagt, jetzt bringen wir doch das auch zu unseren Kindern.
00:02:20: Sabine: Ja, und auch mit dem Optimismus, dass die Kinder das auch schnell lernen, was auf jeden Fall auch der Fall ist, weil Kinder lernen es nämlich meistens schneller als Erwachsene, weil Kinder nicht so viel schon Konzepte in ihrem Kopf haben, weil das Spiegeln ist ja etwas, gerade wenn du sagst Kinder, dass man wiederholt, das Spiegeln, das Wiederholen des Gegenübers ist ja eigentlich etwas, was in unserer Natur liegt. Also wenn zum Beispiel ein Baby mir etwas macht, dann spiegle ich das automatisch. Was machst du denn, was sagst du denn?
00:02:52: Roland: Das sind ja die Momente, wenn man auf der Straße Erwachsene sieht und denkt sich, was ist mit denen los.
00:02:58: Sabine: Ja, Babysprech, aber das machen wir automatisch. Oder wenn ein Kind gleich laufen kommt und sagt, Mama, ich bin jetzt hingefallen und es tut so weh, das Knie. Und dann spiegelt die Mama, wenn sie gerade wirklich ein offenes Ohr hat und konzentriert ist, dann sagt sie, ah, du hast ein wehes Knie, zeig einmal, du hast ein wehes Knie und es tut dir jetzt so weh, zeig einmal. Das heißt, ich spiegle automatisch, nur nicht mit dieser Technik, nicht mit dieser Konzentration, so jetzt muss das wiederholt werden, sondern ich mache es so automatisch. Und bei Imago ist es eben so, dass das wirklich eine Technik ist und dass wir Paare auffordern. Und je aufgeregter jemand ist, je mehr jetzt auch Konflikte sind oder Kämpfe, umso mehr ist dieses Verlangsamen und dieses Wiederholen, was mal gehört wurde, wirklich dieses Hören, Hören, Hören. Und das war für mich schon, ja, ich wusste, dass es wichtig ist zu hören, das habe ich schon gewusst, aber eigentlich das Gehörtwerden schon die halbe Miete ist, so bewusst war es mir auch wieder nicht. Und wir haben uns dann gedacht, naja, unsere Kinder werden das wahrscheinlich schnell lernen und das könnte man nützen für Gespräche in der Familie, wo wir ein Stückchen konzentrierter sind, weil oft läuft es ja so durcheinander, alle reden durcheinander, alle reden gleichzeitig und diese Konzentration ist ja oft nicht gegeben. Und jetzt haben wir uns gedacht, das probieren wir jetzt einmal, ob wir das irgendwie hinkriegen als Familie.
00:04:21: Roland: Und wir haben das zuerst nicht Familienspiegeln genannt, sondern wir haben gesagt, ja, wir setzen uns zusammen, am Sonntag, am späten Nachmittag mit unseren damals noch Kindern, heute sind sie ja erwachsen, haben wir uns hingesetzt und haben dieses Familienspiegeln ausprobiert. Und von diesem Ausprobieren ist es dann relativ rasch dazu gekommen, dass wir das Woche für Woche, jeden Sonntag gemacht haben. Am Anfang waren unsere Kinder noch sehr enthusiastisch, begeistert, sehr interessiert, was sich dann auch verändert hat. Aber dazu kommen wir später.
00:04:56: Sabine: Wir haben heute eine Art Überraschungsgast, nämlich unser Sohn, der wird uns gleich besuchen und wird auch was dazu sagen, aus seiner Erfahrung mit uns auch. Und ja, lasst euch überraschen, was er dazu zu sagen hat.
00:05:09: Roland: Nicht nur aus seiner Selbsterfahrung, sondern er ist ja eigentlich jetzt der Experte für das Familienspiegeln und er bietet das ja auch an, während wir uns in unserem Privatleben damit beschäftigt haben. In unserer psychotherapeutischen Praxis bieten wir das nicht an, weil das auch der Florian ja ganz besonders macht.
00:05:29: Sabine: Ja, weil es eigentlich so eine Art Coaching ist, Familien etwas beizubringen, eine gewisse Technik.
00:05:34: Roland: Aber was wichtig ist, du hörst da jetzt zu und denkst dir, ja, ich habe vielleicht eine Tochter, Sohn, mehrere Kinder, was kann das Familienspiegeln? Dazu ist immer wichtig auch zu sagen, dass die Rache des Lebens, das ist nicht sehr fair für Paare. Nämlich, warum ist es nicht sehr fair? Weil es kommt so viel zusammen. Es kommt zusammen, man baut eine Beziehung auf, baut vielleicht ein Eigenheim auf, richtet sich die Wohnung ein. Beruflich steht man irgendwo am Anfang, man entwickelt sich, Job wird immer fordernder, dann kommen gleichzeitig oder schon davor die Töchter und Söhne und dann wundert man sich, warum geht die Beziehung flöten, falls es so eine Anforderung ist. Und wir haben uns gedacht, auch wenn es jetzt da nicht um die Paarbeziehung geht in den Familienspiegeln, weil die Paarbeziehungsgeschichten machen wir ja mit dem Paar. Aber wenn wir in der Familie uns auch da gegenseitig zuhören und neue Erfahrungen machen, vielleicht wirkt sich das auf das ganze Familiensystem aus.
