Alle Jahre wieder: Weihnachten als Beziehungstest
Shownotes
Sabine und Roland Bösel nehmen dich in dieser ersten Folge im Podcast Liebesdoppel mit in eigene Kindheitserinnerungen zwischen Fleischerei-Betrieb und Migräne, ersten Weihnachtsmännern in Wien und Stürzen zwischen Christbaumzweigen. Und sie geben dir hilfreiche Strategien an die Hand, anhand derer du mit ein bisschen Vorbereitung Weihnachten entstressen und für dich und euch neu gestalten kannst.
Stolperfalle Kompromiss & warum „vorher reden“ vor „nachher eingeholt werden“ schützt
Zu Weihnachten gilt dasselbe wie das ganze Jahr über: am besten keine faulen Kompromisse eingehen. In vordergründiger Zustimmung um des Friedens willen lauern echte Stolperfallen für die Beziehungsqualität. Sobald einer oder eine verliert, haben am Ende beide verloren.
- Hast du in dich hineingespürt um herauszufinden, wie du Weihnachten wirklich haben möchtest?
- Willst du in diesem Jahr alles, zu dem du bereits deine Zustimmung gegeben hast?
- Hast du anderes vielleicht aus Trotz abgelehnt, nach dem Motto „ich muss mir selbst treu sein“, obwohl es dir gefallen würde?
- Was lässt sich in welche Richtung vielleicht noch verändern?
- Hast du schon mal darüber nachgedacht oder gar nachgefragt, was deinen Partner, deine Partnerin als Geschenk wirklich freuen würde? Ist das eher etwas Materielles oder etwas, wie eine gemeinsame Aktivität?
So kommt Bewegung in festgefahrene Weihnachten
Wenn sich Paare rechtzeitig, schon etliche Wochen vor Weihnachten, zusammensetzen und bewusst über die jeweiligen Wünsche und Vorstellungen für Weihnachten sprechen, ist oft viel gewonnen. Sich Rituale schaffen, statt Perfektion anzustreben, ist dabei ein guter Wegweiser. Sich zu erlauben, überhöhte eigene Erwartungen ebenso wie Traditionen der eigenen Familie zu hinterfragen oder gar fallen zu lassen, kann zum Meilenstein auf dem Weg zu gelingenden Beziehungen werden.
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Produktion: Umsetzerei Wien
Transkript anzeigen
00:00:11: Sabine: Hallo, herzlich willkommen zu unserem heutigen Podcast. Hier sind die Bösels. Mein Name ist Sabine Bösel.
00:00:18: Roland: Und mein Name ist Roland Bösel.
00:00:22: Sabine: Und wir sind seit fast 50 Jahren ein Paar. So lange kennen wir uns schon.
00:00:27: Roland: Kaum zu glauben. Aber es ist, Sabine, eher die Brutto-Zeit.
00:00:33: Sabine: Ja, stimmt. Netto ist es weniger.
00:00:35: Roland: Und wir sind Psychotherapeutin und Psychotherapeut. Und begleiten seit über 30 Jahren Paare, Liebespaare, in ihren Höhen und Tiefen. Und wir starten heute mit unserem Podcast. Und eigentlich untypisch, dass man zu Weihnachten eine neue Tradition eröffnet. Aber wir haben uns gedacht, ja, wir gehen damit gut ein Beispiel voraus, dass es auch gut ist, statt einem großen Christbaum einen kleinen zu haben. Oder vielleicht, weil es bis jetzt finanziell nicht ausgegangen ist, statt keinen Christbaum vielleicht auch einmal einen Adventkranz zu haben, eine neue Tradition zu eröffnen, indem wir unseren Podcast, der ja schon lange, lange vorbereitet und angedacht war, jetzt heute zu starten. Und willkommen, alle, die uns da zuhören. Und wir wollen natürlich heute reden über Paarbeziehung und Weihnachten. Weil das Weihnachtsfest ein emotionales Fest ist. Selbst, wenn man gewisse Traditionen überhaupt nicht pflegt, man kommt gar nicht darum hin, mitgerissen zu werden, in diesen Sog der Weihnachtsatmosphäre. Was auch immer das dann auch bedeuten mag, diese Weihnachtsatmosphäre. Aber wir wollen euch ein bisschen erzählen, wie das bei uns so ist mit Weihnachten. Und was wir euch mitgeben für Ideen, wie Weihnachten vielleicht nicht nur anders werden kann, sondern auch so werden kann, dass man das Gefühl hat, ja, das fühlt sich jetzt gut an.
00:01:59: Sabine: Ja, und wir werden immer wieder gefragt, wieso ist denn dieses Weihnachten so emotional? Warum ist das denn so, so stark belegt mit etwas? Naja, einerseits natürlich, weil wir in unserer Kindheit haben wir auch schon Weihnachten erlebt. Zumindest die Leute, die wir alle, die wir hier zum Beispiel in Österreich sind oder in Europa, da gibt es die ganzen Weihnachtsbräuche, dem entgehst du eigentlich nicht. Weil es ist der Weihnachtsschmuck auf der Straße, ja, die Nikolaus stehen herum, etc., etc. Dann gibt es den Brauch des Adventkranzes, den haben die meisten Leute eigentlich zu Hause, auch wenn man jetzt gar nicht sehr religiös ist oder so. Aber man hat den Adventkranz zu Hause und zündet auch gerne ein Lichterl an.