00:06:40: Sabine: Und ich sage jetzt vielleicht noch was kurz, damit ihr zu Hause, ihr die uns da gerade zuhört, euch da was vorstellen könnt. Wir haben uns da hingesetzt, oft war es beim Frühstück, beim Sonntag oder am Nachmittag und es war wirklich, es hat sich zu einem Ritual entwickelt. Und zwar sind wir reihum gesessen. Jetzt müsst ihr euch vorstellen, dass jede Person hatte einmal, ist drangekommen zum Sprechen und einmal zum Wiederholen, zum Spiegeln, zum Hören. Und das ging reih um. Das heißt aber, dass der Roland und ich uns nicht gegenseitig gespiegelt haben, sondern immer mit den Kindern. Also jetzt fange ich mal an. Angenommen, unser Sohn Florian beginnt, erzählt etwas und dann haben wir am Anfang zwei ganz einfache Fragen gestellt, also wieder eine Struktur vorgegeben. Was war gut die vergangene Woche und was war jetzt schlecht die vergangene Woche? Ganz einfach. Und jedes Kind, jeder Erwachsene hat zwei Sachen gesagt. Und jetzt angenommen, der Florian beginnt, dann wird er zum Beispiel vom Roland gespiegelt, vom Papa.
00:07:37: Roland: Das heißt, ich habe das, was er gesagt hat, wiederholt.
00:07:40: Sabine: Dann warst du an der Reihe. Dann hast du gesagt.
00:07:42: Roland: Dann habe ich gesagt, was die Woche gut war und was schlecht war. Und dann hat mich zum Beispiel der Markus gespiegelt.
00:07:49: Sabine: Genau. Und dann hat der Markus weitergemacht, auch wieder gesagt, was war gut, was war schlecht. Dann hat zum Beispiel die Clara ihn gespiegelt, die kleine Schwester, die Schwester. Und am Schluss, die Clara kommt dran, erzählt was und ich spiegle sie. Und am Schluss habe ich dann meines gesagt. Der Kreis schließt sich dann. Ich sage dann meines, gut und schlecht für die vergangene Woche. Und der Florian spiegelt mich. Also so reihum haben wir das gemacht. Und das haben wir auch abgewechselt. Also es war immer so, dass wir ein Kind gespiegelt haben und vice versa. Und die Reihenfolge haben wir dann auch geschaut, dass das nicht immer die gleiche ist.
00:08:25: Roland: Ja. Und was wirklich verwunderlich war, dass wir viele Informationen bekommen haben, die wir entweder geglaubt haben, also wir haben geglaubt, wir haben sie nicht gehört. Dabei haben die Söhne und die Tochter gesagt, das haben wir eh schon erzählt. Aber da war es plötzlich klar, dass wir im Alltag nicht zuhören. Oder wir haben etwas erfahren, was sie gar nicht gesagt haben, weil nicht die Sicherheit oder der Moment dafür da war, das zu sagen. Weil sie gemerkt haben, ja Mama und Papa sind eh so beschäftigt. Und haben plötzlich auch mehr Sicherheit gehabt. Und will ich nicht sagen Garantie, aber die Verlässlichkeit, dass wir wirklich hören und nicht gleich unser eigenes dazu sagen. Und das sei mal an der Stelle auch wieder gesagt, spielen heißt wirklich in das Land des anderen, der anderen zu kommen und zu hören und nicht gleich was darauf zu sagen. Also wenn der Markus sagt, ja da hat mir jemand beim Handballspiel schlecht behandelt, dass man gleich sagt, warum hat er das gemacht und warum lasst du dir das gefallen. Ja, ja.
00:09:31: Sabine: Keine Reaktion, wirklich nur das Hören.
00:09:33: Roland: Das muss man lernen. Und wie du schon sagst Sabine, den Söhnen und Töchtern muss man das nicht lernen, weil die sind dann noch nicht so vorbelastet.
00:09:43: Sabine: Eines sage ich noch dazu, im Laufe der Zeit, wie die Kinder dann größer geworden sind, haben wir es ein bisschen erweitert, die Komplexität und haben dann noch dazugenommen, was ich mir vornehme für nächste Woche. Und da war immer gemeint etwas, wo ich aus der Komfortzone rausgehe, wo ich vielleicht ein bisschen mutiger sein muss, irgendwelche Scheu überwinden muss, dass ich mir was vornehme für nächste Woche. Und das haben unsere Kinder auch sehr gut verstanden, was nimmt sich jemand vor, was wirklich ein bisschen schwer ist. Und haben dann auch sehr schnell kapiert, wenn ich gekniffen habe und was gesagt habe, was leicht ist, nehme ich mir vor für nächste Woche das und das. Mama, das ist aber leicht für dich. Nimm dir was anderes vor. Also die Kinder haben sehr schnell verstanden, wo ist die Komfortzone und wo geht man raus. Aber das war später erst, das war am Anfang noch nicht.
00:10:29: Roland: Wo ist wirklich eine Dehnung? Also wir haben gehabt damals, was war gute Woche, was war schlechte Woche, was nehme ich mir vor für nächste Woche. Und dann haben wir auch noch irgendwann einmal eingeführt, dass man der Person, die einem spielt, einen Tipp zu geben, so eine Idee mit auf den Weg. Das war schon ziemlich heftig, aber wir haben es, wenn man es genau annimmt, war es am stärksten, wenn wir uns auf die Basics konzentriert haben, was war gut, was war schlecht und was nimmt man sich für die nächste Woche vor.
00:11:02: Sabine: Und ich glaube, jetzt ist ein guter Moment für unseren Studiogast.
00:11:05: Roland: Jetzt ist der Florian dabei.
00:11:08: Sabine: Herzlich willkommen, danke, dass du dir Zeit nimmst, das unseren Hörerinnen und Hörern auch was zu vermitteln.
00:11:14: Florian: Danke für die Einladung erst mal, dass ich der erste Gast bin bei euch, stimmt das? Ja, das stimmt.
00:11:20: Roland: Du bist auch der erstgeborene Sohn und du hast das Familienspiegeln mittlerweile im Fleisch und Blut und begleitest ja immer wieder Familien. Ich möchte gern von dir wissen und daraufhin hast du dich sicher nicht vorbereiten können, aber das ist mir jetzt ganz wichtig für die, die uns allen zuhören, wie hast du das in Erinnerung gehabt, als wir das rund um 2000 des Familienspiegeln in die Familie gebracht haben?
00:11:47: Florian: Ja, also zum einen fand ich es mal eine spannende Idee. Also ich habe mich auch gefreut, dass ihr eure Arbeit mit zum Familientisch bringt, weil ich das ja auch cool und spannend finde oder fand. Und dann war es aber doch auch so, dass wir das nicht jeden Sonntag machen wollten und dann eigentlich auch immer wieder gesagt haben, na bitte nicht, Familienspiegeln, weil das Imago, das Spielen ja auch manchmal irgendwie, ja.
00:12:16: Roland: Es ist euch auf die Nerven gegangen, sagen wir mal so. Ja, genau. Und wir haben es damals auch noch gar nicht Familienspiegeln genannt, sondern wir haben gesagt, kommt, wir spielen und einer von euch drei hat immer gesagt, na nicht. Und wenn einer von euch drei gesagt hat, okay, haben die anderen gesagt, warum sagst du das jetzt, wir hätten doch zusammenhalten sollen, es nicht zu machen. So habe ich es in Erinnerung.
00:12:35: Florian: Ja, und es war dann immer so, wenn ihr dann gesagt habt, okay, ja machen wir es heute nicht, dann war es aber nächste Woche fix und somit ist dann so ein 14-tägiger Rhythmus eigentlich entstanden.
00:12:44: Roland: Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, dass ihr uns da torpediert habt.
00:12:47: Sabine: Echt? Das weiß ich gar nicht mehr. Ja, sag einmal, Sapperlot.
00:12:51: Roland: Ich hätte gedacht, dass wir es fast jede Woche gemacht haben.
00:12:54: Sabine: Aber gut. Und es hat sich aber dann auch dadurch, dass wir es dann erweitert haben, hat es sich dann auch schon in die Länge gezogen, das habe ich abgespeichert, dass es dann manchmal über eine Stunde gedauert hat.
00:13:02: Florian: Ja, aber an wem lag das denn? Also das lag ja nicht an uns.
00:13:06: Sabine: Nein, also an unserem lieben Markus, unser Sandwich-Kind sicher nicht, weil der hat immer drei Wortsätze gemacht.
00:13:14: Florian: Also ihr habt uns ja auch freigestellt, was man so sagt und mein Bruder ist dann eher so gewesen, dass er gesagt hat, ja gut war, dass ich ein Einser in Mathe hatte und damit war es erledigt.
00:13:27: Roland: Schlecht war, hat er gesagt, dass er Handball verloren hat. Das war auch eins.
00:13:31: Florian: Genau. Und vielleicht noch was spannend war, es gab eine erste Phase, wo es Wertschätzungen gab, wo jeder einer anderen Person eine Wertschätzung gegeben hat und gedacht war so, dass diese Person dann jemand anderem eine Wertschätzung gibt und dann macht man so eine Runde. Wobei aber der Roland dann, mein lieber Vater, das eher so gemacht hat, dass er jedem, jeder zwei bis drei Wertschätzungen gegeben hat. Das wurde dann auch schon manchmal ziemlich emotional, weil er sich so gefreut hat, dass er was Schönes sagen kann und das hat dann schon relativ viel Zeit eingenommen.