00:02:35: Roland: Also zusammenfassend kann man sagen, Sabine, es gibt viele Traditionen, die uns, wenn wir sie erblicken, diese Adventkränze, Christbäume, an unsere Geschichte erinnert werden. Und was sehr entscheidend ist, dass wir als Kinder da stark deswegen assoziiert sind mit den Weihnachtsthemen, weil die Vorfreude so einprägsam ist. Man hat ja dann 24 Tage, wo man sich auf etwas freut. Das Kind sagt, ja, da kommt ein Geschenk. Ob es jetzt ein Geschenk oder viele Geschenke ist, wir freuen uns darauf. Und diese schönen Erfahrungen, aber auch die vielleicht weniger schönen Erfahrungen prägen uns und die nehmen wir mit in die heutige Zeit.
00:03:15: Sabine: Ja, und diese Vorfreude ist auch, weil das auch sowas Magisches hat. Den meisten Kindern wird eine Geschichte erzählt, sei es jetzt der Weihnachtsmann oder eben das Christkind. Und das Christkind bringt die Geschenke und die Engeln. Die Eltern machen dann oft noch etwas dazu, indem man dann eine Feder irgendwo fallen lässt oder so ein Engelshaar oder so, damit man die Kinder wirklich bestärkt in diesem Glauben. Und das ist dieses Schöne, dieses Magische. Und auf eine Art schwingt es dann auch bei uns Erwachsenen dann mit, dass es etwas Besonderes ist. Und nein, ich muss jetzt noch etwas sagen, es gibt das Gegenteil auch, dass das Weihnachtsfest mit so negativen Gefühlen belegt ist, weil man erlebt hat als Kind, dass die Eltern streiten, dass schlechte Stimmung ist, dass irgendeiner sauer ist auf den anderen, dass es irgendwie depressiv ist.
00:04:04: Roland: Die Konflikte so in Erinnerung sind, die zu Weihnachten passiert ist oder vielleicht auch gewisse Erhoffnungen nicht erfüllt wurden.
00:04:13: Sabine: Genau. Und es wird enger, weil dadurch, dass es draußen auch kalt ist, dass die Tage kürzer sind, ist ja viel mehr auch drinnen. Und das, was die Eltern vielleicht sonst, wenn man im Sommer irgendwie viel draußen ist oder im Schwimmbad ist oder so, kann man das alles noch so beiseiteschieben, aber dann wird es eng rund um Weihnachten. Und eben auch, wenn der Papa der Mama eine Geflügelschere schenkt und die Mama ist sauer und rennt aufs Klo und heult, das kriegst du als Kind ja mit. Oder die Mama schenkt ihm nix, er hängt was Schönes auf dem Baum, ein Schmuckstück, und sie hat kein Geschenk für ihn. Und der Papa ist sauer und redet nix oder ist brummelig. Dann kriegst du das als Kind ja mit. Und diese Stimmung nimmst du dann auch wieder mit.
00:04:57: Roland: Sabine, ich denke mir jetzt ganz spontan, bevor wir den Hörerinnen und Hörern etwas so mitgeben, auch für die Paarbeziehung, was ja eigentlich eine unserer Hauptziele ist mit dem Podcast. Was haltest du davon, ich sage jetzt ganz spontan, was fällt dir als erstes ein, wenn du an deine Weihnachten als Kind denkst? Und während ich dir jetzt zugehört habe, ist mir aufgefallen, dass meine Haupterinnerung ist, für die, die uns nicht kennen, sei gesagt, ich komme aus einem Familienbetrieb. Bei uns zu Hause hat es einen großen Fleischereibetrieb gegeben. Da war die Hauptattraktion für mich als Kind, diese Zeit vor Weihnachten, dieses rege Treiben. Es war alles sehr aufgeregt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren sehr im Stress. Aber es hat so etwas sinnstiftendes darin. Es war nicht so, wir müssen so viel arbeiten. Das heißt, meine Haupterinnerung ist an diese Zeit vor Weihnachten. Was dann am Heiligen Abend war, war meistens, dass meine Eltern so kaputt waren. Ich kann mich an einige Male erinnern, dass dann die Mutti, wie ich gesagt habe, dann einen Migräneanfall hatte. Es war dann eher wirklich sehr dunkel. Das sind so meine Erinnerungen.
00:06:13: Sabine: Das heißt, sie war fertig dann nach dem ganzen Trubel. Wenn dann Ruhe eingekehrt ist, dann war sie krank oder hatte Migräne.
00:06:20: Roland: Aber für mich waren Weihnachten, vor allem die Vorweihnachtszeit, das Bedeutende. Und die habe ich auch sehr genossen. Danach war es dann so ein bisschen, da ist die Luft ausgegangen.
00:06:32: Sabine: Ich kann mich erinnern, diese Weihnachtsauslagen, ich habe es geliebt. Wenn da irgendwelche Engel oder irgendwelche Kutschen oder Rentiere waren und das Christkind irgendwo in der Auslage. Ich habe mir die Nase platt gedrückt an den Schaufenstern. Ich habe das geliebt. Und eben auch diese Betriebsamkeit. Wir haben in der Nähe von der Mariahilfer-Straße gewohnt. Da war natürlich viel los und in den Kaufhäusern auch. Und das war dieses Herumeilen und dann in die Schaufenster schauen. Manchmal ist ja dann irgendwo ein Weihnachtsmann auch herumgestanden. Der hat einem dann auch Zucker gegeben. Das war überhaupt das größte Glück.
00:07:07: Roland: Und wenn ich jetzt an uns beide denke, so wie wir uns kennengelernt haben, die ersten Weihnachten waren immer geprägt, dass deine Mutter gesagt hat, warum feiert es nicht bei mir? Und meine Eltern gesagt haben, warum feiert es nicht bei uns? Das war so eine Konkurrenz, wer wo feiert.
00:07:23: Sabine: Und wir haben dann gekocht. Wir haben uns eingebildet, wir müssen ganz viel aufkochen.
00:07:27: Roland: Wir haben Vorbilder gehabt, Sabine. Wir haben Vorbilder gehabt, wie Weihnachten ist. Und das wollten wir irgendwie kopieren. Und doch haben wir aus unserer Geschichte uns gedacht, so wollen wir es nicht haben. Das heißt, wir haben einerseits die Vorbilder gehabt, andererseits das Vorhaben, es ganz anders zu machen. Und daraus ist das entstanden.
00:07:45: Sabine: Ich wollte es besser machen. Ich wollte was Gutes kochen. Weil meine Mutter hat nämlich nicht gekocht. Da gab es was Kaltes. Und ich wollte dann was kochen. Und ich weiß noch, wir waren beide gestresst, weil wir gar nicht so geübt waren. Und vor allem, das musste ja was Besonderes sein. Keine Hausmannskost. Und ich weiß noch, wie unsere Kinder klein waren, die haben gar keine Zeit zum Essen gehabt. Die waren viel zu aufgeregt. Und wir zwei sind dann gesessen und haben das irgendwie runtergeschlungen, das Essen. Weil wir sind dann zwischen Wohnzimmer und Küche hin oder her gerast.
00:08:13: Roland: Und sobald die Kinder geschlafen haben, sind wir vor Erschöpfung auch eingeschlafen.
00:08:17: Sabine: Genau, genau. Und einmal ist meine Mutter in den Christbaum gefallen. Das war wirklich sehr amüsant. Für sie wahrscheinlich nicht.
00:08:28: Roland: Nein, sie hat auch gelacht. Ich erinnere mich dran.
00:08:30: Sabine: Es hatte was Kabarettreifes.
00:08:31: Roland: Sie hat damals die Arme schon Gleichgewichtsprobleme gehabt. Und sie hat sich zu weit in den Baum hineingebückt.
00:08:38: Sabine: Also ich war fertig. Ich habe den Christbaum geschmückt. Du warst inzwischen weg mit den Kindern. Und dann war es Stress pur. Aber wir wollten das unbedingt machen. Und wir haben dann noch am nächsten Tag Gäste gehabt. Und am übernächsten, glaube ich, auch. Ich weiß nicht mehr genau. Da gab es verschiedene Kombis. Auf jeden Fall. Aber was ich mich noch erinnere, habe ich noch ein PS von meiner Kindheit. Am ersten Weihnachtsfeiertag ist meine Großmutter gekommen zu uns, die sonst nie bei uns war. Und da weiß ich noch, mein Vater war immer sehr schweigsam. Aber mit ihr hat er gestritten. Das war wirklich interessant für mich, weil so habe ich ihn eigentlich nicht erlebt, der so zornig geworden. Und sie hat dann irgendwelche Bemerkungen gemacht, die ihn wahnsinnig geärgert haben. So habe ich ihn gar nicht erlebt. Das heißt, diese Spezielle, meine Großmutter kommt da, die sonst in unserem Leben gar keine Rolle gespielt hat, das weiß ich noch. Da sind wir eigentlich schon beim nächsten Thema.
00:09:31: Roland: Mit wem feiern wir Weihnachten heuer? Für manche, die das hören, ist das ja schon vielleicht entschieden. Für die, die es noch nicht entschieden ist, also gerade zu Weihnachten, sollte es keine vollen Kompromisse geben. Das heißt, wenn ich sage, ich will mit meiner Frau / meinem Mann alleine feiern, vielleicht noch mit den Kindern, die dabei sind, dann wäre es das schon wert, auch zu kommunizieren. Wenn es schon ausgemacht ist, kann man es wahrscheinlich nicht mehr ändern. Aber, liebe Hörerin, lieber Hörer, spür doch einmal nach, wie willst du wirklich, dass dein Weihnachten abläuft. Und vielleicht hast du in den letzten Tagen schon zu etwas Ja gesagt, wo du sagst, das ist eigentlich nicht das Wahre. Oder vielleicht hast du auch trotzdem gesagt, das mache ich bestimmt nicht. Gut, da könntest du ja noch etwas verändern. Aber manches ist vielleicht schon gelaufen. Aber umso mehr achte jetzt auf die nächsten paar Tage, wie Weihnachten abläuft und ob es so abläuft, wie du es dir wünschst.
00:10:32: Sabine: Wenn nämlich so ein fauler Kompromiss ist, finde ich, dass es zu Weihnachten besonders schlimm ausgehen kann. Ist zumindest meine Erfahrung, auch was ich so höre von Paaren, die zu uns kommen, die dann sagen, na gut, dann mache ich das halt, okay, bin jetzt nicht begeistert. Aber es eskaliert dann so leicht, weil das Ganze ja so dicht ist und so eng ist. Da ist ja eigentlich jedes andere Fest vielleicht der eigene Geburtstag.
00:10:56: Roland: Es ist eigentlich nicht fair, dass es dann genau in der Beziehung eskaliert. Weil auf die Kinder schaut man ja meistens noch irgendwie, dass das gut geht und man freut sich mit den Kindern. Und dann schlafen die Kinder und dann streitet man womöglich.
00:11:09: Sabine: Ich finde es besser, im Vorfeld zu streiten und zu sagen, das will ich und das will ich nicht.
00:11:13: Roland: Du meinst prophylaktisch.
00:11:15: Sabine: Nein, also ich hätte zum Beispiel zu dir wahrscheinlich sagen müssen, wir machen das nicht so riesig, weil das ist mir zu viel. Ich bin jetzt nicht die Superhausfrau, die so gerne so eine Riesen-Gastgeberei macht. Jetzt im Nachhinein weiß ich es. Damals habe ich es nicht gewusst. Aber wir haben eigentlich dann jedes Mal gestritten.