00:14:05: Roland: Also für alle, die die Schildkröte-Hagelsturm-Folge schon gehört haben, verstehen jetzt warum, weil ich als Hagelsturm ein Maximierer bin und dann mehr sagen musste und habe mich nicht an die Spielregeln gehalten.
00:14:17: Sabine: Sehr interessant, weil wie du es vorher erzählt hast, habe ich mir gedacht, war da nicht noch was mit Wertschätzung? Ich habe es gar nicht mehr so genau in Erinnerung. Aber jetzt wo du sagst, Florian, es fällt mir auf, dass das wirklich dann episch geworden ist. Und dann habe ich aber den Stress gehabt, naja, ich liebe ja auch meine Kinder, ich liebe euch auch alle. Dann habe ich auch Wertschätzungen verteilt und habe mich dann auch nicht mehr an die Spielregeln gehalten. Es hat sich dann gezogen.
00:14:44: Roland: Okay, wie es halt ist, dass Töchter und Söhne einem entlaufen, aber hast du das Gefühl, also du begleitest ja jetzt Familien, hast du aus der Zeit, wo wir das gemacht haben, da was mitnehmen können oder hilft dir das heute?
00:14:59: Sabine: Sag jetzt ja nicht nein.
00:15:02: Florian: Natürlich hat es mir was geholfen, weil sonst würde ich es ja gar nicht kennen und gar nicht wissen, worauf es dabei ankommt, und habe das eben sehr gerne adaptiert und Familien kommen zu mir und besprechen da auch ihre Themen. Und ich habe jetzt das familienspiegelnde Ritual da so genommen, also in der ersten Stunde, da wird das einfach mal etabliert. Da fangen wir dann mit den Wertschätzungen an, dann gibt es das Gute, das Schlechte, wie ihr vorher gesagt habt. Etwas, was in letzter Zeit gut war, etwas, was schlecht war. Und dann wird man so reihum gespiegelt und dann eben auch dann noch vielleicht das Vorhaben. Aber ein großer Unterschied ist gleich einmal, dass dadurch, dass ich ja da bin, als jemand, der den Raum hält, als Coach, animiere ich eher die Familien dazu, etwas zu sagen, was aus der Familie ist. Also ein Thema, was jetzt in der Familie gerade gut war, etwas, was schlecht war, eher darüber zu sprechen als jetzt vielleicht über Schule oder außerschulische Aktivitäten oder so. Freigestellt schon, die Kinder können sagen, was sie wollen, auch die Eltern, aber mit der Ermutigung, nehmt doch gerne was aus der Familie, damit wir auch schneller irgendwie zum Thema kommen.
00:16:10: Roland: Was ich so spannend finde, du bist ein bisschen unverdächtig, dass man sagt, das Familienspiegeln muss man unbedingt machen und das sagst du, glaube ich, auch den Kindern, weil du sagst immer, wie du klein warst, hast du das nicht wollen, das sagst du denen relativ bald und das imponiert, glaube ich, denen Jungen, dass wenn sie hören, du wolltest das auch nicht, weil die wollen das ja auch nicht, wenn sie dann zu dir kommen.
00:16:34: Florian: Ja genau, weil ich denke halt, dass Imago super geeignet ist, um wichtige Themen zu besprechen, weil man darf nichts darauf sagen und das funktioniert genauso gut auch für die Kinder, weil sie sich dann sicher fühlen und die denken, okay, dann kann ich das jetzt mal sagen, auch wenn es vielleicht mal ein bisschen dauert, bis man das verstanden hat, okay, da wird jetzt wirklich nichts darauf gesagt und gleichzeitig ist es halt auch so, dass es eine Methode ist, die jetzt nicht so spielerisch vielleicht ist und Kinder kommen ja auch gerne mal übers Spielen und da komme ich dann halt mit anderen Methoden, ich bin ja auch Theatermensch, Theaterpädagoge, Schauspieler und wir machen dann halt auch manchmal Rollenspiele, also wenn es dann ein Thema gibt, was besonders wichtig ist, dann wird das nachgespielt, also zum Beispiel, was immer wieder kommt, ist, als 13-jähriger Sohn habe es vielleicht nicht gerne, wenn die Eltern einfach ohne anklopfen ins Zimmer kommen und dann wird es halt nachgespielt in Rollentausch, also die Eltern sind dann im Zimmer und das Kind kommt einfach so rein und man versucht halt dann, den anderen Part auch zu spüren. Speziell ist das halt hilfreich, wenn ich es durchs Spielen noch nicht so gespürt habe und Kinder sind ja auch, dass sie sich gerne mal körperlich auserkennen, jetzt wenn jüngere Kinder sind, dann machen wir sowieso was Spielerisches.
00:17:45: Sabine: Und sag, wie ist es mit diesem Spiegeln und Wiederholen, weil ich weiß es ja nur von unserer Familie, ich mache sonst nie was, also ich habe Kinder sehr gerne, aber ich bin ja nicht, ich tue ja nicht Kinder coachen irgendwie. Was ist da deine Erfahrung, ab welchem Alter das dann, die das dann auch gern machen oder auch verstehen?
00:18:03: Florian: Also ich würde sagen, so ab der Schulzeit beginnt es so, dass es wirklich sinnvoll ist. Ich glaube, ab 5 kann man es probieren und ja, da muss man halt dann schauen.
00:18:15: Roland: Als wir gestartet haben, war deine Schwester 5 und weißt du, was mir gerade eingefallen ist, diese eine Szene, die werde ich nie vergessen, wo die Clara, du hast die Clara glaube ich damals gespielt und die Clara hat erzählt, dass sie bei jemand eingeladen war, ich glaube bei der Antonia hat sie damals gesagt oder bei einer woanders und das darf ich sagen, weil das ist auch privat gewesen und da hat sie erzählt, wie war das
00:18:37: Florian: noch mit einer, sie hat erzählt, sie war eben quasi im Bett, in einer Lade, so quasi wie eingeklemmt, eingesperrt und da sein Fest war, ja, da sein Fest war, hat man sie auch nicht gleich gehört und sie war dann wie versteinert und war da ganz eingeengt und ich habe als großer Bruder, ich habe diese Geschichte nicht davor gehört gehabt, vielleicht hat sie sie mal zwischen Tür und Angel erwähnt, ich habe es nicht.
00:19:01: Roland: Vielleicht hat sie es sogar am Tisch gesagt und du hast es nicht gehört.
00:19:04: Florian: Ich habe auch oft nichts mit ihr so richtig anfangen können, mit ihren Themen, das sage ich auch ganz ehrlich.
00:19:08: Roland: Ja, weil sie war in einer anderen Welt wie du, wir waren auch 7 Jahre auseinander.
00:19:13: Florian: Ja, aber da war es halt so, da hat es mich richtig geschockt, da habe ich gedacht,
00:19:19: Roland: du hast so richtig aufgeschaut, Clara, das ist ja ur arg und dann weiß ich noch, was passiert ist, die Clara hat zu weinen begonnen und du hast sie dann in den Arm genommen und würden wir das, das ist immer für mich so eine Bestätigung, dass das so wichtig ist, sowas zu machen, weil man nimmt sich Zeit und dann plötzlich, weißt du, in dem Fall die Clara, mein Bruder hört mir zu und ihr habt dadurch auch eine andere Beziehung, weil sonst würde ja, wenn das 7 Jahre Unterschied ist, läuft man ja aufeinander nur vorbei und ist in verschiedenen Welten, weil die Clara hat ja mit dir auch nicht viel anfangen können.
00:19:53: Sabine: Naja, was ich aber auch daraus gelernt habe Woche für Woche oder wieder gelernt habe immer wieder, dass groß und klein, egal wie alt wir sind, wir haben unsere Sorgen, unsere Nöte, wir haben Sachen, die uns nicht taugen, die uns kränken, die uns wehtun und die Sorgen sind, egal ob das Kind jetzt 5, 7, 14 oder 18 ist, können die Sorgen schwer wiegen oder die Kränkungen und da sind wir Erwachsenen auch nicht weit entfernt. Also ich habe das Gefühl gehabt, ich habe sowieso Respekt vor meinen Kindern oder überhaupt vor Kindern und vor Menschen. Ich glaube, dass mein Respekt noch größer geworden ist vor dem, was man auch sozusagen bewältigen muss im Leben, sei es jetzt im Kindergarten, macht dir jemand Angst, sei es in der Schule, was weiß ich, spottet dich wer oder sonst was, das sind genauso große Sorgen, wie wir haben, wenn wir sagen, der Bankkonto ist überzogen.
00:20:43: Roland: Was machst du eigentlich, Florian, ich erinnere mich ja oft daran, dass ihr nicht das machen wolltet, was machst du, wenn da eine Familie hereinkommt und du merkst schon so richtig, die zwei sind sogar zur Pubertät und die wollen das nicht, wie gehst du damit um, weil das finde ich schon ganz wichtig, weil der Impuls kommt dann mit Sicherheit von Mutter oder Vater, was machst du, wenn die überhaupt nicht wollen, weil die glauben, das ist eine Therapie und es ist ja keine Therapie.
00:21:11: Florian: Ja, das ist richtig, es ist keine Therapie und am Anfang ist eben wichtig, dass ich ihnen einmal erkläre, worum es jetzt hier geht, weil oft haben die nicht so richtig eine Ahnung, was soll das jetzt hier mit dem Spiegel, was ist überhaupt der Sinn davon und dann das einfach mal auszuprobieren, ich schlage das ja vor, also sie sind ja schon mal da, das heißt, eine gewisse Bereitschaft, das Ganze auszuprobieren ist da und dann merken sie eh, ob es was ist oder nicht, manchmal kommen halt Familien dann schon relativ oft, weil sie das einfach auch genießen, dieses Ritual zu haben und dass das gehalten wird dann und manche Familien, die nehmen diese Methode und machen es selber und für manche ist es auch nichts.