00:11:32: Roland: Stimmt. Du.
00:11:35: Sabine: Bei mir war es zu viel. Aber anstatt im Vorfeld zu sagen, mir ist das zu viel, zu aufwendig, zu groß, diese Einladerei, habe ich dann gedacht, naja, das muss halt so sein. Und war mir selbst nicht treu.
00:11:46: Roland: Aber das verwechseln viele, die sagen, jetzt bin ich mir selber treu und ich sage nein und merken gar nicht, dass sie trotzig sind. Also ich glaube, das ist schon, das ist auch so modern geworden, dieses, ich muss mir selbst treu sein, wird manchmal dann verwechselt mit, ich bewege mich überhaupt nicht, ich nehme jetzt einen Standort ein. Ich glaube, das Entscheidende ist, dass immer schon, was wir den Menschen mitgeben, ist vielleicht noch einen Abend zu finden, sei es eine halbe Stunde oder sind es nur 10 Minuten, dass sich das Paar hinsetzt und sagt, wir wollen das heuer gerne haben.
00:12:23: Sabine: Und wenn ich mir selber treu gewesen wäre, hätte ich gesagt, das ist mir zu viel, das Aufkochen. Aber vielleicht hättest du dann gesagt, ich mag meine Familie aber schon gern einladen, das ist ja nur einmal im Jahr. Dann hätte ich vielleicht gesagt, na gut, dann machen wir es aber einfacher, dass es für uns auch nicht überfordernd ist. Hätten wir wahrscheinlich auch noch Lösungen gefunden. Man kann ja zum Beispiel auch was zukaufen. Man muss ja nicht jedes Ding selber machen.
00:12:45: Roland: Also wir sind ja mal beim Punkt 1, wie feiern wir, wo feiern wir? Wenn das schon gelaufen ist, dann kann man eh nichts mehr machen, aber wenn es noch zu diskutieren ist, dann achtet bitte darauf, wie könntet ihr das auch so gestalten, dass es für beide passend ist? Was nämlich auch nicht gut ist, zu sagen, ich will das nur so und ich bin mir selber treu. Und der andere Partner, die Partnerin fällt dann um ihr eigenes um. Das heißt, wie kann man es machen, dass es keine Verliererinnen oder Verlierer gibt? Weil wir sagen, wenn einer verliert oder eine, haben meistens beide verloren.
00:13:21: Sabine: Weißt du, was sehr wichtig ist an der Stelle? Dass man das Gefühl hat, man wurde einbezogen in die Entscheidung. Man sagt dann, ja das ist mir zu aufwendig, ja das ist schon gut, so könnte man es schon machen. Was haben wir für eine Lösung? Dass beide einbezogen sind, weil es ist ja für jeden dann, der 24. ist für jeden der 24.
00:13:37: Roland: Oder bei manchen ist der 25.
00:13:39: Sabine: Oder bei manchen ist der 25. wichtig. Aber dass jeder einbezogen ist.
00:13:43: Roland: Das heißt eigentlich, Sabine, lieber in den Tagen davor die Zeit nehmen, um zu schauen, wie will ich es? Lieber da ein bisschen Stress haben, ein bisschen später ins Bett zu gehen und es vorher gut geklärt zu haben, als im Nachhinein dann eingeholt zu werden. Das wäre schon einmal sowas, was wir den Hörerinnen und Hörern mitgeben. Sich dafür die Zeit zu nehmen. Wer eingeladen ist, glaube ich, ist jetzt schon zu kurz. Auch vielleicht dann noch einmal drüber zu reden. Aber jetzt kann man sich überlegen, wie sollte zum Beispiel, nehmen wir den Heiligen Abend, ob jetzt gläubig oder wenn man keiner Religion angehört, wie will ich diesen Festakt gestalten? Und da wäre es wichtig zu sagen, was sind die drei wichtigsten Punkte, die ich gerne hätte? Also zum Beispiel zu sagen, letztes Jahr haben wir 47 Lieder gesungen, heuer hätte ich gerne 5. Oder voriges Jahr haben wir es so gemacht, dass alle gleichzeitig die Geschenke ausgepackt haben, heuer hätte ich gerne, dass man es nach und nach macht und die anderen sind immer dabei, wenn die eine oder der andere das auspackt. Hast du dann so Ideen noch dazu?
00:14:52: Sabine: Mir ist es zum Beispiel wichtig, am 24. zu Mittag was zu machen. Warum, weiß ich jetzt nicht, aber es ist mir irgendwie wichtig, auch zu Mittag was Schönes zu machen, dass dieser Tag schon zu Mittag beginnt irgendwie feierlich, irgendwie besonders zu sein.
00:15:06: Roland: Das heißt, dir ist wichtig, dass ich am 24. keine Mails mehr checke, höre ich daraus.
00:15:11: Sabine: Zum Beispiel, ja. Oder auch nicht mit dem Staubsauger durch die Wohnung fahren.
00:15:15: Roland: Die Gefahr ist bei mir enden wollend.
00:15:17: Sabine: Ich mache sicher nichts, aber dass ich auch nicht noch was einkaufen gehe, weil ich mir einbilde, das muss jetzt auch noch sein. Geschäfte haben wir noch offen, aber ich finde das stressig an dem Tag.
00:15:28: Roland: Was ich glaube ich ganz wichtig ist, für die, die da zuhören, ist, dass das, was ich das ganze Jahr vielleicht nicht anspreche, was ich vielleicht auch unter den Teppich kehre, auch auf der Beziehungsebene, dass jetzt der 24. oder die Weihnachtszeit die happy peppy tolle Zeit werden kann, soll. Das ist nämlich ein enormer Anspruch. Umgekehrt darf es aber auch mit Überraschung gespickt sein, dass auch wenn wir in letzter Zeit als Paar einen Streit hatten, dass es auch friedlich sein darf. Also, dass diese Erlaubnis sich zu geben, sich selbst zu ermächtigen, dass es heuer anders abläuft. Ich habe da sowas jedes Jahr schon, du kennst das, dass wir es uns einfach machen mit dem Essen und dass wir eher die Zeit dazu verwenden, zu reden und zusammen zu sein. Früher war mir wichtig, was Gutes zu kochen. Das habe ich schon lang nicht mehr. Und ich glaube, du auch nicht.
00:16:27: Sabine: Ja, und mit den Geschenken. Das ist ja auch so ein eigenes Thema. Also, schlimm ist, du überlegst dir was für jemanden und der andere freut sich überhaupt nicht. Schrecklich. Oder umgekehrt, du rechnest mit irgendwelchen tollen Geschenken und bist dann enttäuscht, weil es doch nicht hast eigentlich schon Tipps gegeben, mehr oder weniger, mit dem Zornfall und dann hat es der andere nicht kapiert.
00:16:51: Roland: Aber die meisten, die das jetzt hören, werden vielleicht schon Geschenke haben, außer die, die am 24. mit hängender Zunge noch durch die Straßen rennen. Was könnten wir den Paaren und den Menschen, die zuhören, mitgeben? Wie könnte ein Weihnachten diesmal, was die Geschenke betrifft, anders ablaufen? Also, ich erinnere mich, dass du vor einigen Jahren mir einen Brief in den Christbaum gehängt hast und hast gesagt, es gibt da noch ein Geschenk. Wir schenken uns ja nichts gegenseitig. Das ist schon lange. Aber kannst du dich noch erinnern? Da war plötzlich dann so ein Brief drinnen, wo du mir geschrieben hast, wie sehr du mich liebst und wie sehr du auch froh bist, dass wir diesem Jahr so vieles weiterentwickelt haben. Ich glaube, das war einer der schönsten Geschenke in meinem Leben. Also, so gesehen, wenn du da jetzt zuhörst und für deinen Partner ein Partner oder vielleicht auch für eine gute Freundin oder guten Freund noch kein Geschenk hast, etwas Immaterielles zu schenken, ist also, ich glaube, da gibt es viele, die dafür sehr empfänglich sind.
00:17:55: Sabine: Also, ein Brief, wo Wertschätzung drinnen steht, wo steht auch, wofür ich dankbar bin, wo die andere Person sich wahrgenommen fühlt auch. Das ist, glaube ich, das ist einfach eine Riesenfreude für den Anderen.
00:18:08: Roland: Und was, glaube ich, ganz wichtig ist, zu vermitteln, dass man Geschenke schenkt, nämlich solche, die sich der Andere wünscht und nicht, dass ich das schenke, was ich mir hoffe, was beim Anderen passiert. Du erinnerst dich, wir hatten vor 20 Jahren meinen Paar, der hat Jahr für Jahr seiner Frau irgendwelche Unterwäsche geschenkt, weil er das gerne gehabt hätte. Sie haben aber dieses Thema nie wirklich geklärt, dass da in der Intimität ein Thema gibt, das zu klären wäre. Er schenkte das, sie war unglücklich, er war es unglücklich, weil sie es dann nicht getragen hat. Also, die Aufgabe ist und das kann man heute auch noch machen bis zu Weihnachten, zu sagen, über was würde sich denn meine Partnerin, mein Partner besonders freuen.
00:18:57: Sabine: Und manche wollen halt Überraschungen und wollen eigentlich nicht sagen, was sie sich wünschen, sondern wollen überrascht werden. Und da gilt es auch, die Augen und die Ohren aufzusperren und zu schauen, was hat diese Person vielleicht sich selber nicht gegönnt und freut sich drüber, wenn ich das schenke. Bei den Kindern ist es ein bisschen einfacher, wenn die so ihre Christkindbriefe schreiben und die dann ans Fenster kleben oder so, dann hat man gleich eine Auswahl oder wenn kleinere Kinder irgendwas ausschneiden aus einem Katalog oder so, dann hat man gleich eine Möglichkeit.
00:19:26: Roland: Das heißt, deine Anregung wäre auch heute noch zu sagen, zu deinem Partner, sag mir doch, was sind so drei deine großen Wünsche noch oder einer, wo du sagst, das ist auch noch in diesen Tagen bis Weihnachten zu erfüllen, das meinst du? Umgekehrt könnte man ja auch sagen, zum Stichwort immateriell, was kann ich mir jetzt noch überlegen? Also das eine war diesen Brief schreiben, das andere wäre, das hat auch was mit Schreiben zu tun, Dankbarkeit auszusprechen für das, was man gemeinsam hat.
00:20:00: Sabine: Und ich wünsche mir zum Beispiel viel lieber eine Aktivität, jemand, der sich was ausdenkt für mich, sei es jetzt was Kulturelles, was Sportliches, irgendwas, dass jemand sich was ausdenkt für mich, wo ich selber nicht draufgekommen bin, da sind wir jetzt eigentlich weder mehr auf den Überraschungen.
00:20:14: Roland: Sagst du mir jetzt etwas, weil den Hörenden hören, kannst du das ja nicht sagen, weil die werden wahrscheinlich jetzt nicht eine Aktivität mit dir planen.
00:20:21: Sabine: Aber sowas kann man sich ja auch wünschen, das wäre jetzt auch wieder was Immaterielles.