00:21:48: Sabine: Gibt es auch welche, die dann das erste Mal kommen und dann gleich das nützen und etwas sagen, so wie du sagst, du sagst ihnen, sie sollen was nehmen, was in der Familie ist, nicht was außerhalb ist, nützen die das dann gleich?
00:21:59: Florian: Ja, eigentlich die allermeisten schon, weil oft fangen die Erwachsenen dann an und die Kinder haben dann aber auch ihre Meinung dazu, beziehungsweise ihnen fällt dann auch etwas ein, wo sie vielleicht zu kurz gekommen sind oder irgendwas sie halt stört und da fällt eigentlich den Kindern relativ schnell was ein, weil die meisten Familien, die kommen ja nicht komplett ohne Thema.
00:22:19: Roland: Aber du sagst, die kommen, aber ich glaube, du fährst manchmal auch zu ihnen in die Familien.
00:22:25: Florian: Ja, das stimmt auch und ich habe aber in letzter Zeit die Erfahrung gemacht, dass es in der Praxis irgendwie besser funktioniert. Also manchmal war ich dann auch so wie ein Fremdkörper in deren Wohnung. Also das ist manchmal sinnvoll. Also ich glaube, der Hausbesuch ist manchmal auch gut, weil es einfach auch bequem ist für die Familie, die haben da vor dem Abendessen können sie das machen und ich habe dann auch mit den Kindern vielleicht dann was gezeigt in ihrer Wohnung oder ich habe mit ihnen was gespielt und dann haben wir das Familienspiel gemacht, war auch manchmal gut, aber manchmal ist das auch gut in der Praxis.
00:22:57: Roland: Und ich erinnere mich, es ist ein paar Wochen her, da hat ein Bursche geschrien, das hat mich so berührt, er hat geschrieben, Flo, kannst du das meiner Mama noch sagen? Also du bist ja da manchmal dann auch ein bisschen Sprachrohr, oder?
00:23:11: Florian: Ja, ich würde jetzt nicht mich auf eine Seite natürlich schlagen, das ist klar. Also ich vermittle da eher, dass die halt eine Sprache finden für das, was sie stört und ja, ich glaube, ich bin halt auch anders als ein Therapeut, der würde vielleicht da eher anders agieren. Ich darf mir dann auch andere Sachen erlauben irgendwie.
00:23:32: Sabine: Ich glaube, du bist so ein bisschen was wie ein cooler großer Bruder, der halt auch einiges älter ist, aber doch auch...
00:23:39: Roland: Noch nicht so.
00:23:39: Florian: Ich habe zu viele graue Haare.
00:23:41: Sabine: Ja, jetzt hast du schon graue Haare, das stimmt.
00:23:43: Roland: Ein bisschen. Aber das macht ja auch seriös. Aber was berührt dich da eigentlich am meisten eigentlich?
00:23:54: Florian: Bei den Geschichten meinst du jetzt von den Familien?
00:23:56: Roland: Ja, du veränderst ja jetzt sicher etwas, wenn du was erzählst, aber was hat dich einmal so besonders berührt? Kannst du dich noch erinnern?
00:24:06: Florian: Ja, ich ändere jetzt ein bisschen die Geschichte, damit man es nicht nachverfolgen kann. Also da war eine Familie mit einem Autist, mit einer autistischen Tochter und die ist dann in der zweiten Stunde nur am Rand gesessen, weil davor gab es schon einen Konflikt bei der Herfahrt und wollte gar nicht mitkommen und ist dann einfach nur so irgendwie am Rand gesessen quasi und dann wurde halt gespiegelt und so weiter. Sie hat dann doch ihre Meinungen zu Sachen gesagt, falls irgendwas nicht richtig war, sehr akkurat und dann ging es aber dann zum Rollenspiel und da ging es genau um dieses Thema, wenn man anklopft und sie gibt jetzt keine Antwort, was ist dann? Was ist, wenn sie sagt, nicht reinkommen oder reinkommen ist klar, aber wenn sie jetzt keine Antwort gibt, was ist dann? Und da haben wir halt verschiedene Lösungen dann ausprobiert und das wurde dann total lebhaft plötzlich und sie hat sich total gesehen gefühlt in diesem Problem, was sie da hat, weil manchmal will sie einfach nicht antworten, wenn geklopft wird und dann ist aber schwierig natürlich für die Mutter oder Vater zu verstehen, okay, was ist jetzt? Und ja, da haben wir dann so ein paar Möglichkeiten formuliert, gibt es eine Nachfrage oder man geht weg, kommt in fünf Minuten wieder und so, also da gab es dann kreative Lösungen.
00:25:18: Roland: Ich denke mir gerade, wir sollten das auch mit unseren Paaren öfters machen, Rollenspiele machen, aber da bist du ja prädestiniert, weil du hast ja gesagt, dass sie eine Diagnose hat, aber eigentlich hast du dich dann weniger auf die Diagnose konzentriert, sondern du hast neue Umgangsformen gewählt, weil als Mutter oder Vater ist man ja dann auch geneigt, das alles einer Diagnose zuzuschieben, aber vielleicht geht es ja auch um noch andere Ebenen in der Familie.
00:25:44: Sabine: Ja, das rührt mich auch sehr, weil ich mir denke, als Familie, wenn man so ein bisschen eine Hilfestellung bekommt, ich glaube, jeder von uns ist ja gewillt, sich da was auszudenken, damit es jedem gut geht. Das wollen alle in der Familie, es soll jedem gut gehen.
00:25:58: Roland: Meistens haben wir es einmal grundsätzlich gewollt.
00:25:59: Sabine: Ja, man kann schon einmal auch auf wen zornig sein, aber prinzipiell will man, dass sich alle wohlfühlen, aber dann ist man gar nicht so kreativ oder hat oft so ein bisschen ein Brett vor dem Kopf.
00:26:09: Florian: Das sagt sie ja selber, das ist ja eine der Imago-Theorien, wenn die Frustration, die ich mit einem anderen Menschen habe, 90 Prozent mit mir zu tun hat, was ja oft der Fall ist, dann kann ich nicht kreativ damit umgehen. Dann ist klar, okay, da ist was anderes im Busch.
00:26:24: Roland: Das ist deine Stärke, wie hast du es einmal genannt, du hast deinen ganzen Zauberkasten dabei und wir haben ja für uns als Familie was entwickelt und haben es damals irgendwann Familienspiegeln genannt, aber du hast es ja breiter jetzt entwickelt und es geht ja um das Lernen an sich selbst und miteinander und dass doch jede Person in der Familie nicht die Filiale einer Mutter oder einem Vater ist, sondern jeder Mensch ist ein eigenes Individuum, ein eigenes Subjekt, kein Objekt.
00:26:56: Florian: Ja, und hier jedes Familienmitglied will ja irgendwie auch abgeholt werden. Für manche Personen geht es super, das Spiegeln, für manche halt nicht und dann muss man sich halt was überlegen in dem Moment, wie kann ich jetzt den zehnjährigen Burschen, der eigentlich jetzt gerade lieber Fußball spielen würde, irgendwie abholen.
00:27:14: Sabine: Und die Eltern sind natürlich dann, wie du sagst, diese 90 Prozent, wenn die dann abgerufen werden und du kannst ja sicher sein, wenn du Kinder hast, irgendwo erinnert dich dein Kind an etwas, was du erlebt hast, wo du einen Schmerz hast, wo du blockiert bist, wo du gekränkt wurdest, irgendwas, wo du Angst hattest als Kind. Jedes Kind ruft da irgendwas ab und dann beginnst du eben unkreativ zu sein und womöglich einen irren Kampf mit dem Kind zu haben.
00:27:38: Roland: Ja, unkreativ und entweder...
00:27:39: Sabine: Mit dem Klopfen, das ist ein tolles Beispiel. Ich wüsste nicht, was ich mache. Ich bin dann auch ungeduldig, dem man heißt, kannst nicht antworten. Sag mir doch, soll ich reinkommen oder nicht?
00:27:47: Roland: Das kenne ich gar nicht so, Sabine.
00:27:48: Sabine: Naja, ich würde es vielleicht nicht sagen, aber ich denke mir, gib mir doch eine Antwort, was ist los?
00:27:54: Roland: Ja, dieses Kreative und so gesehen, es tut mir fast ein bisschen leid, weil ich habe mich ja in einer Phase des Lebens mit dir sehr identifiziert, Florian, wo du als Zehnjähriger gemobbt wurdest und da habe ich manchmal überreagiert und beim Familienspiegeln hätten wir das damals schon gehabt, hättest du wahrscheinlich gesagt, Papa, bitte vertrau mir. Das ist das, was das ermöglicht, wenn wir miteinander reden.
00:28:20: Sabine: Ich erzähle noch etwas, wie du das ausgenützt hast, Florian, muss ich jetzt sagen. Du hast dann etwas gesagt. Ich war ja sehr oft, ich habe mich zuständig gefühlt, dass das in der Schule alles rund läuft. Ich habe so ein bisschen eine Kontrolle gemacht. Nicht sehr viel, aber doch und war dann auch oft genervt. Dann hast du im Familienspiegeln am Sonntag, wo ich natürlich nichts sagen konnte, hast du mir dann lang und breit erzählt, was du alles nicht gemacht hast in der vergangenen Woche und ich habe das dann spiegeln müssen. Dann haben sie mich alle angeschaut und geschaut, was macht sie jetzt.
00:28:59: Florian: Dass ich gar nicht zur Nachhilfe gegangen bin, zur französischen Nachhilfe.
00:29:02: Sabine: Ja, genau. Das war ja, das war was.
00:29:05: Roland: Da war auch der legendäre Satz, ein Genügend muss genügen.
00:29:10: Florian: Ein Minimalismus pur.