00:20:24: Roland: Ich habe es gehört. Was geht noch? Ja, dass man sich überlegt, er oder sie will schon lange in dieses Theaterstück gehen, in dieses Kabarett gehen, also sich wie du das gerne sagst, wirklich in die Schuhe des anderen stellen und sagen, wenn ich mir jetzt wirklich vorstelle, ich gehe in den Schuhen dieses Menschen, was könnte das sein, was sie oder er sich da wünscht. Und dann kriegt man ja oft doch schon Antworten und das geht sich auch noch bis Weihnachten aus. Dann könnte man auch den Wunsch, sind wir vielleicht beim nächsten Thema, Sabine, es geht ja nicht um Geschenke, sondern den Ablauf, was würde ich mir, ich kann mich erinnern, du hast einmal gesagt, du möchtest heuer nicht irgendwelche schweren, tiefgehenden Weihnachtslieder singen, also gesagt, wir singen ein Lied, das eher lustig ist und wir tanzen um den Christbaum. Und ich kann mich noch erinnern, wo die Kinder gesagt haben, was ist mit der Mama heuer los? Aber sie reden heute noch davon.
00:21:28: Sabine: Das war wirklich lustig. Da haben wir doch von diesem einen Film dieses Lied gespielt, wo der Prime Minister tanzt. Das haben wir gespielt und ich bin an die Stiege rauf und runter getanzt. Genau.
00:21:39: Roland: Das heißt, die Idee wäre zu überlegen, wie könnte es heuer anders ablaufen, was würde ich gerne einmal ausprobieren. Ich erinnere mich an ein paar, die haben uns erzählt, dass sie es zu Weihnachten so machen, dass sie sagen, was war etwas besonders Schönes heuer in der Vorweihnachtszeit? Dann was war etwas, was nicht so gut gelaufen ist? Und dann haben sie gesagt, für was sie besonders dankbar sind. Und das kann man ja ausweiten. Also alle, die sich da ein Ritual überlegen, das ist nicht nur, wie schnell kann ich das Essen runterschlingen und wie viel habe ich getrunken, sondern auch zu begegnen. Oder kannst dich erinnern, letztes Jahr hat uns ein Paar erzählt, wo er gesagt hat, ich habe endlich nach drei Jahren geoutet, dass ich da krank bin und hat gesagt, das ist eigentlich vielleicht ein komischer Moment, gerade am 24. zu sagen, wie es mir geht, aber ich glaube, es ist gut, jetzt einmal mein Schweigen zu beenden. War halt schon heftig, Gott sei Dank ist er nicht so krank, aber er ist krank. Was mir dazu einfällt ist, dass man sich so die Weihnachtsfeiern der letzten Jahre anschaut und wenn man da genau schaut, man sagt ja dann manchmal auch etwas, was ein bisschen provokant ist, wo man weiß, der Onkel, die Tante wird darauf besonders abfahren. Die Frage ist, ob ich mir im Vorfeld, ich erinnere mich, dass unser Sohn einmal gesagt hat, über das reden wir diesmal zu Weihnachten nicht, weil man wird am 24. im Sinne des Friedens nicht gerade an dem Tag dann plötzlich eine neue Lösung finden. Also es ist auch eine Entscheidung, was will ich zu den Feiertagen besprechen, was will ich nicht und nehme ich mir zu viel oder zu wenig vor oder nehme ich mir was vor, wo ich weiß, dass ich den anderen provoziere.
00:23:27: Sabine: Ja, was mir noch einfällt ist auch das Nonverbale, zu sagen zum Beispiel, ich möchte mich da jetzt auf die Bank herkuscheln, ich möchte es mir da gemütlich machen, weil ich glaube, jeder von uns kennt das, dass die Wochen davor, dass es einfach dicht ist. Ich glaube, dem kann sich ja kaum jemand entziehen. Man hat dann eine gewisse Müdigkeit und Entspannung und dann auch zu sagen, na gut, dann setzen wir uns da auf die Bank, geben uns die Hand, kuscheln uns zueinander als Paar, vielleicht auch die Kinder wollen vielleicht auch kuscheln. Also es darf auch kuschelig sein.
00:23:56: Roland: Aber die Kinder dürfen auch einfach mal Pause haben und dürfen auch spielen mit ihren Sachen und dürfen auch Ruhe haben. Ich glaube, das ist auch so wichtig, dass die Kinder, sofern sie noch klein sind, sehen können, Mama und Papa sind ein Paar und die nehmen sich dafür auch Zeit. Auch unterm Weihnachtsbaum.
00:24:14: Sabine: Genau, man muss nicht nur schurdeln. Und was mir auch wichtig ist, bei all dem, was da an Vorbereitungen ist und auch, man hat ja meistens auch ein gutes Essen, also in gewisser Weise isst man dann vielleicht auch mehr als sonst, dass dann auch eine Bewegungseinheit irgendwann dran ist. Zum Beispiel am 25. Das war ja doch eine Tradition von uns auch, oder eigentlich immer noch, dass wir uns am 25. am Vormittag auch Zeit nehmen. Entweder einen Spaziergang oder Laufen gehen oder irgendwas, was Bewegung im Freien, Natur, das ist wichtig.
00:24:50: Roland: Einplanen, auslüften, Bewegung, natürlich immer im Maße dessen, was jemand will, obgleich wir ja sagen, dass es gut ist, auch für den Partner, Partnerin sich zu dehnen. Also alle, die uns zuhören, überlegt auch, wäre es einmal gut, mich zu dehnen, wir sprechen von dehnen dann, wenn ich rausgehe aus meiner Komfortzone, also wenn ich grundsätzlich sage, nein, ich will nicht spazieren gehen, ich bleibe lieber vorm Fernseher hocken, zu sagen, ich schenke das nämlich, wenn man will, über den Umweg der Partnerin, Partner, aber ich schenke es auch mir, aber vielleicht brauche ich den Umweg, es zuerst einmal ihr oder ihm zu schenken, zu sagen, ich probiere mal was Neues aus, wir gehen spazieren, obwohl ich das Wort, wenn ich es nur höre,
00:25:34: Sabine: spazieren gehen ist so langweilig. Und dann entstehen, aber ich weiß noch, wie wir mal mit der ganzen Familie spazieren gegangen sind, ich weiß noch, dass ich mich überwinden musste, weil ich war irgendwie vollgegessen und wir sind dann doch spazieren gegangen und dann waren eigentlich andere Gespräche möglich, weil du dann eigentlich meistens zu zweit gehst und redest mit jemandem Zweiten, das hat sich dann aber auch verändert, wer mit wem dann spricht und bei dem Spaziergang waren dann auch andere Gespräche möglich, als nur, wie wir da am Tisch gesessen sind.
00:26:00: Roland: Und was geben wir den Paaren mit, die sagen, also Weihnachten muss dann der tollste Sex her, die vielleicht seit Monaten keine Sexualität haben, was geben wir denen mit? Ich würde sagen, als erstes einmal, Weihnachten ist ein spezieller Tag im Jahr, aber auch letztlich ein Tag wie jeder andere, dass man sich den Druck einmal wegnimmt, dass da irgendwas ganz Besonderes passieren muss.
00:26:23: Sabine: Ja, so kein Druck und wenn im Schlafzimmer dann was passiert ohne Druck, dann ist es auch nett. Ja. Aber den Druck, jetzt muss das auch sein, damit der Abend gut abgeschlossen ist, das würde ich auf jeden Fall rausnehmen.
00:26:37: Roland: Erinnerst du dich, letztes Jahr hat uns das eine Paar erzählt, sie haben sich so Erotikzetteln geschrieben und die haben so drei Erotikzetteln, wo sie drauf geschrieben haben, ich habe einmal die Fantasie mit dir und ich glaube es waren sogar fünf Zetteln, aber das kann man sich herausmachen und haben es dann auf dem Christbaum gehängt und zwar in der Höhe, wo die Kinder nicht hingekommen sind, für die nämlich, die schon lesen können, die eine Frau hat doch dann gesagt, vier Sachen waren so unmöglich, was er sich da wünscht, aber das fünfte hat mich dann wieder so angetörnt, dass wir es wirklich sogar am 24. ausprobiert haben. Deswegen ist es ja besser, dass man mehr schreibt, also mehr Zettel.
00:27:19: Sabine: Ja, also mehr zu schreiben, also größere Auswahl. Ich muss sagen, ich verneige mich vor denen, weil das Schreiben alleine ist ja schon eine Art Aha, jetzt komme ich weg von den To-Do-Listen, sondern ich schreibe jetzt etwas, was mich selber erregt, was mir Freude macht, was diese Erotik überhaupt zu Tage bringt, dann bist du ja schon auf diesem anderen Planeten.
00:27:41: Roland: Apropos, jetzt fällt mir noch etwas ein, das können wir auch noch mitgeben, wer sich gut auskennt mit der Sprache der Lieben, wäre noch einiges zu sagen, also für die, die das nicht kennen, die fünf Sprachen der Liebe sind Wertschätzung und Anerkennung zu geben, das wäre das Erste.
00:27:57: Sabine: Verbale Zuwendung, ja.
00:27:58: Roland: Das Zweite ist die körperliche Zuwendung, wobei da gibt es keine Reihenfolge, ich ziehe es jetzt einfach nur so auf, wie es mir einfällt, dann haben wir die Hilfsbereitschaft, die exklusive Zeit und dann das Überraschen. Gut, jetzt könnte man sagen, das Fünfte, das Überraschen ist eh schon in Weihnachten drinnen, aber dass man sich überlegt, wo bin ich bereit, das wäre auch so eine nächste Idee, wo bin ich bereit, auf dem Bereich der fünf Sprachen der Liebe entgegenzukommen, dass man aufschreibt, was die verbale Zuwendung betrifft, werde ich das und das zu dir sagen, körperliche Zuwendung, das ist zum Beispiel Sorge, dass wir uns die Hand geben werden, wobei da fällt mir noch mehr dazu ein, aber das ist vielleicht jetzt nicht für diese Sendung gedacht. Hilfsbereitschaft, so schauen, wo merke ich, da braucht die andere, der andere manchmal was, aber lasst da manchmal auch aus, was nehme ich mir davor, wobei fünf Sachen, fünf Sprachen der Liebe etwas vorzunehmen, ist vielleicht auch ein bisschen viel, wenn ich das jetzt so sage, glaube ich, dass gut wäre, zu sagen, von diesen fünf Sprachen der Liebe, wo tue ich mir den manchmal besonders schwer, mich dazu weiterzuentwickeln und da bin ich bereit, aus Liebe...
00:29:10: Sabine: Etwas auch zu machen. Ja. Hilfsbereitschaft war dann da die exklusive Zeit, vielleicht kommt das zu kurz zu Weihnachten, vielleicht aber auch nicht, ja, vielleicht kommt auch die Hilfsbereitschaft zu kurz, dann wäre es gut, sich dort an der Stelle ein bisschen was vorzunehmen, was Neues. Und das Letzte war dann die Überraschungen, die sind sowieso gegeben, je nachdem, was der Partner, die Partnerin auch wirklich will.