00:29:11: Sabine: Das habe ich aber auch versucht mir einzubringen. Ein Genügend muss genügen. Aber das mit der Französischnachhilfe, wenn du es mir so gesagt hättest, hätte ich wahrscheinlich einen Anfall gekriegt. Und da musste ich dann ganz diszipliniert spiegeln. Der Mama, die so gut Französisch kann. Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, ich erzähle das jetzt so lustig. Es kann auch, falls ihr Lust habt, das zu machen mit eurer Familie, es kann nach hinten losgehen, dass ihr dann euren Kindern, euch sagen, du darfst nichts sagen drauf. Du musst es jetzt spiegeln, Mama.
00:29:45: Roland: Ich sage immer, was kann es Besseres geben, als wenn Töchter und Söhne, wenn sie erwachsen sind, dann sagen, ja wir machen das auf unseren eigenen Weg oder da hat es nicht gepasst, weil wenn ich ihnen das vermittelt habe, dass sie sich da outen können, deklarieren können, dann ist schon viel gelungen. Obwohl, verrennen können sie sich trotzdem. Auch das merkt ihr ja selber am besten, Florian, jetzt, wo ihr selber dabei seid, Kinder in die Welt zu bringen.
00:30:14: Sabine: Und wir machen ja bei dem Imago-Workshop erzähle ich ja immer über das Dehnen, das ist ja das Prinzip, das ich sehr genau erkläre und wirklich lang und breit erkläre und da sitzen lauter Erwachsene, denen ich eine Stunde erkläre, was das Dehnen ist, wo man aus der Komfortzone rausgeht und ihr Kinder, du Florian, der Markus und die Clara, ihr habt alle drei genau gewusst, was eine Dehnung ist und was nicht. Das heißt, ihr braucht es nicht mehr lernen in eurem Leben, ihr wisst es, ihr habt es, ihr habt es wirklich von, wie soll ich sagen, fast mit der Muttermilch gelernt.
00:30:45: Roland: Und das ist das, was wir euch auch mitgeben wollen, dass das Familienspiegeln eine Form der Begegnung ist, nicht ein, wo wieder Druck gemacht wird, sondern wo es um Begegnung geht, wo man Nein sagen darf, wo man Ja sagen darf.
00:30:59: Florian: Ja, wo alles erst einmal gehört wird und dann schauen wir.
00:31:02: Sabine: Und gerührt waren wir oft, wir waren wirklich sehr oft gerührt, sehr oft.
00:31:07: Roland: Der Hauptsatz war dann oft, ah, der Papa weint schon.
00:31:11: Sabine: Du warst, glaube ich, am meisten gerührt, aber alle anderen auch oft genug.
00:31:16: Roland: Irgendwann haben dann die Kinder, war es das nicht eh, du Florian, gesagt, jetzt nehmen wir uns noch kurz bei der Hand am Schluss.
00:31:24: Florian: Abschlussritual, nonverbaler Abschluss.
00:31:26: Roland: So einen nonverbalen Abschluss gemacht, das werden wir jetzt auch machen, aber dann nicht mehr.
00:31:31: Sabine: Ja, das werden wir jetzt auch gleich machen.
00:31:33: Roland: Ich hoffe, es war heute für euch was dabei, wo du auch sagst, ja, vielleicht hast du ja noch gar kein Kind oder Kinder, aber sagst, ja, wenn ich dann einmal dort hinkomme, dann möchte ich das implementieren. Oder vielleicht inspiriert es dich überhaupt, darüber nachzudenken, wo man dieses Familienspiegeln, dieses aktives Einanderzuhören sonst noch implementieren möchte, seit der kreative Verbraucher ist da.
00:31:56: Sabine: Ja, mit Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Das ist wirklich toll.
00:31:59: Florian: Ich habe jetzt auch Lust bekommen, dass wir es wieder mal machen, das Ganze, weil den Papa weinen zu sehen, das kann man nicht oft genug.
00:32:06: Sabine: Und es ist ziemlich verlässlich, dass es eintritt, man weiß es schon.
00:32:10: Florian: Macht es mir keinen Druck, bitte. Und man kriegt ja auch Wertschätzungen, das ist ja auch schön.
00:32:14: Sabine: Ja, das ist schön. Also im Prinzip, ich merke jetzt, dass ich ziemlich stolz bin auf uns und speziell auf dich, Florian, dass du das jetzt noch weiterentwickelt hast und dass wir das implementiert haben damals. Da waren wir schon schlau.
00:32:26: Sabine: Genau. Also ihr Lieben, vielleicht haben wir euch inspiriert, das eine oder andere Ritual zu implementieren in deiner Familie, in deiner Paarbeziehung oder Familie oder mit Freunden.
00:32:35: Roland: Willst du noch was sagen, Florian, abschließend?
00:32:37: Florian: Ja, ich wollte noch sagen, ihr könnt gerne vorbeikommen, wenn ihr eine Familie im passenden Alter habt.
00:32:42: Sabine: Ja, genau.
00:32:45: Florian: Und der Link ist in der Beschreibung.
00:32:48: Sabine: Den findet ihr, den Florian. Und wir wünschen euch alles Gute dabei, viel Kreativität, viel Spaß, viel Rührung auch. Und alles Liebe und macht es gemeinsam.
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