00:29:34: Roland: Zusammenfassend kann man sagen, ein bisschen die Ansprüche rauszunehmen, sich zu erlauben, auch was Neues auszuprobieren, der Baum darf diesmal kleiner sein, oder vielleicht gar keinen Baum, dafür ein Ritual auszuprobieren.
00:29:47: Sabine: Und dafür braucht es, für diese neuen Sachen, braucht es immer viel mehr Bewusstsein. Weil sonst, wenn es nicht so bewusst ist, wenn es nicht so ein bewusstes Vorhaben ist, dann fällst du sowieso in das alte Schema. Also das alte Schema ist automatisch. Also zum Beispiel einen Adventkranz kaufe ich automatisch. Da brauche ich keine großartige Anleitung. Aber wenn ich sage: „Der Baum darf kleiner sein, dann muss ich mir schon überlegen: „Ja, wozu brauche ich denn so einen großen Baum? Eigentlich ist es Schlepperei, eigentlich ist es ... „Boah, ich muss da auf die Leiter raufsteigen und so weiter und so weiter. Dann muss ich ein bisschen mir selber zureden, dass ich weiß, warum ich den kleineren Baum will, zum Beispiel. Also nicht automatisch den Großen kaufen, weil das immer schon so war, sondern zu sagen: „Ja, diesmal haben wir uns für den Kleineren entschieden, weil ... Und mein Bewusstsein zu schärfen, warum das gut ist, diese Entscheidung. Und wenn du dann das integriert hast, dann zum Beispiel, dass der Baum auch kleiner sein darf, dass der auch leichter zum Tragen ist und so weiter. Das nächste Jahr ist es ja schon viel leichter, weil dann hat man es ja schon ausprobiert. Ja, aber das nächste Jahr kommt erst weiß Gott wann. Es kommt weiß Gott wann. Denk einmal daran, wie wir schon unser Weihnachten verändert haben in den letzten 60 Jahren.
00:30:55: Roland: Das stimmt. Das heißt, wenn es mir gelingt, einen kleinen Baum zu kaufen, obwohl ich so gewohnt war, einen großen Baum zu haben, dann auch wertzuschätzen und nicht, dass der Partner sagt: „Nein, siehst du eh.
00:31:12: Sabine: Du hast es schon gesagt, ja. Das wertzuschätzen und zu sagen: „Ich schätze das sehr, dass wir da beide beschlossen haben oder dass du auch von dem abgekommen bist. Wertschätzung, Wertschätzung, Wertschätzung. Dort, wo wir es uns besser einrichten und anders machen und es für ein gelingendes Fest gut vorbereiten.
00:31:30: Roland: Was ich noch mitgeben will, Sabine, ist, wenn trotz alle unserer guten Ideen, man merkt, es rennt irgendwie schief, dass man sich erlaubt, dass das auch sein darf, dass das keine Katastrophe ist, weil es ja auch ein Tag wie jeder andere ist. Und dann zu sagen: „Jetzt halten wir mal inne. Was läuft da gerade?“ Gut ist auch immer zu fragen: „Was mache ich selbst, dass es so ist, wie es ist? und das nicht bei den anderen zu suchen. Das habe ich jahrelang nicht können. Ich habe es immer bei dir gesucht, habe gesagt: „Du bist verantwortlich, aber selber zu schauen und vor allem in die Liebe zu kommen, wo auch immer man in der Familie steht, auch zu sagen, die Wertschätzung, die Anerkennung und auch auszudrücken, für was man dankbar ist.
00:32:08: Sabine: Ja, und ich möchte jetzt noch den Hörerinnen und Hörern eines mitgeben, was für jedes Fest eigentlich gilt und Deto auch für Weihnachten. Ein Fest, eine Feier kann man vorbereiten, ein Ritual vorbereiten, möglichst gut vorbereiten, möglichst überlegen: „Was brauche ich da alles? und dann aber loslassen. Wenn es dann so weit ist, wenn der Satz gekommen ist, auch das Loslassen, zu sagen: „Ja, da gibt es jetzt Zufälle und da gibt es vielleicht kleine Hoppalas oder sonst irgendwas, und das auch mit Humor nehmen: „Aha, vorbereitet haben wir es gut. Trotzdem ist die Schwiegermutter jetzt in den Christbaum gefallen. Na gut, so ist es.“
00:32:43: Roland: Deine Mutter war es.
00:32:43: Sabine: Meine Mutter ist in den Christbaum reingefallen. Das haben wir ja sehr lustig gefunden. Aber es gibt andere Hoppalas, die habe ich weniger lustig gefunden. Und dann auch zu akzeptieren. Ja, so ist es.
00:32:52: Roland: Und im Zweifelsfall, auch wenn man noch so einen Drang verspürt, das muss so sein, einmal zuzuhören und wahrzunehmen: Was wollen die anderen? Außer, ich neige dazu, eh meine Bedürfnisse nicht zu sagen, dann vielleicht sich zu trauen, zu sagen: „Jetzt hätte ich gerne oder diesmal hätte ich das gerne, und und und. Uns würde noch viel einfallen. Herzlichen Dank fürs Zuhören. Ich hoffe, ihr habt das eine oder andere für euch mitnehmen können.
00:33:20: Sabine: Wir wünschen gute Vorbereitungen, angenehme Vorbereitungen und dann ein gelungenes Fest, inklusive den Dingen, die nicht getan wurden.
00:33:29: Roland: Wir sprechen nämlich lieber vom Gelingen als von Erfolg. Gelungene Feiertage und wir freuen uns, wenn ihr schon das nächste Mal wieder mit dabei seid bei unserem Podcast Liebesdoppel.
00:33:40: Sabine: Und macht es gemeinsam und bleibt dran. Alles Gute.
00:33:44: Roland: Gutes Gelingen.
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